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Bilanzanalyse: Wie Sie richtig vorgehen

Wenn Sie nach Ideen für Ihre Geldanlage suchen oder kurze Informationen über Aktien haben wollen, müssen Sie nicht lange suchen. In jeder Tageszeitung, besonders in den Wirtschaftszeitungen, in jedem Anlegermagazin und auf den meisten Finanzseiten im Internet empfehlen Ihnen diverse „Experten“ täglich eine Vielzahl von Aktien.

Doch trotz der angeblich so „glänzenden Aussichten“ der empfohlenen Unternehmen, kommen die Papiere häufig nicht von der Stelle oder bescheren Ihnen sogar immense Verluste.

Kein Wunder: Wenn Sie mit solchen Analysen oder Hinweisen Ihr Vermögen ausbauen wollen, sollten Sie diese richtig einordnen und bewerten können.

Kurzfristig können gute oder schlechte Nachrichten den Aktienkurs beeinflussen, mittel und langfristig aber nur dann, wenn der Einfluss auf die entscheidenden Bilanz und Unternehmenskennzahlen groß genug ist.

Eine herausragende Bedeutung für Ihre Analyse haben dabei die fundamentalen Daten eines Unternehmens. Die Bilanz als Abbildung der jeweiligen Situation ist dabei eine der wichtigsten Grundlagen für Ihre Entscheidung.

Was Ihnen der Jahresabschluss über die Aussichten eines Unternehmens sagt

Die Bilanz stellt kurz und knapp das Vermögen Ihrer AG (auf der Aktivseite) und das Kapital (auf der Passivseite), bestehend aus Fremd und Eigenkapital, gegenüber. Sie können sie nutzen, um die Vermögensstruktur, die Kapitalstruktur, die Liquidität sowie den Geschäftserfolg des Unternehmens zu analysieren.

Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt Ihnen Informationen zum Zustandekommen des Jahreserfolgs bereit. So erkennen Sie etwa, wie hoch Abschreibungen, Personalaufwand oder Vertriebskosten des Unternehmens gewesen sind.

Im Anhang ihres Jahresabschlusses müssen die AGs Ihnen erläutern, wie die einzelnen Positionen in der Bilanz sowie in der GuV zustande gekommen sind.

Wichtig für Ihre Analyse ist der Lagebericht. Hier erläutert Ihnen der Vorstand den Geschäftsverlauf, der betrachteten Periode und die Gesamtlage der Gesellschaft.

Außerordentlich ergiebig für Ihre Analyse sind Zusatzberichte: Hierin veröffentlicht das Unternehmen Mehrjahresübersichten mit Bilanzdaten, Kennzahlen, Ergebnisdaten, der Dividende und dem Aktienkurs.

Zusätzlich wird hier die Bilanz mit der Vermögensstruktur, der Kapitalstruktur sowie verschiedenen „Deckungsgraden“ aufgearbeitet.


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Ebenso finden Sie hier Finanzierungsrechnungen wie den Cashflow und Ergebniskennzahlen, die über die Ergebnisstruktur und die Rentabilität informieren.

Welche Chancen Sie mit einer gründlichen Bilanzanalyse haben

Kapitalgesellschaften müssen Ihnen als Anteilseigner Rechenschaft ablegen. Das Gesetz schreibt einen Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz, GuV (Gewinn und Verlustrechnung) dem erläuternden Anhang, sowie einen Lagebericht vor.

Die Bilanzanalyse verschafft Ihnen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage Ihrer Aktiengesellschaft. Diese Informationsquellen sollten Sie nutzen:

  • Durch die umfassende Rechenschaftspflicht muss der Vorstand Ihnen gegenüber nicht nur die Geschäftszahlen, sondern auch deren Zustandekommen erklären.
  • Mit der Bilanz und den Erläuterungen können Sie die Ertragskraft anhand der Umsätze, Geschäftsaussichten und Kostenentwicklung selbst abschätzen.
  • Der Lagebericht gibt Ihnen Auskunft über die gesamte Branche, die Sie für weitere Analysen nutzen können.
  • Die Bewertung der Geschäftsrisiken fällt Ihnen wesentlich leichter, wenn Sie die Abhängigkeiten der einzelnen Unternehmensbereiche sehen können. So können Sie zukünftig schnell reagieren, wenn – wie im Fall Bayer – Produkte vom Markt genommen werden müssen.
  • Mit den vorliegenden Zahlen können Sie das Zustandekommen verschiedener Bankanalysen und deren Bedeutung für die Gesamtsituation richtig einschätzen.

Was Sie von einer Bilanzanalyse nicht erwarten können

Aktiengesellschaften haben bilanzielle Wahlrechte, durch die das Ergebnis verzerrt werden kann. Positionen – wie außerplanmäßige Abschreibungen – können die Vergleichbarkeit mit Unternehmen erschweren.

Stille Reserven gehen aus Bilanzen nicht hervor. Sie entstehen durch eine niedrigere Bewertung von Vermögensgegenständen gegenüber einer fairen Markteinschätzung. Bei Prognosen fließen stille Reserven, insbesondere bei Immobilien oft ein und können enttäuschen – wie bei der Deutschen Telekom.

Die Informationen sind vergangenheitsbezogen. Gewinnentwicklungen können demnach nur geschätzt werden.

Wenn Sie die Vor- und Nachteile abwägen, werden Sie erkennen, dass sich die Bilanzanalyse trotz der Bedenken lohnt. Beachten Sie dabei jedoch, dass Sie für die Aktienbewertung nur Branchenvergleiche anstellen sollten und die Unternehmensentwicklung im Zeitvergleich betrachten.

Holen Sie sich die notwendigen Informationen

Die Bilanzen großer AGs werden in Tageszeitungen veröffentlicht. Wenn Sie die Bilanz nebst Anhang und Lagebericht studieren wollen, sollten Sie sich den vollständigen Geschäftsbericht besorgen. Ihre Möglichkeiten:

  • Auf den Hauptversammlungen der AGs wird der Geschäftsbericht verteilt. Termine hierfür entnehmen Sie Tageszeitungen oder dem Internet, etwa bei OnVista.
  • Fordern Sie den Bericht bei der AG an. Die Adressen erhalten Sie über die Telefonauskunft oder über das Internet.
  • Auf der Homepage des jeweiligen Unternehmens werden die Geschäftsberichte bereitgestellt.

24. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.