Niederlage für Banken: Tan-Gebühren sind teilweise unzulässig

Viele Banken haben bisher von ihren Kunden pauschal Gebühren genommen, wenn diese eine Tan-Nummer für eine Überweisung per SMS angefordert hatten. Ein BGH-Urteil hat nun entschieden, dass es nicht zulässig ist, diese Gebühr jedes Mal einzuziehen.

Die Banken müssen zunächst sicherstellen, dass die Tan auch wirklich eingelöst wurde. Erst dann dürfen sie abkassieren.

Wie hoch sind die Tan-Gebühren der Banken?

Bei den meisten Banken liegen die Gebühren für eine Tan-SMS bei 9 oder 10 Cent. So nimmt die Deutsche Bank 9 Cent, die Stadtsparkasse München ebenfalls 9 Cent, die Berliner Volksbank ebenfalls 9 Cent und die Frankfurter Volksbank 10 Cent. Die Kreissparkasse Saarlouis ist mit 8 Cent etwas günstiger, teurer wird es bei der Sparda-Bank Augsburg mit 25 Cent.


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Manche Banken bieten zumindest ein paar Frei-SMS pro Monat an, aber die kleinen Beträge können sich läppern. Aus 15 Transaktionen im Monat kostet die Nutzung von SMS-Tans bei einem Preis von 10 Cent 1,50 €, auf das Jahr gerechnet macht das 18 €. Nicht besonders viel, aber dennoch für viele Kunden ärgerlich, da diese Gebühren nicht auf die SMS-Flatrate angerechnet werden, die heute die meisten haben, sondern noch obendrauf kommen.

Tan-Nummern werden nicht immer eingelöst

Nicht immer werden SMS-Tans auch wirklich eingelöst. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb trotz verschickter Tan-Nummer am Ende doch keine Transaktion stattfindet. Eine Überschreitung der zeitlichen Geltungsdauer, der Abbruch des Überweisungsvorgangs durch den Kunden oder ein Phishing-Verdacht können dazu führen, dass versendete Tan-Nummern ungenutzt bleiben. Selbst wenn die Tan eingelöst wird, kann es passieren, dass ein technischer Fehler die Überweisung verhindert.

Banken müssen laut dem neuen BGH-Urteil nun nachweisen, dass die Tan tatsächlich eingelöst wurde, um die Gebühr für die SMS berechnen zu dürfen. Kunden können sogar für die letzten 3 Jahre das Geld für nicht eingelöste Tan-SMS zurückfordern.

Wie kam es zu dieser neuen Regelung?

Der konkrete Auslöser für das BGH-Urteil war eine Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen gegen die Kreissparkasse Groß-Gerau. Dort wurden zusätzlich zum Preis von 2 € für ein Online-Konto im Monat noch 10 Cent pro SMS-Tan fällig. Diese pauschale Abrechnung hat der BGH für nicht gerechtfertigt erklärt. Generelle Gebühren sind aber zulässig und zum Ärger vieler Verbraucher nicht gänzlich verboten worden.

Wie die Banken mit der neuen Rechtsprechung umgehen, bleibt abzuwarten

Die Banken müssen sich auf Basis des Urteils überlegen, wie sie die tatsächliche Einlösung der Tan prüfen wollen. Falls die Kosten der Prüfung die Kosten der SMS, die den Banken beim Versand entstehen, übersteigen würden, wäre auch der Verzicht auf die Abrechnung der Tan-SMS denkbar.

Welche Alternativen gibt es zur SMS-Tan?

Eine Alternative zur SMS-Tan kann ein Tan-Generator sein. Dieser kostet zwar auch eine Gebühr, sie ist aber einmalig und liegt bei den meisten Banken zwischen 10 und 15 €. Auf die Zeit gerechnet bietet der Tan-Generator daher Einsparpotenzial beim Thema Online-Überweisung, ist aber dafür etwas unpraktischer. Schließlich muss man ihn immer extra mit sich führen, um eine Überweisung zu machen und es genügt nicht bloß das Mobiltelefon, dass bei den meisten sowieso alltäglicher Begleiter ist.

12. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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