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Mit Aktien besitzen Sie werthaltige Sachwerte

Der folgende Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie mit Aktien Ihr Vermögen vor einer Inflation schützen und gleichzeitig vom Wachstum erstklassiger Unternehmen wie Nestlé, Coca-Cola oder BAT profitieren. Aktien bieten also eine Schutzfunktion und sorgen gleichzeitig für Gewinne (Aktien werfen durchschnittlich 8 bis 10% Gewinn pro Jahr ab).

In Zeiten der Euro-Krise und einer Entschuldung der Euro-Randstaaten durch Inflation gewinnt das Thema Inflationsschutz mehr und mehr an Bedeutung. Denn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Überflutung der Finanzmärkte mit neuem Geld – ebenfalls durch die EZB – führen unweigerlich zu einer steigenden Inflationsrate.

Daher sollten Sie auf Anlageklassen setzen, die einen „eingebauten“ Inflationsschutz besitzen – und dazu gehören auch Aktien (= eine Beteiligung an einem Unternehmen). Zudem werde ich Ihnen in diesem Beitrag kurz erklären, was genau eine Aktie ist und warum es sich bei Aktien um Sachwerte handelt. Auch werden Sie einige historische Hintergründe zum Thema Aktien erfahren.

Als Aktionär sind Sie Mitbesitzer eines Unternehmens

Eine Aktie ist eine Urkunde, die ihrem Inhaber einen Anteil am Vermögen einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft. Aber warum gibt es überhaupt Aktiengesellschaften? Wenn ein Unternehmer eine gute Geschäftsidee hat, jedoch das Geld für die Umsetzung fehlt, bietet sich der Gang an die Börse an.

An der Börse trifft die Geschäftsidee auf Kapital, das nach renditestarken Einsatzmöglichkeiten sucht. Ein Beispiel: Ein Unternehmer hat eine Erfindung gemacht, doch fehlt das Geld für die Errichtung einer Fabrik. Der Unternehmer könnte sich jetzt das Geld am Kapitalmarkt (über eine Anleihe) oder bei einer Bank (Kredit) leihen.

Das Problem: Das Geld steht dann nur zeitlich befristet zur Verfügung und muss Jahr für Jahr verzinst werden. Die Alternative: Der Unternehmer teilt sein Unternehmen zum Beispiel in 100.000 kleine Teile (Aktien) auf. 75.000 Aktien behält der Unternehmer, damit er weiterhin das Sagen im Unternehmen hat, 25.000 Aktien verkauft er für je 100 Euro an interessierte Kapitalgeber (Aktionäre).

So sammelt der Unternehmer 2,5 Mio. Euro ein und kann die Fabrik mit dem frisch eingesammelten Geld (man spricht auch von Emissionserlös) bauen. Die neuen Aktionäre sind Miteigentümer des Unternehmens. Da in diesem Fall die Aktien den Mitbesitz an einem produzierenden Unternehmen verbriefen, handelt es sich um Sachwerte(allerdings ist nicht jede Aktie ein Sachwert).


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Bei guter Geschäftslage – oder in deren Erwartung – verdient der Aktionär durch steigende Kurse der Aktien. Wenn das oben beschriebene Unternehmen Umsatz und Gewinn kräftig steigert, wird der Aktienkurs von 100 auf 150 oder 200 Euro steigen.

Die Geschichte der Aktie

Als am 20. März 1602 in Amsterdam mit der „Verenigden Ostindischen Compagnie” (VOC) die bis dato mächtigste Handelsgesellschaft der Welt gegründet wurde, erblickte auch die Aktie in ihrer heutigen Form das Licht der Welt. Der Seehandel war damals äußerst lukrativ. Allerdings erforderte dieser auch einen großen Kapitaleinsatz.

Das damit verbundene Risiko war für eine Person ziemlich groß. Aus diesem Grund wurden Überlegungen angestellt, wie man dieses unternehmerische Risiko auf mehrere Schultern verteilen kann. Darauf folgte die Geburtsstunde der Aktie. Viele Anleger konnten sich an der Handelsgesellschaft beteiligen und trugen so gemeinsam die Chancen und Risiken.

Wenn das Schiff erfolgreich sein Ziel erreichte, gab es einen großen Gewinn, der verteilt werden konnte. Wenn aber das Schiff sank oder ausgeraubt wurde, gab es einen gemeinschaftlichen Verlust. Aus der Finanzwelt ist die Aktie seitdem nicht mehr wegzudenken:

Als einfaches Mittel für Unternehmen, um an Kapital zu gelangen und Erfolg versprechendes Anlage- und Spekulationsobjekt für Investoren wechselt sie heute täglich in aller Welt millionenfach den Besitzer.

Aktien-Urkunden nur noch für Sammler interessant

Früher wurden Aktien physisch gehandelt. Das bedeutet, dass man als Anteilseigner eine Urkunde in Papierform erhielt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte dann der Trend ein, dass Anteilseigner die Aktien in der Regel aus Kosten- und Sicherheitsgründen nicht mehr als einzelne Urkunden besaßen, sondern von einer Bank in einem Depot verwalten ließen.

Bei den Depotbanken liegen heute meist keine effektiven Stücke (physisch vorhandene -> also tatsächlich gedruckte Aktien) vor, sondern es werden nur die gesammelten Anteile verwaltet. Die sogenannte Sammel- oder Globalurkunde, auf der die Aktien verbrieft sind, wird meist bei einer Wertpapiersammelbank (in Deutschland der Clearstream Banking AG) verwahrt.

Es gibt jedoch noch einige Unternehmen, die effektive Aktien anbieten. Diese Aktien-Urkunden können Sie sich ausliefern lassen, falls Sie Clearstream & Co. misstrauen. Aus dem DAX-Universum gibt es z. B. noch von HeidelbergCement, Henkel, Merck und Metro effektive Aktien. Anders aber als bei Gold erscheint bei Aktien eine physische Auslieferung nicht sinnvoll.

Eine Goldunze können Sie weltweit fast überall zu Geld machen. Für eine Metro-Aktie in Papierform werden Ihnen jedoch nur sehr wenige Händler einen angemessenen Preis bieten. Der Verkauf dürfte speziell in Krisenzeiten fast unmöglich sein. Gleichzeitig sind die Kosten, die bei Auslieferung und Rückgabe entstehen, unverhältnismäßig hoch.

Je nach Bank können pro Transaktion rund 100 Euro Gebühren fällig werden. Hinzu kommt der große zeitliche Aufwand. Das gilt auch im Rahmen der Dividenden-Zahlung. Befindet sich die Aktie in Ihrem Wertpapier-Depot bei Ihrer Bank, wird Ihnen die Dividende automatisch gutgeschrieben.

Besitzen Sie dagegen die Aktie in physischer Form, müssen Sie den Dividenden-Coupon von der Aktie abschneiden und bei Ihrer Bank einreichen. Zusätzlich kommt das Risiko hinzu, dass die privat gelagerten Aktien-Urkunden zerstört werden (Wasser, Feuer) oder durch Diebstahl verschwinden.

Fazit: Die effektiv gehaltenen Aktien verursachen zu hohe Kosten und einen zu großen zeitlichen Aufwand. Einige bei Ebay oder auf Flohmärkten günstig zu ersteigernde Aktien bieten sich allenfalls als Geschenk an.

Aktien des Erotik-Unternehmens Beate Uhse sind „Klassiker“ beim Junggesellenabschied und über die BVB-Aktie freuen sich die Fußballfans von Borussia Dortmund (falls sie nicht bereits beim Börsengang die völlig überteuerten Aktien gekauft und viel Geld verloren haben). Ein ganz anderes Thema ist das Sammeln von historischen Aktien. Das hat jedoch nichts mit einem Börsen-Investment zu tun.

Aktienhandel: Nur über die Börse

Sie können Aktien nicht direkt bei dem Unternehmen kaufen, von dem Sie Anteile erwerben möchten. Aktien werden stattdessen über Börsen gehandelt. Der Vorteil: Sie müssen nur ein paar Handgriffe bei Ihrem Online-Broker tätigen und schon haben Sie Aktien ge- oder verkauft. Der Aktienhandel ist in der heutigen Zeit sehr leicht, schnell und vor allem auch kostengünstig geworden.

Fazit: Ein wichtiger Depot-Baustein

Aktien sind in Ihrem Wertpapier-Depot als Sachwerte sowohl für den Schutz, als auch für den Aufbau Ihres Vermögens bestens geeignet.

10. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.