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Nationale Notenbanken – Präsidenten haben großen Einfluss

Die Präsidenten der nationalen Notenbanken betreiben teilweise eine sehr unterschiedliche Geldpolitik.

Während die einen versuchen, die Unabhängigkeit der Notenbanken zu wahren und eine stabile Geldpolitik zu betreiben, setzen andere Notenbankchefs eher auf die Maßnahme des billigen Geldes.

Die Präsidenten der nationalen Notenbanken und ihr Einfluss

Gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) bilden die nationalen Notenbanken der Europäischen Währungsunion (EWU) das Europäische System der Zentralbanken (ESZB).

Im EZB-Rat sitzen die Präsidenten aller nationalen Notenbanken, die als Währung den Euro führen. Hier bietet sich ihnen die Möglichkeit, an der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Geldpolitik mitzuwirken.

Während Notenbanken innerhalb eines Staatsgebietes für die Überwachung des Bankensystems und die Geldpolitik zuständig sind, übernimmt die EZB diese Aufgabe für den Euro-Raum.

Die ausführenden Organe sind letztendlich die nationalen Notenbanken der teilnehmenden Staaten.

Da die nationalen Zentralbanken weisungsgebunden sind, sind die Entscheidungen der EZB insbesondere in Zeiten der Euro-Krise für jeden Teilnehmerstaat von großer Bedeutung.

Mehr zum Thema: Notenbanken als Retter in der Finanzkrise?

Deutsche Bundesbank gegen Anleihekäufe von Krisenstaaten

Die Deutsche Bundesbank sieht die Geldpolitik der EZB durchaus kritisch.

Auch die Maßnahme der EZB, Anleihen von Krisenstaaten über die nationalen Notenbanken zu kaufen, stößt bei den deutschen Währungshütern auf Ablehnung.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, befürchtet gar eine Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik und eine damit einhergehende Einbuße der Unabhängigkeit der EZB.

Der Bundesbankchef sieht zudem die Gefahr von Begehrlichkeiten, die durch eine massive Unterstützung von Krisenstaaten geweckt werden könnten.

Geldpolitik anderer Präsidenten nationaler Notenbanken

Die Ansätze der Notenbanken aus den USA und Japan unterscheiden sich von den europäischen Ansichten. In den USA setzt Notenbankchef Bernanke weiter auf die Geldflut, um die strauchelnde Wirtschaft zu stabilisieren.

Denn der Auftrag der Federal Reserve (Fed) beinhaltet nicht nur die Wahrung der Preisstabilität, sondern auch einen möglichst hohen Beschäftigungsgrad.

Laut Notenbank-Präsident Bernanke könnte die hohe Arbeitslosenquote gravierende Folgen für die amerikanische Wirtschaft haben.

Ein Kurswechsel ist demnach bis zu einer ersichtlichen Wende auf dem Arbeitsmarkt nicht zu erwarten. Auch die Mahnungen vor einer drohenden Inflation ändern wenig an der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank.

Mehr zum Thema: Notenbanken treiben Preise in die Höhe

Auch Japan befürwortet die expansive Geldpolitik. Die Schwächung des Yen und die damit verbundene Stärkung der exportlastigen Wirtschaft ist das oberste Ziel des Präsidenten der nationalen Notenbank Bank of Japan (BoJ), Haruhiko Kuroda.

Die lockere Geldpolitik ist unter anderem dem Druck der japanischen Politik auf die Notenbank geschuldet.

Notenbankchefs müssen unabhängig agieren können

Die Rolle der Präsidenten der nationalen Notenbanken ist nicht zu unterschätzen. Sie bestimmen die Geldpolitik ihres Landes und sind somit sowohl für den wirtschaftlichen Auf- als auch Abschwung mitverantwortlich.

Die Einflussnahme der Politik auf die Notenbanken ist jedoch kritisch zu sehen. Hier vermischen sich politische Interessen der Fiskalpolitik mit geldpolitischen Maßnahmen.

5. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.