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Brent Crude oder WTI – Rohöl ist nicht gleich Rohöl

In der Berichterstattung zum Thema Rohöl werden in den Medien häufig zwei ganz verschiedene Preisangaben genannt.

Grund dafür ist die Tatsache, dass es auf dem Weltmarkt verschiedene Ölsorten gibt, die unterschiedlichen Preisschwankungen unterliegen.

Mehr dazu: Was ist ein Future?

Rohöl: Verschiedene Sorten

Die beiden wichtigsten Rohölsorten des Welthandels heißen Brent Crude und WTI.

Wenn in den Nachrichten die Rede von einem Anstieg des Ölpreises ist, kann der Verbraucher zunächst einmal nicht genau wissen, welche Marke eigentlich gemeint ist.

Ihre Verfügbarkeit, die Menge ihrer jeweiligen Produktion und die unterschiedliche regionale Nachfrage bewirken, dass die beiden Ölsorten teilweise unterschiedliche Preisentwicklungen aufweisen.

Zum anderen wird Öl an der Börse für gewöhnlich in Form von Terminkontrakten gehandelt, also bindenden Transaktionsverträgen.

Diese werden zwar sofort geschlossen, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt abgewickelt.

Die unterschiedlichen Fälligkeitstermine sorgen für unterschiedliche Kurse und verändern somit den Ölpreis stets noch zusätzlich.

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Auf den Schwefelgehalt kommt es an

Generell gilt es im Ölgeschäft, darauf zu achten, wie hoch bzw. niedrig der Schwefelgehalt einer Rohölsorte ist.

Je weniger Schwefel enthalten ist, desto leichter ist das Rohöl weiterzuverarbeiten und als desto hochwertiger wird es angesehen.

Außerdem kann aus schwefelarmen Öl eine größere Endmenge an Benzin oder Diesel gewonnen werden, was den Wert ebenfalls entsprechend ansteigen lässt.

Über die Jahrzehnte haben sich ein paar so genannte Benchmarks, also Referenzsorten, auf den Finanzmärkten etabliert, an denen sich alle anderen Ölsorten messen lassen müssen.

Zu diesen gehört unter anderem die Marke Brent Crude.

Brent Crude: Das schwarze Gold der Nordsee

Die Rohölmarke Brent Crude wurde nach einem Ölfeld in der Nordsee benannt, das 1971 von den Unternehmen Shell und Esso erschlossen wurde.

Genau genommen handelt es sich heutzutage allerdings um eine Mischung verschiedener hochwertiger Ölsorten aus der Nordsee. Man spricht dabei auch von einem so genannten ‚Blend‘.

Diese Ölsorten stammen größtenteils aus den Ölfeldern Brent und Ninian. Aus Gründen der Auslastung wird zusätzliches Öl der Felder Forties, Oseberg und Ekofisk hinzugefügt.

Von dort wird das Brent-Öl über eine Unterwasserpipeline zum Ölterminal Sullom Voe auf Shetland befördert und danach per Tanker weiter verschifft.

Brent wird vor allem an der Londoner Rohstoffbörse ICE gehandelt, die größten Transaktionen finden im europäischen Raum statt.

Dies ist auch der Grund dafür, dass Brent als Referenzöl für ganz Europa angesehen wird. Sein Preis wird in US-Dollar je Barrel notiert, wobei ein Barrel 159 Litern entspricht.

Mehr dazu: Brent Oil Chart – Die Chartnalyse zum Brent Oil Index

WTI: Texas Light Sweet

WTI steht für West Texas Intermediate und bezeichnet eine Sorte Rohöl, die zweifellos zu den besten der Welt gehört.

Sie wird aus verschiedenen Quellen an der amerikanischen Golfküste und dem mittleren Westen der USA gewonnen.

Dieses Öl weist einen extrem niedrigen Schwefelgehalt auf, weswegen es im Fachjargon der Rohstoffhändler auch als „leicht und süß“ beschrieben wird.

Daher stammt auch seine Alternativbezeichnung im Englischen, nämlich „Texas Light Sweet“. Es eignet sich besonders gut zur Mineralöl-Raffinierung und zur Herstellung von Benzin.

WTI-Öl ist damit noch ein gutes Stück hochwertiger als die Rohöl-Marke Brent und stellt lange Zeit den alleinigen Maßstab für gute Ölqualität dar.

Heutzutage werden nur noch geringe Mengen von WTI gefördert, weshalb es seine Vorreiterposition mit der Zeit verloren hat und im physischen Handel keine herausragende Stellung mehr einnimmt.

Dennoch basieren immer noch die meisten Finanzderivate des Rohstoffmarktes auf dem WTI-Kurs.

Außerdem besitzt WTI-Rohöl weiterhin eine besondere Bedeutung für die USA, da die Staaten fast ausschließlich durch diese Marke versorgt werden.

Es gilt daher weiterhin als die amerikanische Referenzsorte. Sein Preis wird in ebenso wie Brent Crude in US-Dollar je Barrel notiert.

30. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.