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Momentum: Schub und Wirkung

Als Autofahrer kennen Sie das: Sie drücken einmal kräftig auf das Gaspedal und Ihr Wagen erhält einen Schub.

Wenn Sie nun den Fuß gleich wieder vom Gaspedal nehmen und nicht auf die Bremse treten, wird Ihr Fahrzeug ausschließlich von diesem Schwung noch eine ganze Weile angetrieben.

Genau so funktioniert das Momentum in der Charttechnik.

Und so wie das beim Auto vorwärts und rückwärts gelingt, lässt sich bei Aktien Auf- und Abwärts-Momentum erzeugen.

Das Momentum zeigt also Schwung und Dynamik einer Kursbewegung und wird durch einen Schub ausgelöst.

Doch worin besteht bei Aktien der Schub?

So entsteht der Schub bei Aktien

Er erfolgt aufgrund der Kursbewegung, die ihrerseits durch die Käufe oder Verkäufe von Investoren initiiert werden.

Hier spielen v. a. die sogenannten institutionellen Investoren wie Investment-, Hedge- und Pensionsfonds, Versicherungen, Banken mit Eigenhandel, Vermögensverwaltungen und ähnliche eine bedeutende Rolle.

Denn: Institutionelle Investoren werden aufgrund der schieren Größe ihre Aktienpositionen nie auf einen Schlag kaufen oder verkaufen.

Sie würden sich durch die so provozierten, ungünstigen Einstiegs- und Ausstiegskurse nur selbst schaden. Daher verteilen die Großinvestoren ihre Käufe und Verkäufe über mehrere Handelstage.

Auf diese Weise entstehen immer wieder neue Schübe, die den Kurs in die eine oder andere Richtung treiben.

Das Momentum kann mithin steigen oder fallen (neue zusätzliche Schübe) oder auch einmal seitwärts tendieren (kein neuer Schub).

So interpretieren Sie das Momentum im Chart

Es macht aber einen Unterschied, ob die Bewegung im positiven Bereich, also oberhalb der Nulllinie, oder im negativen, also unterhalb der Nulllinie, stattfindet.

Und so sind die Bewegungen des Momentums zu interpretieren:

Momentum im positiven Bereich (über Nulllinie)

  1. Momentum steigt: In diesem Fall wird eine zunehmend positive Schwungkraft des Marktes angezeigt. Der Aufwärtstrend ist intakt und gewinnt an Dynamik.
  2. Momentum tendiert seitwärts: Der Aufwärtstrend ist und bleibt intakt, wird jedoch nur von einem früheren Kursschub getragen.
  3. Momentum fällt: In diesem Fall wird ein Nachlassen der positiven Schwungkraft des Marktes angezeigt. Die Dynamik des Aufwärtstrends schwächt sich ab.

Momentum im negativen Bereich (unter Nulllinie)

  1. Momentum fällt: In diesem Fall wird eine zunehmend negative Schwungkraft des Marktes angezeigt. Der Abwärtstrend ist intakt und gewinnt an Dynamik.
  2. Momentum tendiert seitwärts: Der Abwärtstrend ist und bleibt intakt, wird jedoch nur von einem früheren Kursschub getragen.
  3. Momentum steigt: In diesem Fall wird ein Nachlassen der negativen Schwungkraft des Marktes angezeigt. Die Dynamik des Abwärtstrends schwächt sich ab.

Im Chart sieht das dann so aus:

sdax mit momentum-phasen-23-07-2015

Der SDAX und die unterschiedlichen Phasen des Momentums

Momentum-Bewegungen im SDAX

Ich habe hier einmal den SDAX ausgewählt, also den Index für den Small Cap-DAX.

Er enthält sozusagen die 50 Größten unter den Kleinen, also Aktiengesellschaften mit einer geringen Marktkapitalisierung.

Für die oben beschriebenen Momentum-Bewegungen habe ich Ihnen im Chart beispielhaft entsprechende Phasen herausgesucht und mit den dazugehörigen Nummern gekennzeichnet.

23. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.