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Ölpreis: Warum der gewaltige Preisverfall unseren Wohlstand bedroht

Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren drastisch gefallen: von rund 120 Dollar je Barrel im Frühsommer 2014 auf gerade einmal um die 30 Dollar je Barrel Anfang Januar 2016.

Hierzulande wird das in erster Linie positiv wahrgenommen.

Immerhin gilt Deutschland zugleich als Land der Autofahrer und als Land mit enormer Steuerlast für die Verbraucher, Stichwort: Mineralöl-Steuer.

Die macht den Sprit gerade im Vergleich zum europäischen Ausland noch einmal spürbar teurer.

In Europa freut man sich – noch

Kein Wunder also, dass sich die meisten über die gesunkene Belastung an der Zapfsäule freuen.

Und auch für die Wirtschaft in Deutschland und Europa wirkt der niedrige Ölpreis zunächst einmal wie ein Konjunktur-Programm.

Auf der einen Seite steigt die Kaufkraft der Konsumenten, auf der anderen Seite sinken die Kosten für Unternehmen, die vom Öl abhängig sind.

Das schafft Raum für Investitionen und lädt ein zu neuen Kredit-Aufnahmen, wodurch wiederum auch der hiesige Banken-Sektor profitiert.


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Noch geht die Rechnung auf. Aber zunehmend setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass schon in nicht allzu ferner Zukunft ein Bumerang-Effekt das Kartenhaus zum Einsturz bringen könnte.

Denn während in Europa – einer Region, die vom Import von Erdöl abhängig ist – Milliarden-Entlastungen spürbar werden, reißt der Ölpreis-Verfall andernorts riesige Löcher in die Staatshaushalte.

Wirtschaftliches Horror-Szenario in Russland und Venezuela

Das gilt etwa für Russland, dessen Wirtschaft in Folge der westlichen Sanktionen im Kontext des Ukraine-Konflikts ohnehin schon arg geschwächt ist.

Das gilt noch stärker für Venezuela – ein Land, das massiv abhängig ist vom Geschäft mit dem Öl und dessen Appelle an das Kartell der Öl exportierenden Staaten (OPEC) ungehört verhallen, man möge die Preise stabilisieren, etwa durch eine Drosselung der Förderung.

Daran ist v. a. Saudi-Arabien bislang nicht interessiert. Zwar wirkt sich der Preisverfall auch hier inzwischen massiv auf den Staatshaushalt aus, doch noch haben die Saudis einen langen Atem.

Der staatliche und weltgrößte Ölkonzern Aramco soll an die Börse gebracht werden und auch die Reserven reichen noch einige Jahre.

Für Saudi-Arabien ist seine starke Position innerhalb der OPEC v. a. ein willkommenes Druckmittel, sowohl im Kampf gegen den Iran als auch gegen die Fracking-Konkurrenz Nordamerikas.

Situation wird sich noch verschärfen

Á propos Iran:

Nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen im Zuge der Einigung auf ein Atomabkommen wird wohl auch Teheran den globalen Ölmarkt zunehmend fluten und damit die Situation des Überangebots – und der fallenden Preise – weiter verschärfen.

In den USA gehen derweil immer mehr Unternehmen in die Knie. Das teure Fracking rechnet sich nicht, wenn der Ölpreis für längere Zeit auf seinem jetzigen Niveau verharrt.

Viele der Firmen in der Branche sind zudem hochverschuldet. Kommt es hier zu Kredit-Ausfällen, fällt das wiederum auf den Banken-Sektor zurück.

Die meisten Förder-Firmen benötigen einen Ölpreis von etwa 60 Dollar je Barrel, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Bis dieses Niveau wieder erreicht wird, kann es noch dauern, zumal nicht nur das Überangebot steigt, sondern zugleich aufgrund der Konjunktur-Schwäche zahlreicher Länder auch die Nachfrage ins Stocken gerät, Stichwort: China.

Darüber hinaus vermag der Ölpreisverfall auch die Währungen zu destabilisieren, wie es sich am russischen Rubel drastisch ablesen lässt.

Probleme werden auch hier spürbar sein

Letztendlich werden die Probleme, die die niedrigen Ölpreise mit sich bringen, auch auf die deutsche Wirtschaft durchschlagen, nämlich spätestens dann, wenn die Nachfrage nach deutschen Produkten aus Ländern jenseits der EU spürbar nachlässt.

Deutsche Produkte werden teurer, wenn die jeweilige Landeswährung abgewertet wird, während zugleich die Kaufkraft der Handelspartner schwindet.

Ein Horror-Szenario für die Exportnation Deutschland. Einziges Trostpflaster bleibt, dass Experten sich einig sind, dass der Ölpreis wieder anziehen wird.

Bis es soweit ist, werden allerdings wohl noch einige Monate, vielleicht sogar Jahre vergehen. Staaten wie Venezuela werden bis dahin vermutlich pleite sein.

5. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.