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Mit Fonds vom Angstbarometer profitieren – naheliegend aber schwer

Ist Volatilität eine Anlageklasse? Diese Frage drängt sich gerade weniger bewanderten Anlegern auf, wenn sie von entsprechenden Investmentangeboten lesen, ist doch Volatilität eher als Risiko bekannt.

Die Volatilität gibt an, in welchem Maße der Kurs einer Investition über einen bestimmten Zeitraum um ihren durchschnittlichen Kurs schwankt und wird meist als Prozentzahl angegeben. Vor allem, wenn die Märkte fallen, kommt Unruhe auf und die Kursschwankungen werden höher. Deshalb setzen langfristig orientierte Anleger darauf, dass sich derartige Ausschläge über die Zeit glätten. Und tatsächlich finden selbst stärkere Kurssauschläge immer wieder zu ihrem Mittelmaß zurück.

Warum sich Volatilität als Anlageklasse anbietet

Aber auch für kurzfristige Anleger ist die Volatilität nur interessant, wenn sie Verluste einfahren. Um dem zu begegnen, gilt die bekannte Devise, das Risiko zu streuen und das gesamte Anlagegeld auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen.

Der Leitgedanke dabei: Die Anlageklassen sollten möglichst wenig gemeinsam haben, sprich korrelieren. Wenn nun in unruhigen Zeiten am Aktienmarkt die Schwankungen zunehmen, so korreliert die Volatilität nicht mit den fallenden Kursen. Mehr noch, sie läuft völlig gegensätzlich.


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Mit diesem Verhalten eignet sich die Volatilität als eigene Anlageklasse zur Streuung. Aus einem Risikofaktor wird ein Absicherungsinstrument. Im eigenen Index wird die Volatilität verbreitet als Angstbarometer bezeichnet. Einen solchen gibt es für alle wichtigen Aktienindizes: in den USA für den S&P 500 den VIX, für den europäischen Stoxx den VStoxx oder für den Dax den VDax-New. Der alte VDax verliert an Bedeutung.

Wie Vola-Indizes funktionieren

Wichtig ist, deren Grundstruktur zu kennen. Da es keinen Sinn macht, die im Rückblick festgestellte Volatilität darzustellen, kommt es auf die aktuell zu erwartende, die implizite Volatilität an. Die spiegelt sich in den Preisen von Futures bzw. Aktienoptionen.

Werden höhere Wertschwankungen erwartet, verteuern sie sich. Deshalb wird der amerikanische VIX (Volatility Index) an der US-Terminbörse CBOE veröffentlicht. Der VDax-New richtet sich wie der VStoxx nach dem Optionshandel an der Eurex. Basis ist bei allen dreien eine Optionslaufzeit von 30 Tagen.

Anlagemöglichkeiten sind nur indirekt gegeben

Investieren kann man über verschiedene Wege. Zum einen über einen Broker mit Optionen auf steigende Volatilität setzen. Oder beispielsweise mit Discountzertifikaten von sinkenden Werten profitieren. Allerdings ist die Volatilität immer nur eine von mehreren Komponenten, da zugleich in den Basiswert und seine Entwicklung investiert wird.

Außerdem gibt es einen einfachen Zugang über ETFs, die einen Vola-Index abzubilden versuchen oder über verschiedene Fonds. Sie folgen oft völlig unterschiedlichen Ansätzen und Strategien. Das Thema Volatilität ist im Detail nämlich sehr komplex und nur mit Grenzen in handelbare Produkte zu packen. Mit Blick auf mögliche Renditen sind die Zahlen eher enttäuschend – vor allem bei langfristigen Engagements, die dazu vergleichsweise teuer sind.

Sogenannte Rollverluste kosten Geld

Der Grund liegt im Rollverlust. Da Vola-Indizes nicht direkt investierbar sind, müssen Fonds Futures bzw. Optionen handeln. Die haben in der Regel eine kurze Laufzeit von wenigen Monaten. Weil zu Beginn einer jeden Laufzeit die Chance auf Schwankungen größer ist, werden sie gegen Ende hin billiger und müssen durch neue teurere ersetzt werden.

Dieses regelmäßige Rollieren ist kostenintensiv. Eine Rendite setzt daher voraus, dass die tatsächliche Volatilität höher ist als die erwartete. Entsprechend kostet etwa ein ETF auf den VIX 0,8% im Jahr – für die Indexfonds nicht gerade billig. Die Versuche einiger Anbieter, Rollverluste auszugleichen, gelingen nur bedingt.

Spekulation als Glücksspiel

Im Ergebnis: Volatilität als Anlageklasse hat sich in den letzten Jahren zunehmend etabliert. Für Spekulationen mit Unsicherheiten eignen sich die Produkte aber kaum. Wenn, dann nur in kurzen Zeitfenstern, wie etwa Februar letzten Jahres als der VStoxx in 2 Wochen um 15% stieg oder sich im Herbst 2011 gar verdoppelte. Genauso schnell sinken die Werte aber auch wieder.

Insgesamt eigenen sich Vola-Fonds eher als Beimischung zur Diversifikation und auch dann nur zur kurzfristigen Absicherung. Allerdings sind sie für die meisten Privatanleger im Detail schwer zu verstehen und die unterschiedlichen Kursverläufe der Papiere kaum nachvollziehbar.

23. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.