Hoffentlich hatten Sie ein besinnliches Weihnachtsfest.
Die Börsenentwicklung kurz vor den Feiertagen hat in vielen Fällen geholfen, etwas ruhiger in die Festtage zu gehen.
Der Jahreswechsel steht bevor - und verheißt ebenfalls zunächst ruhigere Tage. Nur an einigen Märkten braut sich etwas zusammen.
Aktienmärkte zunächst ruhig
Zunächst können Sie in den kommenden Tagen für die Aktienmärkte vergleichsweise ruhige Entwicklungen erwarten. Der Dax steht zwar nach den jüngsten Kurseinbrüchen immer noch unter Beobachtung, hat sich aber erholt. Dies sehen Sie auch daran, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) weiterhin mit etwa 9 sehr niedrig ist.
Nur bei neuen Gewinnschätzungen wäre dieser Wert stark nach oben geklettert - und hätte Verkaufsimpulse ausgelöst. So aber ist der aktuelle Kurs recht gut abgesichert. Eine wesentliche Unterstützung kommt aus den USA.
Der Dow Jones sowie die Indizes Nasdaq und S&P 500 haben sich nach schwächerem Beginn am Freitag noch nach oben gehangelt. Damit aber steht steigenden Kursen in Deutschland an diesem Dienstag zunächst nichts im Weg. Wohlgemerkt: leicht steigenden Kursen.
Problem: Zinsen und Gold
Weiterhin aber bleiben einige Fragezeichen am Markt. Die Preise für Zinsen oder Gold stehen auf dem Prüfstand. Gold wird mit einem Wert von 1.607 Dollar/Unze niedriger gehandelt als nötig, um für die nächsten Tage auf der sicheren Seite zu sein.
Das gelbe Edelmetall steht unter der 200-Tage-Durchschnittslinie, die vielen technischen Analysten als entscheidende Trendmarke gilt. In diesem Sinn befindet sich Gold im Abwärtstrend.
Fraglich ist, wieviel Einzelinvestoren und Fonds auf diesen Zustand reagieren werden, falls der Preis noch einmal unter 1.600 US-Dollar sinken sollte.
Lösen sich dann viele Verkaufsmarken, kann es mit dem Goldpreis schnell Richtung 1.500 US-Dollar nach unten gehen. Für Goldinvestoren an sich kein Problem, da die Schwankungen zum Gold gehören. Nur wird dies in den nachrichtenarmen Tagen zwischen den Jahren zu den Schlagzeilen am Markt gehören.
Daher: Falls Sie auf Gold setzen und nicht auf Tagesschwankungen reagieren wollen, achten Sie bei einem größeren Kursrutsch dieser Tage nicht auf die zweifellos möglichen Schlagzeilen, wenn der Kursverfall losgeht.
Gold hat weiterhin das Potenzial für den Angriff auf die Hürde von 2.000 US-Dollar pro Unze. China kauft immer noch nach.
Zinsen: Anstieg jederzeit möglich
Die europäischen Regierungen haben jüngst erneut bestätigt, dass sie die Probleme der Eurozone in den Griff bekommen werden. Dr. Schäuble rechnet beispielsweise mit Schwierigkeiten, betont aber, diese seien überwindbar.
Auf der anderen Seite stehen Berichte über Krisenszenarien der Geschäftsbanken. Diese spielen mittlerweile die Krise durch und bereiten sich sogar auf Währungsreformen vor. So jedenfalls kommt es aus der etwas ernster zu nehmenden Gerüchteküche, die durch die großen Medien geisterte.
Unabhängig davon gilt die Warnung vor steigenden Zinsen. Noch hält die EZB (europäische Zentralbank) den Preis für Geld niedrig, jedenfalls am kurzen Ende (bei kurzen Laufzeiten). Durch den Kauf von Anleihen oder durch die Vergabe günstiger Kredite an Geschäftsbanken beeinflusst sie den Marktzins massiv.
Unter der Decke aber rumort es - die langfristigen Zinsen zeigen, dass jederzeit ein Anstieg bei Zinsen möglich ist. Das kann sogar zwischen den Tagen bereits zum zentralen Thema an den Finanzmärkten werden.
Sobald eine Rating-Agentur in nachrichtenarmer Zeit medienwirksam den Daumen über einem Staat senkt, sind steigende Zinsen möglich. Vorsicht:
* Die Zinsen werden nicht explodieren, aber vorläufig nicht umkehrbar steigen. Wer Kredite über 100.000 Euro aufnimmt, würde bei einem Anstieg um 0,2%-Punkte bereits 200 Euro allein pro Jahr zahlen müssen.
* Steigende Zinsen können auch die Aktienmärkte negativ beeinflussen. Zwar ist das Zinsniveau dann weiter niedrig und nicht unternehmensgefährdend, aber die Stimmung würde kurzfristig leiden. Rechnen Sie für den Fall leicht steigender Zinsen mit aufkommender Unruhe an den Börsen.
* Schließlich werden steigende Zinsen in dieser oder in den nächsten Wochen aber vor allem Versicherungen noch einmal in die Schlagzeilen bringen. Die jetzt geplanten Überschussrenditen für das laufende Jahr sind neidriger als Kunden es erwarten. Im kommenden Jahr würden steigende Zinsen und sinkende Überschussrenditen gegeneinander laufen. Schlagzeilen sind garantiert.
Die Empfehlung: Falls die Zinsen dieser Tage leicht steigen sollten, ist dies keine Überraschung. Die Märkte werden zwar unruhig reagieren, an der grundsätzlichen Ausrichtung in einem Vorsorge-Depot jedoch ändert sich nichts. Aktien werden dauerhaft zu den Gewinnern zählen, Anleihen werden zusehends unattraktiver.
Nutzen Sie im Zweifel diese Tage, um Anleihen aus dem Depot zu nehmen. Eine Alternative sind nicht nur Aktien, sondern auch der oft empfohlene Genussschein von Bertelsmann. Gut 7% Rendite sind immer noch möglich.


