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Neuemission von Aktien: Der frühe Vogel fängt den Wurm

Eine Neuemission von Aktien stellt für Anleger, die von den Zukunfts-Aussichten eines Unternehmens überzeugt sind, eine interessante Anlage-Möglichkeit dar.

Unter einer Neuemission versteht man die 1. Ausgabe von Aktien. Hierbei bietet der Konzern seine Aktien also zum allerersten Mal zum Kauf an der Börse an.

Das deutsche Wort „Börsengang“ wird häufig mit der englischen Bezeichnung „IPO“ (Initial Public Offering) abgekürzt.

Bei diesem Vorgang wird ein Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft (AG).

Der Wertpapier-Prospekt: Ein Muss für jeden Anleger

Nach einem IPO sind die Aktien des Konzerns frei an der Börse handelbar. Die Gründe für eine Neuemission sind dabei durchaus vielfältig:

Gerade für junge und unbekannte Firmen bietet der Börsengang eine Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen und neue Investoren zu finden.

Der Markt kann den tatsächlichen Wert von noch relativ unbekannten Betrieben häufig nur schwer einschätzen.

Sind Sie allerdings von deren zukünftigem Erfolg überzeugt und rechnen mit einem Kurs-Anstieg der Aktie, kann die Neuemission eine lohnende Anlage werden.

Der Wertpapier-Prospekt enthält in diesem Zusammenhang alle relevanten Informationen, gibt einen guten Einblick in:

  • den aktuellen Wert,
  • geplante Investitionen,
  • das Risiko
  • oder den Verschuldungsgrad.

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Die Börsen-Prospekte sind frei zugänglich und können auf den Internetseiten der Unternehmen eingesehen werden.

Neuemission von Aktien: Verbesserung der Eigenkapitalquote

Der Hauptgrund für den Gang an die Börse ist die Möglichkeit zusätzliches Kapital über den Verkauf von Aktien zu erhalten.

Die Aktien, welche bei einer Neuemission ausgegeben werden, erhöhen direkt das Eigenkapital:

  1. verbessert sich dadurch die Eigenkapitalquote des Konzerns.
  2. eröffnet die Börse somit völlig neue Wege zur Finanzierung.

Plant ein Betrieb eine größere Investition, kann er zusätzliche Aktien emittieren. Dadurch ist er nicht auf Fremdkapital angewiesen.

Der große Vorteil: Eigenkapital ist zinslos.

Eine solche Neuausgabe von Aktien wird jedoch nicht als Neuemission bezeichnet; diese bezieht sich lediglich auf die erstmalige Ausgabe von Aktien beim Börsengang.

Durch die höhere Eigenkapitalquote haben Aktiengesellschaften i. d. R. eine bessere Bonität als andere Gesellschaftsformen.

Starke Schwankungen sind in den ersten Handelstagen die Regel

Für den Börsengang muss ein Unternehmen zunächst eine Investmentbank suchen, welche die Neuemission der Aktien in die Wege leitet.

In Zusammenarbeit mit der Bank werden die rechtlichen und formellen Anforderungen des Börsengangs umgesetzt.

Hierunter fallen u. a. die Erstellung des Börsen-Prospekts, die Festlegung des Aktienkurses und die Bereitstellung der Aktien an den Börsen.

Ist der formelle Teil erledigt, kann der Börsenstart dann schließlich erfolgen.

Der Anfangskurs wird mithilfe vieler Annahmen bestimmt. Der Kurs ist dabei allerdings i. d. R. nicht derjenige, den der Markt als angemessen ansieht.


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Aus diesem Grund ist in den ersten Handelstagen mit starken Schwankungen zu rechnen. Es wird eine gewisse Zeit dauern, bis sich der Kurs stabilisiert.

Neuemission genießen eine hohe Aufmerksamkeit von der Presse und Händlern.

Mit der Zeit wird sich der Rummel um die neuen Aktien allerdings legen und ein stabiler Kurs zeichnet sich langsam ab.

Häufig kann erst nach diesem Zeitraum eine aussagekräftige Beurteilung der zukünftigen Kurs-Entwicklung vorgenommen werden.

Bewertung von Neuemissionen: So erkennen Sie Tops und Flops

Spätestens nach dem gefloppten Börsengang von Facebook im Mai 2012 ist deutlich geworden, wie der Hype in den Medien zur Fehlbewertung von Firmen beitragen kann.

Um eine erfolgreiche Neuemission zu erkennen, sollten Sie das Unternehmen genaustens analysieren.

Schauen Sie nicht nur auf den Emissions-Preis, sondern richten Sie ihren Blick auch auf den gesamten Wert des Konzerns.

Zur Bewertung von Neuemissionen stehen eine ganze Reihe von Kennzahlen zur Verfügung:

Um festzustellen, ob der Emissions-Preis zu hoch oder zu niedrieg bewertet ist, bietet sich die Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) und des Kurs-Umsatz-Verhältnisses (KUV) an.

Doch auch die erfolgreichste Neuemission sagt noch lange nichts über den langfristigen Erfolg des Unternehmens aus.

Wer daher Einblicke in die zukünftige Entwicklung eines Konzerns gewinnen möchte, kann hierzu die Price-Earning-Growth-Ratio (PEG) verwenden.

Formel  

Price-Earning-Growth-Ratio (PEG)

?
Mittels des dynamischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), auch PEG - Price-Earning-Growth-Ratio - genannt, können Aktien trotz gleiches KGVs bewertet und in Relation gesetzt werden.
$$\bo\text"Price-Earning-Growth-Ratio (PEG)" = \text"Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)" / \text"Gewinnwachstum"$$
Ergebnis berechnen

Je niedriger das PEG ist, desto günstiger ist die Aktie vor dem Hintergrund der Wachstums-Aussichten bewertet.

Fazit

Alles in allem stellen Neuemissionen von Aktien eine interessante Anlagemöglichkeit dar:

Zum einen sind sie eine Chance für kurzfristige Anleger, die von den unmittelbaren Schwankungen nach dem Börsenstart profitieren wollen.

Zum anderen können sie sich auch für langfristig orientierte Anleger lohnen, die an das Wachstum und den Erfolg kleiner, noch kaum bekannter Firmen glauben.

15. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Ole Liemen
Von: Max Ole Liemen. Über den Autor

Max Ole Liemen entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft für Wirtschaft und Finanzen. Der studierte Volkswirt schafft es seinen Lesern komplexe Sachverhalte mit einfachen Worten zu erklären.

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