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Mit einem Tarif mit Selbstbehalt wetten Krankenversicherte auf ihre Gesundheit

Eigentlich bieten alle gesetzlichen Krankenkassen zu einem einheitlichen Beitragssatz ähnliche Leistungen an. Zumindest ein Grundspektrum wird von allen Kassen gleichermaßen abgedeckt und von Kasse zu Kasse durch besondere Zusatzleistungen ergänzt.

Nun gibt es aber auch die Möglichkeit einen Krankenkassentarif mit Selbstbehalt abzuschließen und auf diese Weise noch Geld zu sparen. Bei diesem Tarif erhalten Versicherte eine Prämie, tragen aber auch das Risiko draufzuzahlen, wenn sie doch eine Behandlung aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls benötigen.

Krankenkassen locken mit Prämien

Ein Tarif mit Selbstbehalt in der gesetzlichen Krankenversicherung ist nichts anderes als eine Wette auf die eigene Gesundheit. Versicherte kriegen eine jährliche Prämie, die sich an ihrem Gehalt bemisst (max. 20 % des Bruttogehalts) und verpflichten sich zu einem Selbstbehalt, wenn sie doch eine Behandlung benötigen. Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sind von diesem Selbstbehalt ausgeschlossen.

Da der Selbstbehalt meist über der Prämie liegt, ist das Risiko hoch draufzuzahlen, wenn doch etwas passiert. Ein Beispiel verdeutlicht das Problem.

Krankenversicherung: Tarif mit Selbstbehalt an einem Beispiel erklärt

Ein Angestellter zahlt im Jahr 2.500 € für seine Krankenversicherung. Mit einem Tarif mit Selbstbehalt erhält er eine Prämie von 500 € und kann seine Kosten somit auf 2.000 € reduzieren. Diese maximale Prämie bedeutet einen Selbstbehalt von 800 €. Der Angestellte war noch nie ernsthaft krank und rechnet auch nicht damit, dass ihm in der nächsten Zeit etwas wiederfährt, sodass er medizinische Leistungen in Anspruch nehmen muss.

Unglücklicherweise stürzt er aber vom Fahrrad und bricht sich einen Arm. Die Behandlung des gebrochenen Arms muss er nun mit einem Selbstbehalt von 800 € mitfinanzieren. Somit liegt sein Krankenkassenbeitrag für das Jahr bei 2.800 €.

Seine Prämie wurde vom Selbstbehalt aufgefressen und er zahlt sogar noch drauf. In einem Tarif ohne Selbstbehalt wäre er mit 2.500 €, unabhängig davon was passiert, besser aufgehoben gewesen.

Wetten Sie nicht auf Ihre Gesundheit

Gesundheit ist nichts worauf man wetten sollte. Es kann jederzeit passieren, dass ein unglücklicher Unfall oder eine Krankheit auftreten, womit man nicht gerechnet hat. Dann einen Selbstbehalt zahlen zu müssen ist teurer, als wenn man den regulären Tarif gezahlt hätte.

Wenn man bereit ist, das Risiko einzugehen und eventuell doch ein paar Hundert Euro im Jahr zu sparen, wenn alles gut geht, dann kann ein Krankenversicherungstarif mit Selbstbehalt eine Option sein. Grundsätzlich empfiehlt sich aber eher ein regulärer Tarif ohne Selbstbehalt, da man nie wissen kann, ob man tatsächlich gesund bleibt.

Vorsicht vor unentdeckten Krankheiten

Für Menschen, die regelmäßig zum Arzt gehen, unter einer chronischen Krankheit leiden oder anfällig sind, ist ein Tarif mit Selbstbehalt keine Option. Er eignet sich eher für junge, kerngesunde Personen.

Allerdings liegt das Risiko bei einem Krankenversicherungstarif mit Selbstbehalt darin, dass Versicherte bei Krankheitsanzeichen einen Arztbesuch scheuen, weil er sie die Prämie kosten könnte. Krankheiten können so unerkannt bleiben, was unter Umständen schlimme Folgen haben kann.

27. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.