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Neue Player am Energiemarkt: RWE und E.on mit Abspaltungen

In gewissen Abständen gliedern Unternehmen Geschäftsbereiche in eigenständige Firmen aus, die dann an die Börse gehen.

Zunächst entstehen Altaktionären keine Verluste, weil man zum Ausgleich entweder Gratispapiere des neuen Unternehmens bekommt oder sein Bezugsrecht an der Börse verkaufen kann. Wichtig ist, ob der Spin-Off ein Ausverkauf oder eine sinnvolle Neugliederung ist.

Energieversorger Eon und RWE mit Abspaltungen

Derzeit beschäftigen Abspaltungen der Energieversorger Eon und RWE den Finanzmarkt. Seit der Energiewende sind die Zeiten vorbei, in denen große Energietitel als zuverlässige Rendite- und Dividendenbringer galten. Um nicht irgendwann von der Bildfläche zu verschwinden, werden mit den Abspaltungen beider Energieversorger zukunftsorientierte Geschäfte von der herkömmlichen Energieproduktion getrennt und ausgegliedert.

In der Folge erscheinen mit den Abspaltungen der Energieversorger zwei weitere Unternehmen auf dem Börsenparkett. Der Eon Spin-Off mit Namen Uniper ist bereits gelistet, und RWE bereitet den Börsengang von Innogy vor. Angesichts veränderter Rahmenbedingungen ist die Trennung zwischen „neuer“ und „alter“ Energie notwendig.

Die aber verläuft in beiden Fällen mit umgekehrten Vorzeichen, was zu neuen Mustern führt. Während sich Eon und Innogy auf vorwiegend neue Energieformen konzentrieren, beackern RWE und Uniper eher das Feld der herkömmlichen Produktion.


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Wer macht was?

Eon behält den Bereich der „sauberen“ Stromversorgung mit Wind- und Solarenergie, gleichzeitig aber auch bestehende deutsche Kernkraftwerke und das Versorgungsnetz. Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland gehen an Uniper. Allerdings kommen hier noch Wasser- und Kernkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel hinzu.

RWE indes behält Kohle- und Gaskraftwerke plus Energiehandel. Ökostrom sowie die Strom- und Gasversorgungsnetze gehen an die Erneuerbare-Energien-Tochter Innogy. Weil dieses Zukunftsgeschäft gut 80% der Gewinne von RWE ausmacht, will der Traditionsversorger Mutterkonzern mit Mehrheitsbeteiligung bleiben. RWE will 10% der Anteile von Innogy über eine Kapitalerhöhung auf den Markt bringen.

Eon indes hält einstweilen nur noch eine Minderheitsbeteiligung von 47% an Uniper. Altaktionären wurde für jede zehnte Aktie eine Uniper-Aktie ins Depot gebucht. Damit war Uniper kein klassischer Börsengang im Stil eines IPO – im Gegensatz zu Innogy.

Pauschale Beurteilung schwierig

Vereinfacht lässt sich die ganze Neuordnung so auf den Punkt bringen: Eon gliedert die Vergangenheit aus, RWE dagegen die Zukunft. Daraus kann man aber nicht pauschal ableiten, dass Papiere von Eon und Innogy per se die bessere Wahl sind. So sackten gleich nach dem Börsendebut die Kurse von Eon deutlich ab, die von Uniper legten zu, wenn auch nicht so stark, wie erhofft.

Obwohl Uniper vielfach als „Resterampe“ bezeichnet wird, kann es sich auf ein etabliertes Kerngeschäft mit bestehenden Produktionskapazitäten konzentrieren. Hinzu kommt das Kalkül, dass nach einer politischen Reform von Subventionen Stromkunden künftig nicht nur für die Stromerzeugung, sondern auch die Bereitstellung von Kraftwerkskapazitäten zahlen.

Eon wiederum muss zunächst seine Talsohle durchschreiten. Immerhin belaufen sich die Abschreibungen auf Uniper auf über 11 Mrd. €. Deshalb behält sich der Konzern vor, seinen Aktienbestand an Uniper nach und nach zu verkaufen.

Auf Geldzufluss durch den künftigen Abverkauf von Innogy-Papieren setzt auch RWE. Der Konzern sitzt nicht nur auf gut 27 Mrd. € Schulden, sein Geschäftsvolumen lässt auch zusehends nach, während Innogy wächst. Mit einem geschätzten Marktwert von rund 23 Mrd. € wird es einer der größten deutschen Börsengänge in den vergangenen Jahren.

Auswirkung auf Index und Anleger

Innogy ist damit zugleich mehr als doppelt soviel wert wie die alte RWE. Für den Leitindex DAX bedeutet das zunächst keine Veränderungen. Uniper ist im MDax gelistet, was wegen des vorläufig kleinen Streubesitzes wohl auch auf Innogy zutreffen wird.

Grundsätzlich rentiert sich aus Anlegersicht ein Investment in Stromnetze und Erneuerbare Energien. Gleichzeitig jedoch ist nun die gesamte Energiebranche in Bewegung, was mitunter dazu führt, dass zwischenzeitlich die Karten neu gemischt werden. So hat der Essener Stromerzeuger Steag jüngst angekündigt, die Hälfte seiner Kapazitäten zu schließen, was den anderen Akteuren Auftrieb geben könnte.

Insgesamt sollte man eher nicht sofort bei einer Neuplatzierung von Aktien zugreifen. Lieber abwarten, bis die ersten Geschäftsberichte vorliegen und sich die anfänglichen Turbulenzen gelegt haben.

29. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.