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Offener Wirtschaftskreislauf: Ungleichgewicht der Wirtschaftsbewegungen

Innerhalb eines jeden Staates existieren verschiedenste Wirtschaftsabläufe. So erhalten Konsumenten Geld von ihren Arbeitgebern, den Unternehmen, welches sie für Güter oder Dienstleistungen eintauschen oder auf ihren Sparbüchern oder Konten zurücklegen. Hierbei wird zwischen geschlossenen und offenen Wirtschaftskreisläufen unterschieden.

In beiden Varianten können dabei bis zu 5 Wirtschaftssubjekte auftreten – die bereits erwähnten Privathaushalte und Unternehmen werden in der ausführlichsten Form eines Wirtschaftskreislaufs noch um den Staat, Banken und das Ausland ergänzt.

Geschlossener oder offener Wirtschaftskreislauf?

Meist wird bei der Darstellung eines Wirtschaftskreislaufs auf die geschlossene Form zurückgegriffen. In dieser ist der Wert der Zuströme der jeweiligen Akteure entsprechend der Abflüsse. Dies bedeutet beispielsweise, dass ein Privathaushalt 20 Geldeinheiten als Gehaltszahlung vom Unternehmen erhält. Diese 20 Einheiten müssen aus dem Privathaushalt in einem geschlossenen Wirtschaftskreislauf wieder abfließen.

So können beispielsweise 15 Einheiten in den Kauf von Gütern und Dienstleistungen zurück an die Unternehmen fließen. Die restlichen 5 Einheiten werden hingegen bei der Bank angespart. Ist dies jedoch nicht der Fall, und 1 Geldeinheit wird vom Haushalt einbehalten, spricht man von einem offenen Wirtschaftskreislauf.

Beispiel mit einem einfachen Wirtschaftskreislauf

Für eine detailliertere Erklärung reicht jedoch bereits ein einfacher Wirtschaftskreislauf mit nur 2 Akteuren aus. Dieser besteht nur aus privaten Haushalten – also Arbeitnehmern – und Unternehmen, die Güter oder Dienstleistungen an diese Haushalte offerieren. Die Haushalte zahlen für diese Güter mit ihrem Gehalt, welches sie vom Unternehmen im Austausch zu ihrer Arbeitskraft und weiteren Produktionsfaktoren wie Wissen erhalten.

In unserem Beispiel wird der Haushalt durch den Single Peter Weber dargestellt, der im Supermarkt „XL-Einkauf“ arbeitet. Hier arbeitet er bei einem Stundenlohn von 10 € monatlich in 150 Stunden, verdient also 1.500€. Da der Faktor „Staat“ in diesem Beispiel nicht existiert, muss er auf diesen Lohn keine Steuern zahlen.

Um einen geschlossenen Wirtschaftskreislauf zu erhalten, muss Herr Weber diese 1.500 € wieder ausgeben. So zahlt er an sein Miet-Unternehmen 900€ inklusive der Nebenkosten. 100€ werden in Festnetz, Mobiltelefon und Internet investiert. Für 400€ gibt Herr Weber monatlich für Lebensmittel aus, die restlichen 100€ kommen für Kleidung und Hygieneprodukte auf. Da Herr Weber durch das Fehlen des Faktors „Kapitalsammelstelle“ keine Möglichkeit besitzt, das Geld anzusparen, wird der Wirtschaftskreislauf geschlossen bleiben.

Ausländische Akteure führen schnell zu offenem Wirtschaftskreislauf

Anders sieht es jedoch aus, wenn wir einen vollständigen Wirtschaftskreislauf betrachten, der auch Akteure außerhalb des eigenen Wirtschaftskreislaufes mit einbezieht. Hier kann beispielsweise durch Import und Export schnell ein Ungleichgewicht von Zu- und Abflüssen entstehen, was einen offenen Wirtschaftskreislauf erzeugt.

So importiert „XL-Einkauf“ Waren im Wert von 500€ aus Dänemark, kann sie jedoch nicht komplett verkaufen und behält einige Produkte im Bestand. Somit sind zwar 500€ aus dem Wirtschaftskreislauf ins Ausland gegangen, die ausländischen Waren werden jedoch nicht komplett in Umlauf gebracht werden.

In der Folge kann ein offener Wirtschaftskreislauf negative Folgen für die Konjunktur haben. Im Extremfall müsste der Supermarkt Kosten einsparen, was oftmals durch die Senkung von Löhnen geschieht. Dies führt wiederum zu einem geringeren Absatz ihrer Güter, was negative Folgen für die gesamte Wirtschaftsleistung des Staates haben kann.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.