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Notenbanken: Inflation als gefährliches Spiel

Erst die Finanzkrise, dann die Schuldenkrise: In den vergangenen Jahren sah sich die Weltwirtschaft außergewöhnlicher Belastungsfaktoren gegenüber, die von Politik und Notenbanken bekämpft werden musste.

Geldflut als Gegenmittel

Das probate Gegenmittel der Notenbanken der Industrieländer: Sie pumpten rund um den Globus jede Menge frisches Geld in den Wirtschaftskreislauf.

Das wichtigste Ziel: Die Versorgung mit ausreichendem Kapital musste sichergestellt werden. Auf keinen Fall durfte es zu einer Panik kommen, die möglicherweise in einem Bankensturm endet.

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Und das historisch niedrige Zinsniveau sowie die massive Anleihenaufkäufe haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Die Geldflut half die Krise in Europa einzudämmen, auch in den USA konnte die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden.

Inflation wird in Kauf genommen

Dabei nehmen Regierungen und Zentralbanken eine Zunahme der Inflation in Kauf, wohl wissend, dass es sich bei der Inflation um das kleinere der beiden Übel handelt.

In Anbetracht der hohen Staatsverschuldung fast aller Industrieländer mag eine hohe Inflation für viele Staatschefs kein Schreckgespenst sein – würde dadurch doch auch die Schuldenlast real sinken. Für Anleger bedeutet Inflation jedoch eine konkrete Gefahr: die Entwertung des Kapitalvermögens.

Inflation hat (noch) nicht angezogen

Noch sind die Auswirkungen der Feldpolitik auf die Inflationsrate gering. Denn in Europa wird die Inflation von der schwächelnden Konjunktur ausgebremst. Und in den USA sorgt die in den letzten Jahren verbilligte Energie (Stichwort: Schiefergasbohrungen – „Fracking“) für eine Inflationsbremse.

Steigerung der Inflationssteigerung um mehrere Prozent ist möglich

Fallen diese Faktoren weg, kann die Inflationsrate schnell um einige Prozentpunkte ansteigen. Die Befürchtung einiger Volkswirte vor Hyperinflation mit zweistelligen jährlichen Preissteigerungsraten teile ich zwar nicht. Aber auch schon eine um einige Prozentpunkte höhere Preissteigerungsrate – wie wir sie in Deutschland Anfang der 90er Jahre hatten – ist aus Anlegersicht bedenklich. Dies gilt vor allem für Zins-Anlagen.

Für Zins-Investments kann die Inflation zum großen Problem werden

Besitzer von Sachwerten, also beispielsweise Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen (Aktien), müssen sich über eine hohe Inflation wenig Gedanken machen. Sie sind davon in erster Linie als Verbraucher betroffen, als Anleger eher weniger.

Mehr zum Thema: Die Auswirkungen der Inflation auf Aktien

Anders sieht es für Zins-Sparer aus. Die Geldentwertung durch Preissteigerungen kann die realen Renditen von Zinspapieren erheblich reduzieren. Liegt die Inflationsrate über der Verzinsung, kommt es sogar zu Verlusten, die durch die Besteuerung der Zinsgewinne noch vergrößerst werden.

Für die Besitzer von konventionellen Anleihen mit festem Zinskupon oder Fest- und Tagesgeldkonten stellt die Inflation ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Schließlich verlieren die nominal immer gleichen Zinsausschüttungen dieser Anlagen – gemessen an der realen Kaufkraft –  an Wert.

Es gibt aber auch Anleihen mit einem eingebauten Inflationsschutz.

15. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.