Menü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2016 . . . Download hier ➜

Ölpreis: Welche Auswirkungen hat der Streit zwischen Saudis und Iran?

Der Ölpreis bewegt derzeit viele Anleger, aber auch Privatverbraucher, die sich wöchentlich stark schwankenden Preisen an den Tankstellen gegenüber sehen.

Aktuell sorgt wieder mal ein Twist zwischen Saudi-Arabien und dem Iran für Unruhe an den Ölmärkten. Nicht ohne Grund, denn Saudi-Arabien zählt zu den Top 3 der weltgrößten Ölproduzenten und gilt als das mächtigste OPEC-Mitglied. Ein eskalierender Streit mit dem Öl-Nachbar Iran könnte also durchaus Auswirkungen auf die Ölpreisentwicklung haben.

Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran

Doch bislang zeigt sich der Ölpreis relativ unbeeindruckt von einem möglichen „Öl-Krieg“ zwischen den Saudis und dem Iran. Der Grund: Nahost-Experten wie zum Beispiel Eurasia Analyst Hani Sabra glauben, dass der Iran vor allem eigene Interessen verfolgen und insbesondere wirtschaftliche Prioritäten den Vorzug geben wird.

Was war passiert? Saudi-Arabien hatte 47 Menschen, darunter mehrere schiitische Geistliche, wegen möglicher Terrorverbindungen hinrichten lassen. Nach Protesten und Drohungen aus dem Iran brach Saudi-Arabien die Handelsbeziehungen mit dem Iran ab.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots....

  • Die IND & COMM BANK OF CHINA ist die teuerste Bank der Welt
  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Cemex (Mexico), drittgrößter Zementhersteller der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • GAZPROM (Russland) die Nummer 3 der Welt
  • Und Petrobras (Brasilien), die Nummer 4 weltweit

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Iran will Ölproduktion um 1 Mio. Barrel pro Tag heben

Der Iran gibt sich davon unbeeindruckt und will seine Ölproduktion in den kommenden sechs Monaten hochfahren. Konkret geht es um 1 Mio. Barrel pro Tag, die aus dem Iran zusätzlich auf den Weltmarkt kommen könnten.

Damit will der Iran verloren gegangene Marktanteile im Zuge der Sanktionen wieder aufholen. Zur Erinnerung: Durch die Einigung im Atomstreit sollen die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zumindest teilweise aufgehoben werden. Der ölreiche Staat darf damit in 2016 wieder im großen Stil Erdöl exportieren und wird dies auch nutzen, um seine Haushaltslage zu verbessern, glauben Beobachter.

Ölpreisentwicklung in 2016: Überangebot dürfte weiter auf den Preis drücken

Dies könnte dazu führen, dass die ohnehin schon vorhandenen Überkapazitäten beim Öl noch weiter zunehmen werden. Bereits heute wird das Überangebot auf den Ölmärkten auf bis zu 2,0 Mio. Barrel pro Tag taxiert.

Sollte der Iran sein Versprechen einlösen und die Ölproduktion tatsächlich um bis zu 1,0 Mio. Barrel pro Tag heben, würde sich schnell ein Überschuss von 3,0 Mio. Barrel pro Tag ergeben, glaubt Again Capital Gründungspartner John Kilduff.

Kilduff sieht daher die Möglichkeit, dass der Ölpreis in 2016 sogar unter die Marke von 20 US-$ fallen könnte.

Die Weltkonjunktur lahmt, Wachstum in China kühlt sich ab

Als weiterer Bremsklotz für den Ölpreis könnte sich die lahmende Weltkonjunktur entwickeln. Zwar soll die Weltwirtschaft in 2016 um 3,6% wachsen, doch in China deutet sich eine weitere Abkühlung der Konjunktur an, was zuletzt für einen Schock an Chinas Börsen sorgte.

Eine zu starke Abkühlung der Wirtschaft in China würde auch die Ölpreisentwicklung tangieren, denn das Reich der Mitte ist nach den USA einer der größten Ölverbraucher. Bis Anfang der 2030er dürfte China sogar die USA als weltgrößter Ölkonsument ablösen, so eine Studie der Internationalen Energieagentur (IEA).

Fazit: Ölpreise bleiben weiter niedrig

Nahost-Experten erachten eine Eskalation des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und dem Iran aktuell für eher für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher scheint dagegen, dass sich beide Länder ihrer wirtschaftlichen Interessen besinnen und ihre Ölproduktion weiter hochfahren werden, um Marktanteile gegen die amerikanische Fracking-Industrie zu gewinnen.

Für Rohstoffanleger bedeutet dies – je nach politischer Nachrichtenlage – ein volatiler, aber niedriger Ölpreis, der auch an den deutschen Tankstellen für einen dauerhaft niedrigen Benzinpreis sorgten dürfte.

5. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands