Der Ölpreis steigt und steigt. Das wird auch künftig so sein, denn:
Die Nachfrage ist von der Produktion, nicht der Spekulation bestimmt.
Wer an diesem Trend mitverdienen möchte, kann sich dazu Unternehmensbeteiligungen, also Aktien in das Depot legen. Diese Meinung vertreten wir an dieser Stelle seit Jahren - morgen finden Sie dazu eine weitere Empfehlung.
Aber: Banken versuchen den neuen Trend mit neuen Zertifikat-Konstruktionen auszunutzen. Neue Papiere auf den Preis hebeln oder sichern die Gewinne, je nach Geschmack. Dies jedenfalls ist das Versprechen.
Hinter den Kulissen...
Dahinter verbergen sich jedoch in aller Regel altbekannte Strukturen, die meisten Investoren nicht helfen werden. So ein neues Bonuszertifikat der Raiffeisen-Bank, das nur in bestimmten Situationen genügend Rendite abwirft.
Wenn Sie davon ausgehen, dass der Preis für eine bestimmte Laufzeit nicht fallen kann, sind Bonus-Zertifikate die richtige Wahl, weil Sie mit bestimmten Bonus-Zahlungen rechnen können. Hier jedoch wäre die Rechnung falsch oder zumindest riskant.
- Grundlage ist der Brent-Ölpreis am 5. März.
- Sinkt der Ölpreis bis zum Ende der Laufzeit in einem Jahr nicht ein einziges Mal bis auf 70% des Emissionspreises, erhalten Sie als Investor eine Bonuszahlung in Höhe von 14%.
- Nur: hier wird die Laufzeit und die Anlageart zur großen Gefahr. Brent-Öl etwa wird in Dollar gemessen. Das heißt:
- Der Ölpreis hängt auch ab von der Entwicklung des Dollars. Legt die Währung zwischenzeitlich stark zu, etwa weil im Nahen Osten die Leitkraft der USA gefragt sind, wird dies Einfluss auf den Ölpreis haben.
- Zudem kann der Ölpreis kurzfristig auch spekulativ immer wieder unter Druck geraten. Lagerbestände, politische Rahmenbedingungen, neue Funde und ähnliche Faktoren bringen Öl immer wieder ins Wanken.
- Genau für Kurzfristspekulationen ist das schwarze Gold in der Regel nicht geeignet.
Das bedeutet auch: die "Barriere-Bedingung" von 70% ist in diesem Fall riskant. Sie werden statt der Bonuszahlung als Investor am Laufzeitende dann die tatsächliche Wertentwicklung des Ölpreises erhalten.
Das Grundproblem bleibt dann aber: die Laufzeit sorgt dafür, dass die Investition in Öl zur Spekulation verkommt. Zeitpunktbezogene Prognosen sind nicht das geeignete Mittel der Wahl.
Öl: strategisch einsetzen
Öl setzt nicht nur die Wirtschaftspolitik strategisch für die Volkswirtschaft ein. Sie können den Schmierstoff auch für Ihr Depot strategisch verwenden.
So wird Öl als Sachwert nicht nur Inflationsschutz sein, sondern ebenso eine Konjunkturwette. Sollte diese in den kommenden Monaten nicht aufgehen, wie es etwa die neuesten Daten für den Euroraum nahelegen, können Sie per langfristiger Investition die nächste Konjunkturerholung mitnehmen.
GeVestor meint: Öl ist daher das ideale Investment für Aktien und für Laufzeitwetten, auch in Form von Bonuszertifikaten, denkbar ungeeignet.
Wer keine Einzel-Aktien kaufen möchte, kann sich einen ETF börsengehandelten Indexfonds auf die Branche kaufen - damit haben Sie zugleich das Risiko zugunsten der Renditeoptimierung reduziert.


