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Mit diesen 10 Fragen müssen Sie bei der Beantragung der Halbwaisenrente rechnen

Einen Elternteil zu verlieren ist für Kinder tragisch und für den Ehepartner bedeutet der Tod des Partners häufig finanzielle Veränderungen. Um im Trauerfall zumindest finanzielle Unterstützung zu erhalten, gibt es die Halbwaisenrente, die Kinder bis zum 18. Lebensjahr oder Kinder in der Ausbildung bis zum 27. Lebensjahr erhalten.

Die Halbwaisenrente wird von der Deutschen Rentenversicherung oder einem anderen Sozialversicherungsträger (zum Beispiel der Unfallversicherung im Falle eines Unfalltods) ausbezahlt und bemisst sich am Rentenanspruch der verstorbenen Person. Sie gilt für leibliche Kinder, Stiefkinder und Pflegekinder und wird individuell berechnet. Um sie zu beantragen müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Diese werden vom Sozialversicherungsträger nach Antragsstellung geprüft.

10 Fragen, die bei der Beantragung der Halbwaisenrente aufkommen

  1. Sind die zurückgebliebenen Kinder leibliche Kinder, nicht-eheliche Kinder bei einer anerkannten Vaterschaft, Pflegekinder oder Stiefkinder? Denn nur diese sind rentenberechtigt.
  2. Ist der verstorbene Elternteil überwiegend für den Unterhalt des Kindes aufgekommen?
  3. Hatte der Verstorbene Rentenansprüche?
  4. War der Verstorbene vielleicht sogar schon in Rente?
  5. Hat der Verstorbene die generelle Mindestversicherungszeit von fünf Jahren, die vom Sozialversicherungsträger vorgeschrieben wird, erfüllt?
  6. War der Verstorbene Berufsanfänger, ist durch einen Arbeitsunfall gestorben oder im Zivil- oder Wehrdienst? Dann gelten Ausnahmen hinsichtlich der Wartezeit.
  7. Ist das Kind minderjährig?
  8. Hat das Kind das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet und befindet sich entweder in der beruflichen oder schulischen/universitären Ausbildung oder in einem freiwilligen ökologischen sozialen Jahr?
  9. Ist das Kind körperlich/geistig behindert und kann für seinen Lebensunterhalt nicht selber aufkommen?
  10. Wird der Antrag direkt nach dem Tod des Elternteils gestellt (die Halbwaisenrente wird maximal ein Jahr rückwirkend ausbezahlt)?

All diese Aspekte müssen im Zusammenhang mit der Beantragung einer Halbwaisenrente geprüft werden und durch entsprechende Nachweise (Rentenansprüche des Verstorbenen, Schul- oder Studienbescheinigung, Unterhaltszahlungen etc.) belegt werden.

Wie wird die Halbwaisenrente berechnet?

Die Halbwaisenrente beträgt 10 % des Rentenanspruchs, den der Verstorbene zum Todeszeitpunkt hatte. Zusätzlich zu diesen prozentualen Beträgen wird ein Zuschlag gezahlt, der von der zurückgelegten rentenrechtlichen Zeit des Elternteils abhängt.

Die Berechnung erfolgt individuell und ist sehr komplex – fachkundige Berater der Deutschen Rentenversicherung können Betroffenen im Ernstfall weiterhelfen.

Bei der Berechnung der Halbwaisenrente für ein Kind, das sich in der Ausbildung befindet, wird nach der Vollendung des 18. Lebensjahres das eventuelle Einkommen berücksichtig. Hierzu zählen das monatliche Gehalt (zum Beispiel aus der Berufsausbildung oder aus einem studentischen Nebenjob), ein eventuelles Mutterschaftsgeld, Krankengeld und sonstige Renten, die beim Überschreiten des Freibetrags auf die Halbwaisenrente angerechnet werden. Der Freibetrag liegt im Jahr 2015 für die alten Bundesländer bei 514,10 € und für die neuen Bundesländer bei 476,08 €.

26. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.