MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Neuemissionen: So kommt der Ausgabepreis zustande

Nach jahrelanger Flaute bei den Neuemissionen hat das Geschäft mit Börsenneulingen 2014 wieder Fahrt aufgenommen. Aber wie wird eigentlich der Preis festgelegt, zu dem die neue Aktie an die Börse kommt? Dazu gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Preisfindung:

Festpreis

Im sogenannten Festpreisverfahren wird von den Beteiligten – also dem Emittenten und der mit der Emission beauftragten Bank – ein fixer Betrag errechnet, zu dem die Aktie dem Publikum zum Kauf angeboten wird. In die Berechnung fließen die Geschäftslage und Aussichten des betreffenden Unternehmens ebenso mit ein wie aktuelle Tendenzen am Aktienmarkt.

Unternehmen und Bank befinden sich bei der Preisfestlegung in folgendem Dilemma: Einerseits soll die Kapitalbeschaffung für das Unternehmen optimiert werden, auf der anderen Seite darf der Preis pro Aktie nicht zu hoch liegen, um potentielle Anleger nicht zu verschrecken. Schließlich soll das Papier auch im Vergleich zu bereits notierten Werten attraktiv sein.

Die emittierende Bank tut sich und dem Unternehmen keinen Gefallen, wenn sie zunächst aus dem Markt herausholt, was zu holen ist, das Papier jedoch im anschließenden Handel erheblich an Wert verliert. Zwar hätte das Unternehmen sein Kapital im Trockenen, der Imageverlust jedoch und die Enttäuschung der Anleger könnten negative Langzeitfolgen für das Unternehmen haben, die sich ebenfalls in Euro und Cent niederschlagen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Liegt der Emissionskurs einmal fest, ist klar: Soviel muss der Interessent pro Aktie bezahlen, gleichgültig, wie viele Stücke er ordert. Das Festpreisverfahren ist insofern für Sie als Privatanleger interessant, als es von vornherein kalkulierbare Preise vorgibt. Das heißt für Sie: Beim Festpreisverfahren wissen Sie genau, woran Sie sind. Sie können sich darauf verlassen, dass Sie die gezeichneten Aktien für den angegebenen Betrag erhalten – ob Sie auch die gewünschte Anzahl von Aktien erhalten, steht auf einem anderen Blatt.

Bookbuildingverfahren

Ganz anders erfolgt die Preisfindung beim international weit verbreiteten Bookbuildingverfahren, das im vergangenen Jahr in Deutschland erstmals angewendet wurde. Hier werden Emissionspreis und Volumen anhand der eingehenden Zeichnungsaufträge und damit vom Markt festgelegt. Bei den emittierenden Unternehmen und Banken erfreut es sich inzwischen großer Beliebtheit.

Das Bookbuildingverfahren läuft idealtypisch in drei Phasen ab: Die erste Phase ist die „PreMarketingPhase“: Die Konsortialbanken sprechen potentielle Großinvestoren an, um das prinzipielle Interesse sowie erste Preisvorstellungen auszuloten.

Anschließend beginnt die „MarketingPhase“: Der Börsenneuling wird an wichtigen Finanzzentren vorgestellt. Parallel finden „Oneonone-Meetings“ (Vieraugengespräche) mit ausgewählten institutionellen Investoren statt. Die Informationen beider Phasen werden ausgewertet und ein Preiskorridor um den analytisch ermittelten Preis festgelegt. Diese Preisspanne wird nun öffentlich bekanntgemacht.

Jetzt beginnt die eigentliche „Bookbuildingphase“: Die Konsortialbanken nehmen die innerhalb dieser Preisspanne liegenden Kauforders der Investoren entgegen. Jetzt sind auch Sie als Privatanleger am Zug.

Auf speziellen Orderformularen werden Preis, Anzahl und Zeitpunkt der Order sowie einige Grunddaten des Investors wie Nationalität, Branche, Anlagehorizont (bei größeren Zeichnungsvolumina auch der Name) festgehalten.

Der Konsortialführer erfasst sämtliche Orders zentral in einem Buch und wird deshalb auch als „Bookrunner“ (Buchführer) bezeichnet. Nun wird die Preis-Mengen-Funktion ermittelt und sowohl der endgültige Emissionskurs des Papiers festgelegt als auch die Zuteilung des Emissionsvolumens vorgenommen.

Stößt das vorbörsliche Angebot auf genügend Resonanz, treibt das den Preis – der künftige Emissionskurs wird nach oben korrigiert. Das heißt für Sie: Sie müssen mit Emissionskursen rechnen, die letztlich durch das Interesse der Großanleger bestimmt werden.

Wie die Großinvestoren, so können allerdings auch Sie Ihre Order limitieren, also an eine bestimmte Preisvorstellung innerhalb der ausgegebenen Bandbreite binden.

21. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Wiehl
Von: Peter Wiehl. Über den Autor

Peter Wiehl ist Wirtschaftsredakteur und Leiter eines Redaktionsbüros in Stuttgart mit den Themen- schwerpunkten Geldanlage, Steuer und Versicherungen sowie Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geld, Vermögensanlage und Börse.