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Negativer Deckungsbeitrag – Produktion ist zeitweise trotzdem sinnvoll

Der Deckungsbeitrag errechnet sich aus der Differenz zwischen dem erzielten Umsatz und den variablen Fixkosten.

Mehr zum Thema: Deckungsbeitrag gleich Erlösüberschuss

Fällt dieser Betrag negativ aus, spricht man von einem negativen Deckungsbeitrag.

Von der Herstellung eines Produktes wird in diesen Fällen zumeist abgeraten. Doch manchmal kann auch ein negativer Deckungsbeitrag sinnvoll genutzt werden.

Vergleich positiver und negativer Deckungsbeitrag

Zur näheren Erklärung des negativen Deckungsbeitrages ist ein kurzer Vergleich mit dem positiven Deckungsbeitrag angebracht.

Beim Verkauf eines Produktes wird ein bestimmter Umsatz erwirtschaftet. Die variablen Kosten werden nun um diesen Verkaufserlös reduziert.

Nach Abzug der variablen Kosten müssen auch die Fixkosten abgedeckt werden. Verbleibt nach dieser weiteren Reduzierung ein positiver Betrag, ist von einem positiven Deckungsbeitrag die Rede.

Die Herstellung und der Verkauf des Produktes erwirtschaften somit Gewinn.

Beim negativen Deckungsbeitrag sieht das entsprechend anders aus. Der Umsatzerlös kann die Kosten nicht mehr abdecken. Spätestens nach Abzug der Fixkosten übersteigen die Forderungen den Verkaufserlös.

In diesem Fall spricht man von einem negativen Deckungsbeitrag. Das Produkt sollte vom Markt genommen werden, da sich die Produktion oder auch der Verkauf nicht mehr rechnen.

Produktion trotz negativem Deckungsbeitrag

Im Einzelfall kann die Herstellung eines Produktes für ein Unternehmen trotz negativem Deckungsbetrag Sinn ergeben.

Verschiedene Möglichkeiten bieten eine Chance, Produkte mit negativem Deckungsbeitrag doch noch zu einem positiven Gesamtergebnis zu führen.

Dabei können z.B. Verbundkäufe helfen, wenn diese durch ein Produkt mit negativem Deckungsbeitrag ausgelöst wurden.

Beispiel Supermarkt: Da Kunden nicht viele verschiedene Geschäfte für ihren Einkauf nutzen möchten und in der Regel ein großes Sortiment zu schätzen wissen, lohnen sich zuweilen Produkte mit negativem Deckungsbeitrag.

Der Kunde wird gleichzeitig zu Käufen von Produkten mit positivem Deckungsbeitrag angeregt.

Somit hat das Produkt mit dem geringen Umsatz oder den zu hohen Produktionskosten unter Umständen trotzdem zu einem Gewinn für den Supermarkt geführt.

Ein weiterer Grund, Produkte mit negativen Deckungsbetrag nicht gleich auszusortieren: Bestimmte Produkte mit negativem Deckungsbeitrag ziehen Folgekäufe mit hohem Deckungsbeitrag nach sich.

Als Beispiel wäre der Kauf eines günstigen Druckers zu nennen. Dessen Druckpatronen können sogar teilweise die Anschaffungskosten des Druckers sprengen.

Manchmal liegt der Fehler auch ganz einfach in einer ungünstigen Kalkulation. Eine verbesserte Kalkulation kann bei Folgeaufträgen eventuell noch zu einem positiven Gesamtergebnis führen.

Das Produkt kann dann im Sortiment verbleiben und nach einer schleppend anlaufenden Anfangsphase noch Gewinn einbringen.

Negativer Deckungsbeitrag versus positiver Deckungsbeitrag

Natürlich sind Hersteller vorrangig daran interessiert, Produkte mit einem positiven Deckungsbeitrag herzustellen. Der Gewinn ist in diesen Fällen klar ersichtlich.

Bei Produkten mit negativem Deckungsbeitrag gestaltet sich die positive Sicht auf das Produkt etwas schwieriger.

Dennoch sollten auch diese Produkte nicht alle sofort aussortiert werden. Auch sie können eventuell gewinnbringend eingesetzt werden.

6. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.