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Die Pro- und Contra-Argumente für einen Mindestlohn

Das Thema Mindestlohn wird in regelmäßigen Abständen kontrovers diskutiert.

Dieser Artikel stellt die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente zum gesetzlichen Mindestlohn vor und beschreibt die volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Pro und Contra:  Mindestlohn steigert Arbeitslosigkeit

Viele Ökonomen glauben, dass durch einen Mindestlohn  immer mehr gering qualifizierte Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.

In diesem Segment werden immer weniger Arbeitsplätze angeboten, weil sich durch den gesetzlichen Mindestlohn die Arbeitskosten erhöhen. Um diese Kosten einzusparen, sind viele Unternehmen zu Einsparungen gezwungen.

Diese können entweder durch erhöhte Automatisierung oder durch Verlagerung des Produktionsstandortes an einen Ort mit niedrigeren Arbeitskosten umgesetzt werden.

Arbeitslose sind in beiden Fällen die Geschädigten der Mindestlöhne. Sie finden keine Beschäftigung mehr. Unternehmen würden zwar Arbeitsplätze anbieten, sind aber nicht bereit, den Mindestlohn zu bezahlten.

Die Mindestlohnbefürworter argumentieren dagegen.

Laut den Ergebnissen einer von Gewerkschaften in Auftrag gegebenen Studie können gesetzliche Mindestlöhne Lohnarmut verhindern und damit die Nachfrage erhöhen.

Durch die erhöhte Nachfrage im Binnenmarkt entstehen wiederum neue Arbeitsplätze.

Mehr zum Thema: Mindestlohn Pro und Contra: Mittel gegen Lohndumping

Pro und Contra: Mindestlohn führt zu Konsumsteigerung

Laut Mindestlohnbefürwortern erhöht dieser das durchschnittliche Lohnniveau.

Arbeitnehmer, deren Löhne sich erhöhen, konsumieren durch die erhöhte Kaufkraft mehr und steigern damit die Binnennachfrage.

Dagegen steht jedoch das bereits genannte Argument der in Folge des Mindestlohns erhöhten Arbeitslosigkeit.

Als Fazit kann man feststellen: Die durchschnittliche Entlohnung steigt zwar mit dem Mindestlohn – die Anzahl der Arbeitslosen jedoch auch.

Pro und Contra: Mindestlohn fordert Produktionsverlagerung ins Ausland

Ob die Arbeitslosigkeit durch eine Abwanderung von Betrieben ins Ausland zunehmen würde, ist fraglich.

Arbeitsplätze, die vom Mindestlohn betroffen wären, befinden sich nämlich häufig im ortsgebundenen Dienstleistungsgewerbe (Bäckereien, Friseurläden etc.). Diese Arbeitsplätze können nicht oder nur schwer ins Ausland verlagert werden.

Die exportstarken deutschen Unternehmen in hoch technologischen Branchen (Softwarelieferanten, Autobauer, Elektronikhersteller etc.) wären hingegen nur marginal vom Mindestlohn betroffen.

Diese Betriebe haben bereits Tarifverträge, die im Regelfall deutlich höhere Löhne garantieren, als von den Mindestlohnbefürwortern gefordert werden.

Befürworter sehen daher das höhere Lohnniveau als größten Vorteil eines gesetzlichen Mindestlohns.

Pro und Kontra: Mindestlohn steigert Lohnniveau

Um die Gefahren der entstehenden Arbeitslosigkeit durch Mindestlöhne abzuwenden, fordern Mindestlohngegner eine steuerliche Entlastung der Arbeitseinkommen und die Erhöhung der unternehmerischen Freiheiten.

Damit würden die Reallöhne steigen, ohne die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen einzuschränken.

Laut Mindestlohnbefürwortern ist es jedoch Aufgabe der Unternehmen und nicht des Staates, für Existenz sichernde Einkommen zu sorgen.

Deshalb wird der Mindestlohn von seinen Befürworten einer steuerlichen Entlastung der Unternehmen vorgezogen.

Pro und contra Mindestlohn: Fazit

Ob ein Mindestlohn wirklich den Binnenkonsum steigert und ob dessen Einführung eine erhöhte Arbeitslosigkeit zur Folge hat, ließe sich nur im Praxistest feststellen.

Grundsätzlich ist es nach Stand der derzeitigen wirtschaftswissenschaftlichen Forschung ökonomisch aber sehr bedenklich, die Lohnpolitik vom Markt abzukoppeln und in die Hände der Regierung zu geben.

26. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.