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Nebenberuflich Selbstständig: Hierauf müssen Sie als Angestellter achten

Viele Existenzgründer wagen den Schritt in die Selbstständigkeit etappenweise und machen sich zunächst nebenberuflich selbstständig. Damit liegen Sie voll im Trend, denn die nebenberufliche Selbstständigkeit boomt und macht ca. die Hälfte aller Neugründungen in Deutschland aus.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Geschäftskonzept kann erst einmal getestet werden, ohne dass sich der Sozialversicherungsstatus ändert oder ein regelmäßiges Einkommen eingebüßt wird. Allerdings sollte auch die nebenberufliche Selbstständigkeit gut vorbereitet sein.

Nebenberuflich vs. hauptberuflich selbstständig: Abgrenzung nicht immer eindeutig

Die Tatsache, ob es sich bei einer Selbstständigkeit um eine neben- oder hauptberufliche Selbstständigkeit handelt, kann große Auswirkungen auf den sozialversicherungsrechtlichen Status haben.

Die Einordnung erfolgt anhand verschiedener Kriterien. Der Grundgedanke dahinter ist zu bestimmen, welche Beschäftigung den Arbeitsmittelpunkt bildet.

Als nebenberuflich selbstständig gilt, wer in der Woche regelmäßig weniger als ca. 18 Stunden die Woche selbstständig arbeitet. Außerdem sollte das Einkommen aus der nebenberuflichen Tätigkeit  das Arbeitseinkommen nicht übertreffen. Wird im Rahmen der Selbstständigkeit ein Mitarbeiter beschäftigt, so wird ebenfalls eine hauptberufliche Selbstständigkeit unterstellt.

Sozialversicherung und Steuern für nebenberuflich Selbstständige

Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit müssen keine zusätzlichen Sozialabgaben gezahlt werden. Jedoch kann sich das erzielte Einkommen auf die Höhe des Krankenversicherungsbeitrages auswirken, sodass die Rücksprache mit der Krankenkasse unbedingt erforderlich ist, um Nachforderungen zu vermeiden. 

Einkünfte aus einer Nebentätigkeit unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Dies bedeutet, dass beide Einkommensarten in jedem Fall zusammen versteuert werden. Die Steuerbelastung des Zusatzeinkommens aus Selbstständigkeit wird häufig unterschätzt und kann zu unerwarteten Steuernachzahlungen führen.

Arbeitgeber informieren ratsam

Ob und in welchem Umfang sich ein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter Arbeitnehmer einer nebenberuflichen Selbstständigkeit widmen darf, ist unter anderem im Arbeitsvertrag geregelt. In manchen Fällen bedarf es der Zustimmung durch den Arbeitgeber. Achten Sie auf alle Fälle darauf, dass Ihre Geschäftsidee nicht in Konkurrenz zum Unternehmen Ihres Arbeitgebers steht und dass sie durch die nebenberufliche Selbstständigkeit ihre „Pflichten als Arbeitnehmer nicht vernachlässigen.

Kleinunternehmerregelung greift oft für nebenberuflich Selbstständige

Die meisten nebenberuflich Selbstständigen erzielen in der Anfangsphase einen relativ geringen Umsatz und gelten somit als Kleinunternehmer. Als solche können sie sich auf Antrag von der Umsatzsteuer befreien lassen (Umsatzsteuergesetz § 19). Als Kleinunternehmer gilt, wer im vergangenen Kalenderjahr einen Umsatz von maximal 17.500 Euro, und im laufenden Kalenderjahr von maximal 50.000 Euro erzielt hat.

Hohe Belastung durch Nebenerwerb

Die Nebenberufliche Selbstständigkeit bietet viele Vorteile, insbesondere ein geringeres Risiko und weniger zeitlichen Druck, schnell einen Lebensunterhalt erwirtschaften zu müssen.

Bedenken Sie jedoch, dass eine nebenberufliche Selbstständigkeit eine Doppelbelastung darstellt, die das Privatleben stark einschränken kann. Außerdem kann nicht jede Art von Unternehmen effektiv im Nebenerwerb geführt werden. Für manche Kunden kann der Umstand einer nebenberuflichen Selbstständigkeit negativ ausgelegt werden. Gleiches gilt für Geschäftspartner und Lieferanten.

21. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Nina Tack
Von: Nina Tack. Über den Autor

Nina Tack ist Volkswirtin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Wirtschaft und Finanzen.