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Nullzinsen und neue Gebühren lassen Riester-Rente zur Farce werden

Anleger kennen das Problem bereits: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf 0% gesenkt, an eine vernünftige Verzinsung der Spareinlagen ist weder auf Festgeld-, noch auf Tagesgeldkonten zu denken. Was also tun in Sachen Altersvorsorge?

In der Vergangenheit sahen viele Sparer in der Riester-Rente eine interessante Alternative, um die Rente im Alter aufzustocken. Knapp 16,4 Mio. Riester-Verträge (Quelle: Statista) gab es zuletzt in Deutschland, wobei sich der Großteil der Sparer für Riester-Rentenversicherungen (zwei Drittel), 20% für Riester-Fondssparpläne und 5% für Riester-Banksparpläne entschieden hat.

Die beiden letztgenannten Riester-Varianten haben Sparer vor allem auch deshalb gewählt, um Vertragsgebühren und Abschlusskosten zu sparen.

Riester-Rente: neue Gebühren könnten an der Rendite zerren

Der Clou: Bislang war es so, dass Riester-Sparer monatlich in einen Riester-Fondssparplan bzw. Banksparplan einzahlten und bei Renteneintritt bis zu 100% der angesparten Summe in eine monatliche Rente umwandeln konnten.

Wahlweise konnten sich Sparer bis zu 30 % der Summe auch auszahlen lassen, der Rest muss in einer Rente gewandelt werden. Eine Leistung, die bislang kostenfrei von den Versicherungen übernommen wurde – bisher.

Die „Stiftung Warentest“ weist daraufhin, dass die Versicherungswirtschaft neue Abschlussgebühren (bis zu 25 %) bei der Verrentung plant, die eigentlich so nicht vorgesehen waren. Begründung für diesen Schritt: eine stark steigende Lebenserwartung künftiger Rentnergenerationen. Springen die großen Versicherer auf, könnten Riester-Sparer bis zu einem Viertel ihrer Altersvorsorge verlieren.

Nullzinspolitik schwächt die Riester-Rente

Neue Gebühren beim Renteneintritt sind nicht die einzige Hiobsbotschaft für die Riester-Sparer. Auch die Nullzinspolitik der EZB hat negative Auswirkungen auf die Riester-Rente, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anmerkt.

In einem Basisszenario (2002 bis 2015) ging man bei der Riester-Rente davon aus, dass das Riester-Kapital mit einer Rendite von 4,5% verzinst wird. Dies war zumindest bei der Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 noch plausibel, da die Kapitalmarktzinsen damals höher waren. Heute hat sich das Zinsumfeld dramatisch verändert und ein Ende der Niedrigzinsphase ist bislang nicht in Sicht.

Niedrigzinsen haben Auswirkungen auf die Riester-Rente

Die anhaltende Niedrigzinsphase hat daher auch dramatische Auswirkungen auf die Riester-Rente. Der Grund: Für die Versicherer wird es im Zuge der Niedrigzinsen immer schwieriger, das Geld ihrer Kunden gewinnbringend anzulegen, zumal hier auch die Sicherheit der Anlage Vorrang hat.

Das Fazit des BVR: Bleiben die Zinsen bis zum Jahr 2050 auf niedrigem Niveau, fallen die Einkommensverluste bei den Riester-Sparern drastisch aus. Bei einem Anlagezins von 1,25%  (negativer Realzins) würde die Riester-Rente am Ende des Projektionszeitraums (2050) um 60 % unter dem Basisszenario liegen.

Fazit: In Zeiten niedriger Zinsen sind Aktien die bessere Alternative

In Zeiten niedriger Zinsen dürfte die Riester-Rente inklusive Riester-Fondssparpläne und Riester-Banksparpläne ohne Anpassung der Riester-Förderersätze keine große Zukunft mehr haben – die Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf die Riester-Rente sind einfach zu einschneidend.

Da zudem ein Großteil der Riester-Beiträge für die Verwaltung und Vermittlungsprovisionen draufgeht, fordern Finanzexperten und Top-Ökonomen wie Marcel Fratzscher (Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung) die Abschaffung der Riester-Rente.

Für Sie als Anleger bedeutet dies: Machen Sie einen Bogen um die Riester-Rente und setzen Sie in Sachen Altersversorge auf Unternehmensbeteiligungen, sprich Aktien. Denn empirische Beobachtungen zeigen, dass mit Aktien von Qualitätsunternehmen jährlich Renditen von 7 bis 8% erzielbar sind.

19. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands