Mit 1.640 Aktien in einem Papier das Portfolio sichern

Passive Indexfonds sind einfach handhabbar und diversifiziert, weil sie einen kompletten Index abbilden. Aber verlässliche Stabilität für Ihr Portfolio bringt nur die richtige Zusammenstellung mehrerer Börsenbarometer.

Ein ETF auf den DAX etwa macht von der deutschen Wirtschaft abhängig. Gleiches gilt für die Indizes anderer Länder. Es schwinkt also immer ein Verlustrisiko mit, wenn es in einer Region schlechter läuft. Dagegen kann man sich absichern.

ETF auf den MSCI World-Index

Da es wenig sinnvoll ist, deswegen eine Serie von Indexfonds zu bunkern, bietet sich ein ETF auf den MSCI World an. Die Welt in einem Papier sozusagen. Derzeit enthält der Index 1.640 Unternehmen aus 23 Ländern, allerdings nur aus etablierten Industrienationen. Wer China, Indien und andere mit einbeziehen will, kann auf den MSCI World All Countries zurückgreifen.

Der MSCI World indes setzt auf bewährte Strukturen und listet nach Ländern die größten Unternehmen. An der Spitze sind mit Apple, Microsoft, Exxon oder Amazon die weltweit größten Brocken. US-Konzerne machen fast 60% im Index aus. Danach kommen Japan, Großbritannien, Kanada und Frankreich. Deutschland folgt mit Firmen wie Daimler, Allianz, BASF oder Siemens und hat einen Anteil von 3,34%. Die Dominanz der USA ergibt sich aus der Gewichtung nach Börsenwert.

Auch wenn der MSCI World im langjährigen Schnitt mit 7% nicht besser dasteht als der Dax, so bietet er durch seine enorme Vielfalt mehr Sicherheit. Zudem: Nicht nur die einzelnen Aktiennotierungen beeinflussen die Entwicklung des MSCI World, sondern auch Wechselkurse. Die Aktienkurse werden in der jeweiligen Landeswährung gemessen und anschließend in US-$ umgerechnet.

Vom stärkeren Dollar profitieren

Damit hat man zwar ein Wechselkursrisiko gegenüber allen enthaltenen Währungen, doch langfristig gleichen sich die Effekte aus. Außerdem dominiert der Dollar. Und wenn der stärker wird, profitieren deutsche Anleger.

In der Performance eines ETF auf den MSCI World schlägt sich das auf der Euroseite spürbar positiv nieder. Schlechter läuft es entsprechend, wenn der Dollar verliert. Langfristig aber gleicht sich auch dieser Effekt aus, weshalb sich die Mehrkosten für einen speziellen währungsgesicherten ETF kaum lohnen.

Davon abgesehen glättet ein regulärer ETF all die unterschiedlichen Währungsentwicklungen innerhalb des Index. Jedes Quartal wird die Gewichtung nicht nur der Aktien, sondern auch der Währungszusammensetzung neu angepasst. Mit diesem Rebalancing steigen gut laufende Währungs- und Wirtschaftsräume auf, während schwächere an Einfluss verlieren.

Vielfältiges Angebot an unterschiedlichen ETFs

Angeboten werden derzeit 13 ETFs. Teils bilden sie den Weltindex physisch über ein optimiertes Sampling ausgewählter Aktien ab, teils synthetisch über ein Tauschgeschäft, bei der eine Bank als Partner die Wertentwicklung liefert. Durch Zusatzerträge wie Wertpapierverleih etc. kann die Performance leicht über der des Basisindex liegen. Synthetische ETFs verursachen zudem weniger Verwaltungsaufwand, was sich in der Bilanz leicht positiv auswirkt.

Generell jedoch ist selbst mittelfristig die Performance der ETFs nahezu identisch. Mal läuft der eine etwas besser, mal der andere. Insofern kommt es auch nur minimal auf die Gesamtkostenquote (TER) an. Billiger ist nicht immer besser und umgekehrt. Die Spanne liegt zwischen 0,15% und 0,5%.

Thesaurierende ETFs haben die Nase vorn

Entscheidender ist die Auswahl zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds. Letztere entwickeln sich durch die kontinuierliche Wiederanlage sichtbar besser als der Index selbst und eigenen sich zum Vermögensaufbau. Thesaurierend bringt beispielsweise der größte ETF von iShares, der Core MSCI World, 2016 eine Performance von 12,55%. Das Pendant auf den Dax hingegen kommt nur auf 6,54%.

ETFs auf den MSCI World haben fast alle Anbieter auf Lager. Allerdings berechnen teilweise die Banken selbst eine separate Abschlussgebühr beim Kauf. Durch genaue Angebotsvergleiche kann man hier Geld sparen. Stichwort sparen: Auf ETFs von iShares, db x-trackers, Lyxor, UBS und ComStage gibt es auch Sparplanangebote. Ab monatlich 50 € Sparrate sind viele sogar komplett kostenlos.

18. Januar 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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