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Neuvermietung: Drum prüfen Sie, an wen Sie vermieten

Wollen Sie neu vermieten und stellt sich hierzu ein Mietinteressent bei Ihnen vor, müssen Sie wissen, woran Sie sind.

Denn in Zeiten, in denen die Mietausfälle rapide zunehmen, ist es wichtig, dass Sie als Vermieter besondere Vorsicht walten lassen.

Bei der Selbstauskunft muss Ihnen der Interessent allerdings nur solche Fragen beantworten, an deren Beantwortung Sie als Vermieter ein berechtigtes Interesse haben.

Neuvermietung: Berechtigtes Interesse an Selbstauskunft

Dennoch zeigt die Praxis immer wieder, dass Mietverträge voreilig und ohne die gebotene Sorgfalt bei der Mieterauswahl geschlossen werden.

Dabei erweist es sich unterm Strich allemal als günstiger, einen kurzen Leerstand hinzunehmen, als an einen insolventen bzw. zahlungsunwilligen Mieter zu vermieten.

Ganz klar: Da es bei der Selbstauskunft in erster Linie darum geht, sich vor Zahlungsausfällen zu schützen, haben Sie stets ein berechtigtes Interesse daran, etwas über die wirtschaftlichen Verhältnisse Ihres künftigen Mieters zu erfahren. Deshalb gehören in jede Selbstauskunft die Fragen danach, ob

Selbstauskunft: Für Vermieter unerlässlich

Die eingehende Prüfung eines jeden Mietinteressenten ist für Sie als Vermieter daher immer unerlässlich.

Hierzu gehört optimalerweise neben der Vorlage einer Schufa-Selbstauskunft, einer Mietschuldenfreiheitserklärung des bisherigen Vermieters, der Bestätigung des Arbeitgebers, wonach der Mietinteressent in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis steht, der Vorlage der letzten drei Gehaltsnachweise, auch die Einholung einer schriftlichen Selbstauskunft von dem Mietinteressenten.

  • er schon einmal die Eidesstattliche Versicherung (früher Offenbarungseid) abgegeben hat;

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  • ein Verbraucherinsolvenzverfahren gegen ihn eingeleitet wurde;
  • Vollstreckungsmaßnahmen wegen Geldforderungen gegen ihn eingeleitet wurden;
  • er in der Vergangenheit seinen Mietverpflichtungen stets in vereinbartem Umfang nachgekommen ist;
  • er ein (unbefristetes) Arbeitsverhältnis hat, bei dem die Probezeit bereits abgelaufen ist.

Neuvermietung: Weitere zulässige Fragen bei Selbstauskunft

Darüber hinaus sehen die Gerichte aber auch Fragen nach dem Familienstand des Mietinteressenten als zulässig an. Insofern ist Ihr Interesse als Vermieter anerkannt, zum Beispiel nur an Eheleute vermieten zu wollen.

  • vorbestraft ist oder gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde;
  • die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt;
  • einer bestimmten Religion zugehörig ist.

Nur bei schriftliche Selbstauskünfte

  • einen Kinderwunsch hat bzw. – bei weiblichen Interessenten – bereits schwanger ist;
  • Mitglied in einem Mieterverein ist;
  • Mitglied in einer bestimmten politischen Partei ist;

Zu Beweiszwecken sollten Sie sich daher sämtliche für Sie als Vermieter wichtige Fragen immer nur schriftlich beantworten lassen. Weigert sich der Mietinteressent hierzu, ist klar: Auf den Abschluss eines Mietvertrages mit ihm sollten Sie vorsichtshalber lieber verzichten.

Folgen unrichtiger Auskünfte

Als Vermieter haben Sie zudem stets ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wer bei Vermietung in der Wohnung leben wird.

Fragen nach der Zahl der Familienangehörigen, die in die Wohnung einziehen sollen und nach Anzahl und Art der vom Mietinteressenten gehaltenen Haustiere sind deshalb zulässig und können von Ihnen als Vermieter gestellt werden.

Unzulässige Fragen bei Selbstauskünfte

Es gibt aber Fragen, die Ihnen als Vermieter verwehrt sind. Sie betreffen Auskünfte zu dem persönlichen Lebensumfeld des Mieters, also zum Beispiel danach, welche sexuelle Orientierung der Mieter hat.

Werden unzulässige Fragen nicht oder wahrheitswidrig beantwortet, hat dies für den Mietinteressenten keine nachteiligen Folgen. Anders ist es aber bei den zulässigen Fragen.

Haben Sie als Vermieter hierauf eine wahrheitswidrige Antwort erhalten, können Sie den Mietvertrag dem Mieter gegenüber wahlweise anfechten oder ihm fristlos kündigen. Beides läuft im Ergebnis auf das Gleiche hinaus, nämlich auf die sofortige Beendigung des Mietverhältnisses.

7. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.