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Österreich in der Schuldenfalle: Kärnten gilt als Pleite

In Österreich laufen die Schulden aus dem Ruder. Grund für die Misere ist unter anderem die Skandalbank Hypo Alpe Adria, die sich insbesondere für das Bundesland Kärnten zu einem Milliardengrab entwickelt.

Aber auch sonst hat die idyllische Alpenrepublik alle Hände voll zu tun, denn die Pro-Kopf-Verschuldung liegt in Österreich inzwischen sogar höher als in Griechenland.

Der Grund sind die steigenden Schulden in Österreich. Während Athen mit 317 Mrd. € in der Kreide steht, summierten sich auch die Staatsschulden Österreichs Ende 2014 auf 278 Mrd. €. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt damit 32.689 €, während jeder Grieche „nur“ mit 29.081 € in Kreide steht.

Hypo Alpe Adria bringt Kärnten an den Abgrund

Nur einem Notkredit in Höhe von 350 Mio. € ist es zu verdanken, dass das Bundesland Kärnten noch nicht zahlungsunfähig ist. Der Grund: Kärnten haftet als ehemalige Eigentümerin der Hypo Alpe Adria für die Schulden und Anleihen der Skandalbank. Die Haftungsrisiken werden auf rund 10 Mrd. € taxiert, eine Summe, die das Budget Kärntens bei weitem übersteigt.

Auch die eilig ins Leben gerufene Hypo-Abbaubank Heta schafft das Problem nicht aus der Welt, denn die Milliardenaltlasten bleiben vorerst bestehen. Dabei geht es um direkte Schulden in Höhe von 4,0 und 7,6 Mrd. €, die bis Mai 2016 auch nicht bedient werden können.

Staatsschulden Österreichs explodieren

Die Krise der ehemaligen Kärnter Landesbank hat dazu geführt, dass die Staatsschulden Österreichs zuletzt in die Höhe geschnellt sind. Von 74,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in 2013, auf über 84% in 2014. In 2015 dürfte der Schuldenberg auf 291 Mrd. € klettern, womit Österreich mit 86,8% des BIP verschuldet sein wird, heißt es aus Wien. In 2016 sollen die Schulden dann sinken.

Momentan deutet aber noch nichts daraufhin, dass sich die Alpenrepublik aus der Schuldenfalle befreien kann. Laut Eurostat steigen die Schulden Österreichs derzeit um etwa 412,5 € pro Sekunde.

Wien kämpft gegen Überschuldung

Probleme gibt es auch in Wien. Österreichs Hauptstadt wies Ende 2014 einen Schuldenstand von rund 4,9 Mrd. € auf, im Schnitt steht damit jeder Einwohner Wiens mit 2.770 € in der Kreide. Gegenüber dem Vorjahr ist der Schuldenstand der Hauptstadt um 258 Mio. € gewachsen.

Die Probleme der Hauptstadt können auf das gesamte Land übertragen werden. Insgesamt benötigt Wien und die Alpenrepublik mehr Wirtschaftswachstum, um die steigenden Sozialkosten und ausufernden Schulden bekämpfen zu können.

Schwaches Wirtschaftswachstum erschwert Schuldenabbau

Österreichs Wirtschaft kommt einfach nicht in die Gänge. Laut Angaben des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) wächst die Wirtschaft der Alpenrepublik seit 2013 kaum mehr.

Nach einem Plus von real 0,2% in 2013, blieb auch das Jahr 2014 mit einem Wirtschaftswachstum von mageren 0,3% hinter den Erwartungen zurück. Auch 2015 dürfte nicht viel besser werden, erst für 2016 rechnen die Wirtschaftsforscher wieder mit einem stärkeren Wachstum in Österreich. Für Anleger ist das schade, gilt Österreich eigentlich als ein Aktienmarkt mit großen Chancen.

18. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands