Vor kurzem gab die "Aberden Immobilien Kapitalanlagegesellschaft" bekannt, sie werde ihren Fonds "Degi Global Business" auflösen.
Ein offener Immobilienfonds. Die gute Nachricht für Sie: von diesem Crash sind Sie nicht betroffen. Die schlechte: die Krise ist noch nicht ausgestanden.
Offener Immobilienfonds für institutionelle Investoren
Dieser offene Immobilienfonds war und ist für institutionelle Investoren aufgelegt. Etwa 100 Investoren sind hier dabei: Versicherungen, Dachfonds oder Pensionskassen. Es geht um 253,8 Millionen Euro, die derzeit auf Eis liegen. Dies ist nicht Ihr Geld, aber: das Crash-Risiko bei offenen Immobilienfonds geht weiter.
Der aktuelle Fall verdeutlicht diese Gefahr. Der Fonds geht vor wie andere offene Immobilienfonds, die schließen oder bei denen eine Schließung droht: hier soll das "noch vorhandene Vermögen" bis 2014 ausgezahlt werden.
Bei einem offenen Immobilienfonds besteht das Vermögen in der Regel aus einem Großteil Immobilien, aber auch an Cash-Positionen sowie Investitionen beispielsweise in Geldmarktfonds.
Da die Gesellschaft auch in diesem Fall ankündigt, auszahlen zu wollen - und zu müssen - werden die Preise für die betroffenen Objekte sinken, wenn nicht ein Wunder geschieht. Genau das ist das Problem so vieler offener Immobilienfonds und für Investoren, die dort Vermögen investiert haben.
Nicht ausreichend liquide Mittel: das Grundproblem
Diese offenen Immobilienfonds werden bei einer Liquidation zu wenig an die verbleibenden Investoren auszahlen können. Aktuell haben Sie als Betroffener die Wahl, bei bereits angekündigten oder angedrohten endgültigen Schließungen Anteile zurück zu geben oder aber über die Börse zu verkaufen.
Der Handel über die Fondsbörsen in Hamburg oder Frankfurt ist jedoch noch nicht groß genug, um einen großen Run zu verarbeiten.
"Run" bedeutet: viele Investoren auf einmal wollen ihre Anteile verkaufen. Genau diese "Runs" hatten zum Aus der offenen Immobilienfonds geführt.
Die liquiden Mittel reichten nicht, um die Anteile auszubezahlen. Daher hätten die Fonds Immobilien schnell veräußern müssen und dadurch Preisabschläge riskiert. Also genau das, was die Fonds, die endgültig geschlossen werden, jetzt machen müssen.
Noch immer nicht gerettet und daher geschlossen sind die folgenden Fonds:
- CS Euroreal,
- SEB Immoinvest,
- Degi German Business
- Degi International,
- Kanam Grundinvest
- Axa Immoselect
Wir warnen davor, diese Fonds über die Börse zu kaufen - das Schicksal des Immobilienvermögens in deren Portfolios kann in dieselbe Richtung gehen wie beim jetzt geschlossenen "Degi Global Business": das Management muss die Immobilien zu einem Preis mit Abschlag verkaufen.
GeVestor meint: Achtung: der Crash bei offenen Immobilienfonds ist noch nicht vorbei, zeigt das jüngste Ereignis.
Das Risiko bei vielen dieser Angebote ist groß. Unser einziger Fonds auf der Empfehlungsliste ist der "HausInvest". Probleme dort erwarten wir nicht.



