MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Öl-Preisverfall als Chance für Anleger

Kein anderer Rohstoff hat in den vergangenen Monaten für größere Schlagzeilen gesorgt als Öl; Der Ölpreis hat sich 2014 halbiert.

Im Frühjahr 2014 lag der Preis für Öl der Sorte Brent bei knapp 120 US-Dollar.

Im Januar 2015 sackte der Ölpreis sogar kurzfristig unter die 50 US-Dollar-Marke und pendelt seit einigen Monaten zwischen 50 und 60 US-Dollar.

Für den Ölpreis-Einbruch gibt es aus meiner Sicht 3 Gründe: den Ausbruch der Ukraine-Krise, den Boom der amerikanischen Fracking-Industrie und die neue Strategie der Öl- Großmacht Saudi-Arabien.

Gründe für den Öl-Preisverfall

Es gilt als offenes Geheimnis, dass der Ölpreis instrumentalisiert wird, um Russland wirtschaftlich unter Druck zu setzen.

Mit den Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf finanziert Russland einen Großteil des Staatshaushalts.

Der zeitliche Ablauf und das Verhalten einiger Marktteilnehmer deuten darauf hin, dass der niedrige Ölpreis gezielt eingesetzt wird, um die Ambitionen der Russen in der Ukraine zu drosseln.

Das bedeutet für den Ölpreis: Wenn irgendwann eine Lösung für die Ukraine-Krise gefunden wird, entfällt der politische Grund, den Ölpreis nach unten zu drücken. Das spricht mittelfristig für einen steigenden Ölpreis.

Steht ein neuer Öl-Boom durch Fracking bevor?

Laut Jeff Currie, Rohstoff-Experte der USBank Goldman Sachs, ist die amerikanische Fracking-Industrie der wichtigste Einzelgrund für die Ölpreis-Schwäche.

Kurz zum Stichwort Fracking: Die Fracking-Methode ermöglicht es, Gas- und Öl-Vorkommen zu fördern, die in Gesteins-Schichten gebunden sind.

Ein Gemisch aus Wasser, Sand und chemischer Zusätze wird unter hohem Druck in die Gesteins-Schicht gepresst. Wenn die Gesteins-Schichten offen sind, kann das Öl nach oben geleitet werden.

Da die Fracking-Methode wissenschaftlich umstritten ist, nutzen bisher nur wenige Länder diese Technologie.

Ein Land mischt damit jedoch den Öl- und Gas-Markt auf – und das ist die wirtschaftliche Supermacht USA, die einen neuen Öl-Boom erlebt.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Die USA produzierten im Februar 2015 rund 9,4 Mio. Barrel Öl pro Tag. Eine solche Produktions-Menge gab es zuletzt vor etwa 40 Jahren.

Zum Vergleich: Vor dem jüngsten Fracking-Boom im Jahr 2010 lag die Öl-Produktion in den USA bei nur rund 5,7 Mio. Barrel pro Tag.

Diese fast explosionsartige Steigerung der Öl-Produktion hat spürbare Auswirkungen auf den globalen Öl-Markt. Das drückt den Ölpreis nach unten.

Marktbereinigung als Ziel

Einige amerikanische Öl- und Gas-Unternehmen hatten dank der Erfolge der Fracking-Technologie große Exportpläne. Genau das dürfte jedoch der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Saudi-Arabien, weltweit Öl-Macht Nr. 1 und zentrale Leitfigur der OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder), hat die in der OPEC übliche Reaktion auf einen sinkenden Ölpreis (Öl-Fördermenge reduzieren) abgelehnt.

Stattdessen hat man angekündigt, dass der Ölhahn weit geöffnet bleibe. Das hat den Preissturz am Ölmarkt verschärft.

Warum verfolgt Saudi-Arabien eine neue Strategie? Experten sehen 2 Motive:

Zum einen will Saudi-Arabien den Expansions-Drang der amerikanischen Fracking-Unternehmen stoppen. Bei Preisen unter 60 bis 80 USD lohnt sich die Förderung nicht mehr.

Saudi-Arabiens Öl-Strategie

Die jungen – oft hoch verschuldeten – Fracking-Unternehmen werden den Preiskampf nicht lange überleben. Die Marktbereinigung beginnt und einige Öl-Anbieter verschwinden wieder vom Markt.

Zum anderen sehen Öl-Experten Hinweise darauf, dass Saudi-Arabien die alten OPEC-Strukturen aufbrechen und künftig eine eher expansive Öl-Politik verfolgen will.

Gerüchte besagen, dass Saudi-Arabien einen Ölpreis von 70 bis 80 US-Dollar je Barrel anstrebt.

Da Saudi-Arabien sehr günstige Förderkosten hat, würde das dem Land hohe Gewinne garantieren, aber gleichzeitig wäre der Preis so niedrig, dass Länder wie die USA ihr Öl nicht rentabel exportieren könnten.

Saudi-Arabien würde also die führende Marktstellung verteidigen.

Wie es mit dem Ölpreis weitergehen wird

Der niedrige Ölpreis wird kein Dauerzustand bleiben. Aus den genannten Gründen ist es möglich, dass Marktführer Saudi-Arabien einen Preis im Bereich von 70 bis 80 US-Dollar je Barrel anstrebt.

Dieses Preisniveau würde in etwa die aktuellen Marktanteile absichern und dafür sorgen, dass fast alle Öl-Produzenten solide Gewinne einstreichen.

Günstige Öl-Aktien als Chance für Anleger

Die Aktienkurse der Öl-Gesellschaften sind in den vergangenen Monaten eingebrochen.

Da ich jedoch einen steigenden Ölpreis erwarte, wenn einige Belastungs-Faktoren verschwunden sind, lohnt sich für Sie ein Blick auf die Öl-Gesellschaften.

Empfehlung: Meiden Sie kleine Öl-Gesellschaften, die erst in der Entwicklungs-Phase sind, Öl-Unternehmen, die Verluste erwirtschaften und auch Öl-Gesellschaften, die hoch verschuldet sind!

Attraktiv sind dagegen die solide finanzierten großen Öl-Multis, die die aktuelle Ölpreis-Schwäche einfach aussitzen können und in der Übergangszeit ihre Aktionäre mit attraktiven Dividenden entschädigen.

Besonders beachtenswert: Der Weltmarktführer Exxon Mobil

Zu den Favoriten gehört der Weltmarktführer Exxon Mobil. Der Aktienkurs des US-Konzerns ist in den vergangenen Monaten von 105 auf 85 US-Dollar abgesackt. Damit hat die Aktie fast das 3-Jahres-Tief erreicht.

In der Vergangenheit waren solche Zwischentiefs immer sehr attraktive Kaufgelegenheiten. Und dieses Mal dürfte es nicht anders sein.

Im vergangenen Quartal ist die Öl- und Gas-Produktion von Exxon Mobil um knapp 4% gesunken. Der Gewinn brach sogar um 21% auf 6,57 Mrd. US-Dollar ein.

Trotz des Öl-Preisverfalls konnte der US-Konzern im Geschäftsjahr 2014 den Mittel-Zufluss auf 17,9 Mrd. US-Dollar steigern.

Die großen Öl-Multis können relativ einfach die Investitionen und andere Kosten senken und so weiterhin profitabel arbeiten.

Die Exxon-Aktionäre werden doppelt belohnt: Die Dividenden-Rendite liegt bei rund 2,7% und zusätzlich hat Exxon in einer ähnlichen Größenordnung eigene Aktien zurückgekauft und vernichtet.

Zukünftig müssen Gewinn und Dividenden-Summe auf weniger Aktien verteilt werden. Dank dieser Ausschüttungs-Politik können die Exxon-Aktionäre die Dürre-Phase am Öl-Markt relativ locker überstehen.

Mittelfristig profitiert Exxon Mobil sogar davon, dass aktuell Konkurrenten vom Markt gedrängt werden. Exxon kann hier beherzt zugreifen und sich so günstig zusätzliche Reserven für bessere Öl-Zeiten sichern.

14. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.