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Münchener Landgericht: MAN-Aktionären steht Nachzahlung zu

In einem vorangegangenen Beitrag haben wir Ihnen bereits davon berichtet, wann Sie bei Übernahme-Gerüchten aufpassen müssen.

Inzwischen hat sich erneut gezeigt, dass einige Investoren nicht den Punkt „Handelsvolumen amerikanischer Übernahme-Kandidaten“ beachtet und zu viel gezahlt haben.

Als Halter von Übernahme-Kandidaten kommt es hin und wieder zu Situationen, die man als Privataktionär nicht kennt.

Dann wird es schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Ich möchte Ihnen hier einige „beliebte“ Fehlerquellen nennen und zeigen, wie Sie richtig reagieren.

Übernahme-Angebote sind Angebote und keine Aufforderungen

Wer nicht gezielt auf Übernahmen setzt, hat dennoch hin und wieder die Aktie eines Unternehmens im Depot, das von einem größeren Konzern geschluckt wird.

Gerade im Mittelstands-Bereich passiert so etwas nicht selten.

Vielleicht sind auch Sie einer der Investoren, die nicht täglich oder wöchentlich ihr Depot kontrollieren und auch nicht jede Neuigkeit zu den Unternehmen mitbekommen.

Plötzlich halten Sie dann ein Bankschreiben in der Hand, in dem Ihnen von der Übernahme berichtet wird.


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Doch was ist zu tun? Das Schreiben ist von der Bank, lang, hat eine Frist, und die Formulierung suggeriert, dass ich etwas machen muss. Doch das ist falsch! Denn das Schreiben ist ein Angebot und eben keine Aufforderung.

Ihnen wird angeboten, die Aktien zu einem festen Preis an den Großaktionär abzugeben. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie das Schreiben einfach ignorieren.

Prüfen Sie das Übernahme-Angebot

Die Frage die sich bei Übernahme-Angeboten zwangsläufig stellt, lautet: Ist der Preis fair?

Sie sollten auf jeden Fall prüfen, ob das Angebot angemessen ist. Erste Anlaufstelle ist dabei immer das Management des Unternehmens.

Hat das Management den Deal mit dem Bieter ausgehandelt und empfiehlt Ihnen die Angebots-Annahme, dann ist das häufig (nicht immer!) auch die richtige Entscheidung.

Sagt das Management dagegen, dass die Offerte zu niedrig ist, sind Sie vermutlich besser beraten, abzulehnen.

Ebenfalls hilfreich ist die Meinung von Analysten; Wenn die geschlossen der Ansicht sind, dass eine Offerte zu niedrig ist, hat das Gründe.

Die 3. Entscheidungshilfe ist die Börse: Notiert die Aktie oberhalb des Angebotspreises, dann ergibht es natürlich keinen Sinn, das Angebot anzunehmen.

Besser ist es dann, über die Börse zu verkaufen – oder investiert zu bleiben und herauszufinden, warum Investoren mehr zahlen wollen als der Bieter mit seiner Offerte bietet.

Glück im Unglück: Gerichte bei Abfindungs-Angeboten auf Ihrer Seite

Nicht nur bei Übernahme-, sondern auch bei Abfindungs-Angeboten im Zuge eines Beherrschungs- und Gewinnabführungs-Vertrags erhalten Aktionäre Bankschreiben.

Wer nicht aufmerksam ist, nimmt dann fast immer einen äußerst schlechten Angebotspreis an. Denn der gebotene Preis liegt so gut wie immer unter dem Börsenkurs der Aktie.

Einigen Lesern ist dies bei MAN passiert. Der LKW-Bauer hat mit Großaktionär VW einen solchen Vertrag ausgehandelt. Der Vertrag sah eine Abfindungs-Zahlung von 80,89 € vor. Der Börsenkurs lag allerdings weitaus höher.

Glücklicherweise erhalten diejenigen, die damals unwissentlich das Angebot annahmen, nun voraussichtlich eine Nachzahlung.

Denn das Münchener Landgericht stellte fest, dass die Abfindungshöhe zu niedrig war. Statt der 80,89 € hätten die Aktionäre 90,29 € je Anteilsschein erhalten müssen.

Wenn VW die Entscheidung akzeptiert, erhalten die Aktionäre also eine Nachzahlung von rund 10 € je Aktie. Das ist natürlich nur fair, wenn berücksichtigt wird, dass eigentlich irrtümlich angenommen wurde.

Am besten ist jedoch, wenn Sie erst gar nicht in so eine Situation geraten. Bei Übernahme-Angeboten gilt: Angenommen ist angenommen, und die Nachzahlung für MAN-Aktionäre ist auch keine Selbstverständlichkeit.

Prüfen Sie also stets Ihre Bankschreiben und unterscheiden Sie Angebote von Aufforderungen!

11. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.