MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Obamas Außenpolitik: Diplomatische Lösung ist die erste Wahl

Die amerikanische Außenpolitik spielt im amerikanischen Wahlkampf traditionell nur eine Nebenrolle.

Dennoch lohnt sich vor den Wahlen ein Blick auf Obamas Außenpolitik: Welche Akzente hat er in seiner ersten Amtszeit gesetzt? Wie möchte er den Konflikt mit dem Iran entschärfen?

Internationale Klimapolitik bleibt auf der Strecke

Ende 2011 löste Obama sein Wahlversprechen ein und zog die letzten amerikanischen Soldaten aus dem Irak ab. Bis 2014 sollen auch die in Afghanistan stationierten Soldaten zurück in die USA geholt werden. Darauf hat sich Obama mit seinen NATO-Bündnispartnern verständigt. Obama reduziert durch die Abzüge die amerikanischen Militäraufwendungen.

Bei den Abzügen der US-Truppen verfolgte Obama eine klare Linie, die er allerdings in seiner internationalen Klimapolitik vermissen ließ. Ende 2009 fand sich die internationale Gemeinschaft zur Klimakonferenz in Kopenhagen zusammen.

Auf der Konferenz wollte man sich auf eine Nachfolgevereinbarung des Kyoto-Protokolls verständigen. Die Nachfolgeregelung sollte internationale Staatengemeinschaft verpflichten bis 2050 ihren Kohlendioxidausstoß zu halbieren. Doch daraus wurde nichts.

Aus Rücksicht auf seine heimische Wirtschaft machte Obama keine verbindlichen Zusagen, die die amerikanischen Unternehmen zu höheren Umweltauflagen gezwungen hätten. Am Ende scheiterte der Gipfel und die Teilnehmer einigten sich lediglich auf eine unverbindliche Absichtserklärung.

Obama: Pro nukleare Abrüstung, Anti Irakkrieg

Obama verfolgte von Anfang an das Ziel, den Einsatz und die Verbreitung von Atomwaffen auf der Welt so weit wie möglich einzudämmen. So verpflichteten sich die USA unter Obama keine Atomwaffen gegen Nicht-Atommacht-Staaten einzusetzen, sofern diese den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet haben. Auch verzichtete Obama in seiner ersten Amtszeit auf die Entwicklung neuer Atomwaffen.

Eine der wichtigsten Bewährungsproben in Obamas Außenpolitik war und ist der Irankonflikt. Die USA sind überzeugt, dass der Iran fieberhaft versucht, mit Hilfe seines Atomprogrammes eine Atombombe zu entwickeln. Mit der Atombombe könnte dann Israel angegriffen werden. Obama steht daher sowohl von israelischer Seite als auch innenpolitisch unter Druck, die iranische Bedrohung auszuschalten.

Obamas Außenpolitik setzt auf Sanktionen

Obama setzt bisher auf eine Mischung aus diplomatischen Gesprächen und gegen den Iran gerichteten Sanktionen. Der Iran soll so gezwungen werden, sein militärisches Atomprogramm nicht weiter zu verfolgen.

Israel geht das nicht weit genug. Auch die Republikaner warfen Obama im Wahlkampf vor, dass die USA ihrem Bündnispartner Israel nicht ausreichend zur Seite stehen.

Obama erklärte daraufhin, dass er alles tun werde, um den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern. Er schloss dabei explizit die Möglichkeit eines amerikanischen Militärschlages mit ein.

Krieg gegen den Iran ist möglich

Selbst unter Obama ist ein amerikanischer Krieg gegen den Iran nicht mehr auszuschließen. Allerdings kommt es erst zu einem militärischen Konflikt, wenn sowohl die Diplomatie als auch die Sanktionen keine erfreulichen Resultate geliefert haben.

Insgesamt ist Obamas Außenpolitik durch einen sachlichen und zielorientierten Stil geprägt.

Wenn es den amerikanischen Interessen dient, verzichtet Obama freiwillig auf das große Scheinwerferlicht, um im Hintergrund mit den Bündnispartnern an einer Lösung zu arbeiten.

31. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.