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Ölpreissturz – welche Länder am meisten darunter leiden

Während Autofahrer mit Blick auf die Spritpreise aufatmen können, sorgt der Ölpreissturz bei Rohstoffländern wie Russland, Iran, Nigeria und Venezuela für ernste Probleme.

Der Grund: Diese Rohstoffländer bestreiten einen großen Teil ihrer staatlichen Einnahmen durch den Export von Rohöl. Gibt es einen Ölpreissturz auf 82 US-$ (Brent-Öl), wie in den vergangenen Monaten geschehen, sinken auch die Einnahmen dieser Länder und der Haushalt gerät in Schieflage.

Dies wiederum führt zu Sparmaßnahmen in den betroffenen Ländern, wodurch Russland, Iran, Nigeria und Venezuela weniger Geld ausgeben und damit weniger Waren aus anderen Ländern wie zum Beispiel aus Deutschland importieren.

Damit sind indirekt auch deutsche Unternehmen und Anleger vom Ölpreissturz betroffen, auch wenn sich die negativen Auswirkungen bislang noch in Grenzen halten.

Ölpreissturz: Diese Länder leiden besonders unter dem Preisverfall

Während wohlhabende Länder wie Saudi-Arabien den Ölpreissturz noch vergleichsweise gut verkraften können, dürfte der Iran besonders stark unter der aktuellen Situation leiden.


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Das Land kämpft nach mit Sanktionen und ist auf Deviseneinnahmen aus der Ölförderung angewiesen. Der iranische Haushalt wäre bei einem Ölpreis von 135 US-$ ausgeglichen, so Daten der Deutschen Bank und Thomson Reuters.

Um die fehlenden Einnahmen auszugleichen, will das Land die Förderung von zuletzt 2,8 Mio. Barrel pro Tag auf bis zu 4,0 Mio. Barrel ausweiten – selbst wenn der Ölpreis dadurch auf 20 US-$ fällt, so der iranische Ölminister im Frühjahr 2014.

Russlands große Abhängigkeit vom schwarzen Gold

Ähnlich düster sieht es für Russland aus. Nicht nur das sich Russland aufgrund der Ukraine-Krise politisch isoliert hat und mit Sanktionen kämpft, auch benötigt Russland einen Ölpreis von rund 100 US-$ für einen ausgeglichenen Haushalt.

Der russische Finanzminister Anton Siluanov kündigte bereits Sparmaßnahmen an, das Budget soll um 10% gekürzt werden. Die russische Zentralbank arbeitet bereits an einen Notfallplan, wenn der Ölpreis auf 60 US-$ fällt. Setzt sich der Ölpreissturz weiter fort, droht Russland ein Sturz in die Rezession, denn das Öl- und Gasgeschäft steuert rund die Hälfte der Staatseinnahmen bei.

Venezuela steht am Abgrund, Nigeria hält nicht mehr lange durch

Ärmere Länder wie Venezuela und Nigeria trifft der Ölpreissturz noch härter. Zwar verfügt Venezuela über die größten Ölreserven weltweit, doch der größte staatliche Ölkonzern PDVSA ist bereits ruiniert, nachdem Geld und Technik fehlen, um das Erdöl aus dem Boden zu holen.

Sinkt der Ölpreis noch weiter, steht Venezuela endgültig vor dem Staatsbankrot, denn das Land ist nicht nur hoch verschuldet, sondern bestreitet auch 90% seiner Deviseneinnahmen aus dem Ölverkauf. Der staatliche Ölkonzern PDVSA deckte bislang rund 60% des gesamten Haushalts ab.

Auch Nigeria ist stark vom Ölpreis und den damit verbundenen Deviseneinnahmen abhängig. Darum will auch Nigeria so viel Öl exportieren wie im Vorjahr, benötigt auch das afrikanische Land einen hohen Ölpreis für einen ausgeglichenen Haushalt. Ökonomen schätzen, dass Nigeria das niedrigere Ölpreisniveau nur wenige Monate durchhalten kann, bevor das Land in die Rezession schlittert.

Kapitalanlagen: Anleger sollten selektiv wählen

Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Ölpreis nicht zuletzt wegen der weiter steigenden Produktion auch im nächsten Jahr weiter niedrig bleiben wird.

Anleger sind daher gut beraten, bei russischen Ölkonzernen wie Rosneft und Lukoil vorsichtig zu sein. Auch der britische Ölkonzern BP plc, der rund 20% an Rosneft hält, dürfte für Privatanleger kein risikoloses Investment sein, nachdem der Westen Sanktionen gegen Rosneft verhängt hat.

Besser mit dem Ölpreissturz kommen dagegen Unternehmen wie Exxon Mobil zurecht, die bereits früh auf das Öl-Fracking gesetzt haben. Auch Fluggesellschaften gehören zu den Gewinnern des niedrigen Ölpreises.

18. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands