Mit dieser Zertifikate-Konstruktion werden Einsätze garantiert

Wer sein breit diversifiziertes Portfolio um Spielvarianten beliebiger Anlagestrategien bereichern will, wird bei Zertifikaten fündig. Mit ihnen kann man indirekt in die verschiedensten Anlageklassen als Basiswert investieren. Einige verwenden zur Absicherung eine Konstruktion mit speziellen Anleihen.

Kapitalschutz-Zertifikat: Definition und Varianten

Wer auf Nummer Sicher gehen und sein Risiko gering halten will, kann sich in der enormen Angebotsvielfalt an Oberbegriffen orientieren. Ein Kapitalschutz-Zertifikat ist per Definition ein Investment, bei dem die Rückzahlung des angelegten Geldes gewährleistet wird.

Doch nicht nur beim Kapitalschutz-Zertifikat gilt diese Definition. Sie trifft ebenso auf Garantie-Zertifikate zu. Von den unterschiedlichen Namensgebungen der Anbieter darf man sich nicht verwirren lassen – es geht im Prinzip um dasselbe. Allerdings gibt es im Detail wichtige Unterschiede und Abweichungen.

Nicht alle Kapitalschutz-Zertifikate bieten die gleichen Konditionen. Einheitlich sind lediglich zwei Aspekte: Die garantierte Summe bezieht sich nicht auf den Kurs, sondern den Emissionspreis. Und zurückgezahlt wird stets am Ende der Laufzeit.

Abgesehen davon gibt es Varianten, bei der die Rückzahlung in voller Höhe garantiert ist, bei anderen mit einem vorab festgelegten Abschlag. Einige verbinden die Zahlungshöhe mit bestimmten Bedingungen, während andere sie wiederum andere nach und nach anpassen.

Gewinn oder nur minimaler Verlust

Das Prinzip: Läuft alles wie gewünscht, bekommt man am Stichtag seinen Einsatz plus Gewinn, wenn es schief geht, zumindest das eingesetzte Kapital entsprechend der jeweiligen Konditionen. Wie erwähnt, kann die Garantiesumme etwas unter dem vollen Betrag liegen – üblich sind 95%.

Was den Emissionspreis angeht, so muss man beim Blick auf die Kursentwicklung das Bezugsverhältnis im Auge behalten. Das erlaubt etwa bei einem Zertifikat, das einen Index abbildet, nur in einen Bruchteil von dessen Wert zu investieren. Legt der Index zu, erhält man entsprechend nur den jeweiligen Anteil vom Gewinn. Verliert der Index indes, erhält man am Stichtag zumindest die vereinbarte Garantiesumme.

Null-Kupon-Anleihe plus Option

Die Garantie ergibt sich aus der Konstruktion. Ein Kapitalschutz-Zertifikat besteht aus Null-Kupon- Anleihen und einer Call-Option. Null-Kupon-Anleihen schütten zwar keine Zinsen aus, dafür erhält man sie am Ende sozusagen gebündelt als Aufschlag auf den billigeren Kaufpreis zurück. Diese Anleihen sichern den investierten Betrag beim Zertifikat. Und die Call-Option sichert den Gewinn.

Je niedriger der Einstiegspreis für eine Null-Kupon-Anleihe ist, desto mehr Geld kann in die Option gesteckt werden. Das ist immer dann der Fall, wenn die Marktzinsen hoch sind, was mit der Eigenart von Anleihen zu tun hat: Bei höheren Zinsen ist der Kurs niedriger und umgekehrt. Deshalb empfiehlt es sich unbedingt, beim Kauf eines Garantiezertifikats auf die aktuellen Zinsen zu schauen.

Kosten und Gewinnbegrenzung

Insgesamt bieten die Sicherheitszertifikate Gewinnchancen bei minimalem Verlustrisiko. Am Ende der Laufzeit erhält man einen festgelegten Prozentsatz seines eingezahlten Kapitals, wobei die erhöhte Sicherheit ihren Preis hat: Von einer positiven Entwicklung profitiert man nur minimal.

Gut ein Drittel aller Kapitalschutz-Zertifikate sind mit einer Gewinnbegrenzung versehen. Außerdem werden meist Ausgabeaufschläge von 1-2% berechnet. Dafür wiederum liegen die Renditen über denen von Anleihen oder Festgeldern.

7. November 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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