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Monetarismus oder Fiskalismus: Miteinander statt Gegeneinander

Monetarismus und Fiskalismus (Keynesianismus) gelten als strikt gegensätzliche Theorien.

Viele Ökonomen verteidigen – fast schon dogmatisch – einen dieser beiden volkswirtschaftlichen Grundgedanken.

In der realen Wirtschaftspolitik lassen sich beide Modelle jedoch auch kombinieren.

Hier erfahren volkswirtschaftlich interessierte Investoren, wie und wo sich der Montetarismus und der Fiskalismus ergänzen können.

Der Unterschied zwischen Monetarismus und Fiskalismus

Der Fiskalismus (auch Keynesianismus) glaubt an die Effizienz direkter Staatseingriffe zur Steuerung der Wirtschaft. Dazu zählen erhöhte Staatsausgaben und Steuersenkungen, um die Rezession zu bekämpfen.

Diese Staatsausgaben sollen durch erhöhte Staatseinnahmen in Boom-Zeiten finanziert werden. Damit soll das wirtschaftliche Gleichgewicht hergestellt werden.

Mehr zum Thema: Keynesianismus: Eine Definition

Im Monetarismus hingegen wird die Geldpolitik als bestes Mittel zur Steuerung der Wirtschaft angesehen.

Durch eine Erhöhung der Geldmenge kann der Staat die Kreditvergabe – durch Verknappung oder ein erhöhtes Angebot – stark beeinflussen.

Monetaristen raten aber davon ab, die Geldpolitik als Mittel für kurzfristige Interventionen in die Wirtschaft einzusetzen.

Mehr zum Thema: Monetarismus – Ein wirtschaftspolitisches Revival

Solche Eingriffe werden im Monetarismus generell abgelehnt, da sie die Preisstabilität gefährden.

Mehr zum Thema: Die Ziele der Notenbanken – Preisstabilität über alles

Monetarismus und Fiskalismus werden oft überspitzt dargestellt

Besonders in der Anfangsphase der Entwicklung des Monetarismus haben Vertreter der einen oder der anderen Ideologie – aus der Härte der Diskussion heraus – extreme Positionen bezogen.

Sowohl Monetaristen als auch Fiskalisten betonten stets die Alleinvertretungsansprüche ihrer Sicht der Dinge.

Diese extremen Positionen sind wahrscheinlich aus einer überspitzten Betonung der Unterschiede zwischen Monetarismus und Fiskalismus entstanden.

Durch diese Entwicklung wird – auch heute  noch – in der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion übersehen, dass es durchaus Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Ideen gibt.

Fiskalismus oder Monetarismus: Die Konjunktur zählt

Ob fiskalpolitische oder geldpolitische Maßnahmen besser geeignet sind, um eine Volkswirtschaft zu steuern, ist jedoch keine ideologische Frage – sondern eine Frage der Konjunktur.

In Zeiten einer Wirtschaftskrise sind erhöhte Staatsausgaben kurzfristig in der Regel wirksamer als eine geldpolitische Intervention.

Geldpolitische Interventionen – z.B. durch eine expansive Geldpolitik – hatten bisher nur geringe  unmittelbare Folgen für die Realwirtschaft.

Erhöhte Staatsausgaben hingegen führen zu einer unmittelbaren Zunahme der Binnennachfrage und haben deshalb eine direkte Auswirkung auf die Realwirtschaft.

Das Risiko besteht jedoch darin, dass diese Staatsausgaben auch finanziert werden müssen. Deshalb greifen hier Staaten meist gleichzeitig zu geldpolitischen Maßnahmen.

Durch Zinssenkungen und eine Erhöhung der Geldmenge wird versucht, die Zinsaufwendungen für die Staatsschulden zu verringern und gleichzeitig die Steuereinnahmen – durch erhöhten Anreiz für Investitionen – zu erhöhen.

Hier werden also fiskalpolitische Maßnahmen durch monetaristische ergänzt.

Im umgekehrten Fall – also einer Boom-Phase mit starkem Anstieg der Inflation – hingegen sind fiskalistische Maßnahmen nicht von schnellem Erfolg gekrönt.

In diesen Fällen ist eine schnelle Verknappung der Geldmenge (restriktive Geldpolitik) durch die Zentralbanken meist zielführender.

Mehr zum Thema: Restriktive Geldpolitik und ihre Auswirkungen

Um die Inflationsbekämpfung auch mittelfristig wirksam zu gestalten, müssen hier jedoch unterstützend auch fiskalpolitische Maßnahmen gesetzt werden.

Diese fiskalpolitischen Maßnahmen bedeuten in einer Boom-Phase mit Verknappung der Geldmenge eine Steuererhöhung.

Durch diese Steuererhöhung werden wiederum Rücklagen gebildet, um in einer drohenden Rezession durch erhöhte Staatsausgaben eingreifen zu können.

So schließt sich der Kreis zum ersten Beispiel aus diesem Artikel wieder.

Natürlich ist diese Darstellung stark vereinfacht, aber es ist ein guter Ausgangspunkt, um das Zusammenspiel zwischen fiskalpolitischen und monetaristischen Gedankengängen zu verstehen.

Fazit: Fiskalismus oder Monetarismus

Fiskalismus und Monetarismus sind nicht – wie einige Ökonomen behaupten – zwangsläufig Gegenspieler.

Es können auch fiskalpolitische Instrumente mit der Geldpolitik kombiniert werden, um optimale Ergebnisse für die Gesamtwirtschaft zu erzielen.

21. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.