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O’Higgins-Strategie Revisited: Zwei Auswahlmethoden im Fokus

Seit der Veröffentlichung der O’Higgins-Strategie gab es zahlreiche Versuche, diese weiter zu verbessern.

Die Vorschläge von Robert Sheard schnitten dabei am erfolgreichsten ab. Er hatte auf der Basis der O’Higgins-Methode eine Vielzahl von statistischen Untersuchungen angestellt, bei denen er die Anzahl der ausgewählten Aktien sowie deren Gewichtung variierte.

Das Ergebnis: Die Rendite der Dividendenstrategie lässt sich noch weiter steigern, wenn nicht alle 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs ins Depot aufgenommen werden.

Bei der Low-4-Auswahlmethode wird die Aktie mit dem niedrigsten Kurs nicht ins Depot aufgenommen; sie hat sich nach Sheards Untersuchungen häufig am schlechtesten entwickelt. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40%), die anderen 3 Werte jeweils mit 20%.

Das Aussortieren der Aktie mit dem niedrigsten Kurs ist nicht nur statistisch zu begründen, sondern auch plausibel erklärbar: Das Unternehmen mit dem niedrigsten Aktienkurs steckt oft in fundamentalen Schwierigkeiten. Aus diesem Grund entwickelt sich dessen Aktie vergleichsweise schlecht. Ein Jahr ist ein zu kurzer Zeitraum, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.


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Mit einer Verlängerung des Anlagezeitraums lässt sich dieses Problem nicht lösen. Alle Untersuchungen deuten darauf hin, dass die einjährige Haltefrist bei Dividendenstrategien grundsätzlich den größten Erfolg verspricht.

O’Higgins-Strategie Revisited: Die Low-2-Auswahlmethode

Robert Sheard entwickelte neben der Low-4-Methode auch die Low-2-Methode. Um die Rendite der Dividendenstrategie noch weiter zu steigern, nimmt diese Methode lediglich 2 Werte ins Depot auf.

Die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs zählt in jedem Fall dazu. Bei der Auswahl der 2. Aktie hängt es davon ab, ob die Aktie mit dem niedrigsten Kurs auch gleichzeitig die höchste Dividendenrendite aufweist.

Falls dies nicht der Fall ist, wird diese Aktie ebenfalls ins Depot aufgenommen. Wenn dem dagegen so ist, wird stattdessen die Aktie mit dem drittniedrigsten Kurs ausgewählt.

Der Grund: Robert Sheard hatte festgestellt, dass die Aktie mit dem niedrigsten Kurs sich nur dann schlecht entwickelt, wenn sie zugleich die höchste Dividendenrendite aller Aktien im Index besaß.

Vorteil der Low-2-Methode: Ihre Renditeaussichten wachsen. Die Low-2-Methode erzielte in der Vergangenheit eine um durchschnittlich 2,90 Prozentpunkte höhere Rendite als die O’Higgins- und die Low-4-Methode.

Nachteil der Low-2-Methode: Das Risiko ist ebenfalls größer, da es sich nur auf 2 Einzelwerte verteilt. Außerdem bedeutet eine höhere Rendite in der Vergangenheit keine Garantie für eine Überrendite in der Zukunft.

Die Top-Dividenden-Auswahlmethode

Die Top-Dividendenstrategie ist die einfachste der 4 vorgestellten Auswahlmethoden. Ihre Handlungsempfehlung lautet: Wählen Sie aus einem Index die 3 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus und halten Sie diese ein Jahr lang.

Vorteil der Top-Dividendenstrategie: Die Auswahlmethode erfordert weniger Aufwand. Es reicht ein Blick auf die Dividendenschätzungen, um zu erkennen, welche Werte ins Depot gehören.

Nachteil: Gesicherte Erkenntnisse über den Erfolg dieser Strategie liegen nur für einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum von einigen Jahren vor.

16. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.