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Mit dem Marktwert des Fremdkapitals den Unternehmenswert ermitteln

Als Fremdkapital bezeichnet man finanzielle Mittel eines Unternehmens, die nicht der Unternehmer oder der Eigentümer der Firma bereitstellt.

Dazu gehören zum Beispiel Kredite von Banken und Lieferanten. Auch sogenannte Rückstellungen sind Fremdkapital. Das sind Mittel, die das Unternehmen für voraussehbare spätere Zahlungen zurücklegt.

Marktwert des Fremdkapitals zur Berechnung des Unternehmenswertes

Den Marktwert des Fremdkapitals benötigt man teilweise, um den Wert eines Unternehmens zu berechnen. In der Praxis geht man im Allgemeinen davon aus, dass der Marktwert des Fremdkapitals seinem Buchwert in der Bilanz entspricht.

Marktwert kann unter Buchwert des Fremdkapitals liegen

Jedoch sollte man unter Umständen eine Wertminderung vornehmen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Schulden des Unternehmens in Form von Anleihen auf dem Markt sind.

Liegt deren Marktwert nun unter dem Buchwert – notieren sie also zu einem niedrigeren Kurs –, sollte man diese Abwertung auch in der Bilanz vornehmen. Ein niedrigerer Kurs dieser Anleihen kann dabei darauf hinweisen, dass das Unternehmen Gefahr läuft, in Insolvenz zu gehen.

Fremdkapital abzinsen

Andernfalls sollte man man das Fremdkapital eventuell abzinsen. Schließlich handelt es sich bei dem Marktwert des Fremdkapitals um den Barwert des Cashflows an die Kapitalgeber.

Der Diskontierungssatz entspricht dabei in der Regel dem Zinssatz, den man erhalten würde, wenn man das im Unternehmen befindliche Geld in ähnliche Anlagen mit ähnlichem Risiko auf dem Markt anlegen würde.

Discounted-Cash-Flow-Methode zur Bestimmung der Mindestrendite

Die beschriebene Art der Bestimmung des Unternehmenswertes ist die sogenannte Bruttokapitalisierung, auch Entity-Methode genannt. Sie gehört zu den Discounted-Cash-Flow-Methoden. Man wendet sie vor allem im angelsächsischen Raum an.

Ertragswert-Methode ist im deutschen Raum gängig

In Deutschland ist hingegen die sogenannte Ertragswert-Methode gängig. Sie entspricht dem Netto-Ansatz der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei geht man direkt von den Zahlungsströme aus, die den Eigenkapitalgebern zustehen.

Die Summe davon ergibt den Wert des Unternehmens, der in diesem Fall dem Eigenkapital entspricht. Mit beiden Verfahren kann man auch den Wert eines Projekts oder Teilprojektes ermitteln. Viele Unternehmen benutzen sie, um die Mindestrendite eines Projektes zu ermitteln.

Eigenkapital ist gleich Gesamtwert minus Marktwert des Fremdkapitals

Bei der Bruttokapitalisierung berechnet man künftige Zahlungsströme und zinst diese auf den Bewertungsstichtag ab. Das ist der Gesamtkapitalwert. Er beinhaltet unter anderem das Betriebsergebnis vor Zinsen, Abschreibungen – also Werteverlust von Vermögensgegenständen – und langfristige Rückstellungen.

Davon zieht man den Marktwert des Fremdkapitals ab. Heraus kommt der Marktwert des Eigenkapitals, also der Wert des Unternehmens. Dieser Unternehmenswert ist jedoch nicht unbedingt eine exakte Größe. Schließlich handelt es sich vor allem bei den künftigen Zahlungsströmen um Schätzungen.

7. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.