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Mischfonds: So sorgen Anleger im Depot für optimale Risikostreuung

Mischfonds gehören zu den offenen Investmentfonds. Das heißt: Sie können jederzeit Anteile kaufen und nicht – wie bei geschlossenen Investmentfonds – nur während einer bestimmten Zeichnungsfrist. Auch der Zeitpunkt des Ausstiegs bleibt Ihnen überlassen: Es gibt kein Fälligkeitsdatum und keine Mindesthaltefrist.

Was Mischfonds so besonders macht

Aktien- und Rentenfonds sind weit verbreitet. Daneben gibt es die Mischfonds, gewissermaßen als Kombination beider Fondstypen. Mischfonds investieren:

  • in Aktien,
  • in Unternehmens- und Staatsanleihen (Rentenpapiere),
  • manchmal auch in (offene) Immobilien(-fonds), Devisen, Edelmetalle oder Derivate (z. B. Optionsscheine).

Vorteil: Sie holen sich durch den Kauf eines Mischfonds automatisch eine Art Vermögensverwaltung ins Depot, die das Risiko Ihres Investments streut. Die Kursrisiken werden durch den Kauf von Anleihen gemindert. Für zusätzliche Renditechancen und Sicherheit sorgt der Kauf von Vermögenspositionen wie Immobilienfonds oder Derivate.

Defensiv, offensiv, ausgewogen: Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds

Man könnte meinen, ein Mischfonds wäre wie der andere. Das ist aber nicht der Fall. Denn in welche Wertpapiere der Fondsmanager investiert, kommt ganz auf den einzelnen Mischfonds an. Folglich gibt es 2 wichtige Unterscheidungen, auf die es ankommt: nach Risikoneigung und nach der Region, in die der Fonds investiert.

Unterscheidung nach Risikoneigung

Zunächst unterscheiden sich die einzelnen Mischfonds in ihrer Risikoneigung. Diese hängt, als Faustregel, davon ab, wie hoch der Aktienanteil ist. Meistens gilt: Je höher der Aktienanteil, desto riskanter der Mischfonds.

Je höher dagegen der Anleihenanteil, umso risikoärmer der Mischfonds – wobei mit dem Wort „Risiko“ hier ausschließlich das Kurs- und nicht etwa ein Inflationsrisiko gemeint ist. Ob ein Mischfonds eine hohe, mittlere oder geringe Risikoneigung hat, erkennen Sie oft schon am Namen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die üblichen Namenszusätze:


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  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

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Hohe RisikoneigungMittlere RisikoneigungGeringe Risikoneigung
offensivagressivChance(n)Wachstum/GrowthdynamischausgewogenBalance/balancedivesifieddefensivkonservativ/conservativeProtectSicherheit

Stabilität

All diese Mischfonds mit klar definierter Risikoneigung haben in der Regel festgelegte Aktienquoten, die sie maximal erreichen dürfen (z. B. 30% des Fondsvermögens). Ist diese Aktienquote erreicht, darf der Fondsmanager keine Aktien mehr kaufen. Ist sie (etwa aufgrund von Aktienkurssteigerungen) sogar überschritten, muss er den Aktienanteil sogar wieder reduzieren.

Neben offensiven, ausgewogenen und defensiven Mischfonds gibt es außerdem flexible Mischfonds. Deren Aktien- und Anleihenanteile sind nicht von vornherein auf einen bestimmten Prozentsatz festgelegt. Vielmehr kann der Fondsmanager je nach Marktlage bestimmen, wie hoch die Aktien- und Anleihenquote jeweils sein soll. Er wird also in Phasen, in denen die Aktienmärkte absturzgefährdet sind, den Aktienanteil reduzieren. Steigen die Aktienkurse, wird er den Aktienanteil aufstocken.

Unterscheidung nach regionalen Schwerpunkten

Wie bei anderen offenen Immobilienfonds haben Sie auch bei Mischfonds die Möglichkeit, regionale Schwerpunkte zu setzen. Im Fondsprospekt bzw. Factsheet (Kurzfassung des Fondsprospekts) steht, in welche Länder oder Regionen der jeweilige Mischfonds investiert. Welche Wertpapiere liegen aktuell gerade im Fondsportfolio? Das können Sie mühelos herausfinden. Denn die Fondsgesellschaft muss ihre Auswahl vierteljährlich veröffentlichen. Die entsprechenden Angaben finden Sie im Quartalsbericht.

Von diesen Fonds-Eigenheiten profitieren Sie auch bei Mischfonds

Sie haben es bereits gelesen: Mischfonds gehören zu den offenen Investmentfonds. Das ist für Sie als Anleger und Anteilseigner aus mehreren Gründen vorteilhaft: Zum einen, weil Mischfonds als Sondervermögen eingestuft sind, zum anderen, weil sie Sparpläne ermöglichen.

Sondervermögen: Eine Pleite der Fondsgesellschaft berührt Sie nicht

Es kann passieren, dass eine Fondsgesellschaft pleitegeht, etwa weil sie sich verspekuliert. Diese Aussicht aber muss Sie als Anleger nicht beunruhigen. Falls die Fondsgesellschaft Insolvenz anmeldet, stehen Sie nicht mit leeren Händen da.

Das Fondsvermögen, also die Wertpapiere, Vermögensgegenstände und Barmittel, in die Ihr Mischfonds investiert hat, wird als Sondervermögen behandelt. Das heißt: Es kommt ausschließlich den Anlegern zugute, die in den jeweiligen Fonds investiert haben, und nicht den Gläubigern.

Fondssparpläne sind oft möglich

Wie Aktien- und Rentenfonds bieten auch viele Mischfonds die Möglichkeit, Sparpläne zu erstellen. Sie müssen Ihre Fondsanteile nicht auf einen Schlag investieren, sondern können sie auch Zug um Zug in kleineren Stückzahlen kaufen.

Dazu definieren Sie einfach die Höhe Ihrer Sparrate und das Intervall, in dem die Fondsanteile gekauft werden sollen (z. B. Fondsanteile für 100 € pro Quartal). Ihr Vorteil: Sie können die Sparraten jederzeit Ihrer finanziellen Situation anpassen und kaufen die Fondsanteile stets zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

Kostenfallen vermeiden: Worauf Sie beim Kauf von Mischfonds achten sollten

ETFs (Exchange Traded Funds, die günstigste börsengehandelte Fondsvariante) gibt es bei Mischfonds leider so gut wie nicht, was zwangsläufig den Blick auf die Kosten richtet. Auf 2 Arten von Kosten müssen Sie bei Auswahl und Kauf von Mischfonds achten: Das sind Transaktionskosten und Fondsgebühren.

Transaktionskosten: Bei jeder Wertpapierorder verlangt die Depotbank Geld von Ihnen, die sogenannten Ordergebühren. An diesen Ordergebühren verdient sie zum Teil selbst, zum Teil kommen sie aber auch dem Handelsplatz zugute, über den Ihr Fondskauf abgewickelt wird. Die Sparmöglichkeiten ergeben sich aus der Wahl Ihres Brokers. Broker mit Flatrates pro Order sind meist günstiger als Broker, die volumenabhängige Ordergebühren erheben.

Fondsgebühren: Das sind die Gebühren, die jeder Fonds, also auch jeder Mischfonds, Ihnen als Anleger direkt in Rechnung stellt und die von Ihrem Fondsvermögen abgehen. Dazu gehören:

  • Ausgabeaufschlag: Diese Gebühr wird beim Kauf von Fondsanteilen erhoben, wenn Sie diese direkt bei der Fondsgesellschaft (Handelsplatz KAG) erwerben. Der Ausgabeaufschlag bei Mischfonds liegt meist bei bis zu 5,5%, lässt sich aber sparen (siehe nächster Abschnitt).
  • Verwaltungsgebühr: Mit dieser Gebühr bezahlen die Anteilseigner des jeweiligen Mischfonds den Fondsmanager. Die Verwaltungsgebühr wird jährlich erhoben, liegt in der Regel bei bis zu 1,5% im Jahr und lässt sich leider nicht umgehen.
  • Performance Fee: Manche Mischfonds erheben noch eine zusätzliche Gebühr, die von der Wertentwicklung abhängt. Deren Höhe bemisst sich meist in Prozent der Wertsteigerung. Die Fondsgesellschaft schöpft auf diese Weise einen Teil des Anlageerfolges für sich ab. Vermeiden können Sie diese Gebühr nur, indem Sie sich einen Mischfonds aussuchen, der diese Gebühr nicht verlangt.

So sparen Sie Transaktionskosten und Fondsgebühren

Den Ausgabeaufschlag können Sie sich sparen, sofern Sie keinen Sparplan anlegen. Der Trick lautet: Kaufen Sie Fondsanteile niemals die Fondsgesellschaft (KAG), sondern besser über die Börse. Dann wird statt des Ausgabeaufschlags nur der sogenannte Spread fällig. Das ist der Unterschied zwischen dem An- und Verkaufskurs. Idealerweise suchen Sie sich die Börse mit dem niedrigsten Spread aus – oder anders gesagt: mit dem günstigsten Kaufpreis für die gewünschten Mischfondsanteile.

Bei Sparplänen haben Sie nicht die Möglichkeit, Ihre Fondsanteile über eine Börse zu kaufen, ganz einfach deshalb, weil Sie immer Anteile für einen bestimmten Betrag ordern (z. B. 100 €) und deshalb oft Zehntel oder Hunderstel von Fondsanteilen kaufen müssen. Das bietet nur die Fondsgesellschaft, nicht aber eine Börse.

Trotzdem können Sie auch hier Geld sparen: Eröffnen Sie einfach ein zusätzliches Depot über den Umweg eines Fondsvermittlers (Beispieladressen: www.avl-investmentfonds.de, www.fondsclever.de oder www.fondsdiscount.de). Dort bekommen Sie häufig einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Manchmal entfällt dieser Aufschlag sogar ganz.

Alternativ suchen Sie nach einer Depotbank, die Ihren gewünschten Fonds günstiger anbietet. Denn gerade bei beliebten Publikumsfonds haben einzelne Depotbanken oft Rabatte mit den Fondsgesellschaften ausgehandelt, die sie an ihre Kunden weiterreichen.

2. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.