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Nachlassregelungen: Kostenfalle oder sinnvoll?

Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Die Sparkasse berechnete für die Nachlassbearbeitung eine Gebühr in Höhe von 1 Promille der geerbten Summe. Der Kunde ärgerte sich sehr darüber und fühlte sich ungerecht behandelt. Aber hier von ungerechtfertigten Gebühren zu sprechen, ist ein bisschen schwierig.

Jährlich werden in Deutschland rund 150 Milliarden Euro vererbt, wovon der Staat gleich seinen Anteil fordert. Meistens trifft die Vermögenden selbst die Schuld an den hohen Steuern. Wenn sie nämlich keine ausreichende Nachlassregelung getroffen haben, schadet das meist nur den Erben.

Der größte Teil der Bankkunden sind Senioren. Circa 70 Prozent haben sich bis jetzt noch nicht mit dem Thema Nachlassregelung beschäftigt. Das für die Banken hier ein enormes Potenzial steckt, ist klar ersichtlich. Aber wenn die Bank sie bei Ihrer Vermögensverwaltung und einer Vermögensübertragung unterstützt, dann hat sie auch Anspruch auf Gebühren.

Nachlassregelungen: Vollmacht als A und O

Wenn Sie selbst keine Vorsorge betreiben, dann geht sehr viel mehr von Ihrem Erbe verloren als nur die Bankgebühren. Oft ist es bei einem Todesfall wichtig, dass ein Bevollmächtigter sofort über das Erbe verfügen kann, damit ausstehende Zahlungen sofort vorgenommen werden können – zum Beispiel die Beerdigungskosten, die oft sehr teuer sind.


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Wenn keine Bankvollmacht erstellt wurde, dann haben die Angehörigen oft das Nachsehen. Denn meist dauert es einige Wochen, bis ein Erbschein ausgestellt wurde. Und die Banken dürfen nicht auszahlen, solange kein Erbschein oder ein Bankvollmacht vorliegt.

Als Inhaber einer Kontovollmacht sollten Sie Folgendes beachten: Falls Sie nicht der eigentliche Erbe sind, dürfen Sie zwar über das Geld verfügen, müssen es jedoch später an den Erben zurückzahlen. Der Erbe selber jedoch kann gegenüber der Bank keinen Anspruch geltend machen, denn die Bank hat aufgrund der Vollmacht das Geld zu Recht ausgezahlt.

Bankkonto: Auf welchen Namen?

Sie können am einfachsten für Ihre Erben vorsorgen, indem Sie ein Bankkonto auf den Namen des Begünstigten einrichten. Mit einem Sperrvermerk verhindern Sie, dass der Erbe bereits zu Ihren Lebzeiten auf das Konto zugreifen kann.

Eine andere Alternative ist das Gemeinschaftskonto in Form eines Oder-Kontos. Allerdings kann jeder der Kontoinhaber alleine und unbeschränkt über das Konto verfügen. Hier ist also viel Vertrauen nötig. Die Banken sind seit einer Bundesgerichtshof-Entscheidung vom November 2004 auch dazu berechtigt, Testamentsvollstreckungen durchzuführen.

Diese Tatsache, dass der BGH zugestimmt hat, dass diese Dienste Banken anbieten und auch damit werben dürfen, hat bei vielen Banken zu einem neuen Geschäftsfeld „Nachlassregelung“ geführt. Denn bei einer Testamentsvollstreckung geht es vor allem um wirtschaftliche und nicht nur rechtliche Gesichtspunkte.

Ein Blick in die AGB lohnt sich

Ob es sich also bei dem oben beschriebenen Fall um missbräuchlich hohe Gebühren handelt, lässt sich nur schwer ermitteln. Ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank wird wahrscheinlich ergeben, dass die Gebühr der Bank berechtigt war. Lesen Sie das Preisverzeichnis Ihrer Bank sorgfältig auf die Gebührenregelung hin durch.

Fragen Sie auch bei Ihrem Bankberater nach, welche Kosten auf die Erben zukommen, wenn Ihnen plötzlich etwas zustößt. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für dieses Thema und sorgen Sie vor. Der erste Schritt ist die Erteilung einer Bankvollmacht an eine Person Ihres Vertrauens. Denn vor plötzlicher Krankheit oder Tod ist niemand geschützt.

13. Januar 2006

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".