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Oligopol: Beispiele aus Theorie und Praxis

Das Wort Oligopol stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Verkauf durch wenige“.

Der Begriff steht also für eine Marktform, bei der eine geringe Anzahl von Anbietern einer Ware oder Dienstleistung einer großen Menge von Nachfragern gegenübersteht.

Die 3 Arten des Oligopols und Beispiele

In der Regel lassen sich Oligopole in die folgenden 3 Arten unterteilen:

  • das Angebotsoligopol
  • das Nachfrageoligopol
  • das zweiseitige Oligopol

Das Angebotsoligopol

Um ein Angebotsoligopol handelt es sich, wenn die Nachfrager nur eine sehr begrenzte Auswahlmöglichkeit aus Konsumgütern verschiedener Hersteller haben.

Gleichzeitig geht mit dieser Marktform einher, dass es in einer bestimmten Branche nur sehr wenige Anbieter gibt, welche sich den Markt teilen und somit über eine relativ hohe Marktmacht verfügen.

Beispiel:

Deutschlandweit gibt es nur 5 Mineralölgesellschaften, dem gegenüber aber eine große Menge an Autofahrern, die Benzin und Diesel tagtäglich aufs Neue benötigen.

Das Nachfrageoligopol

Ein Nachfrageoligopol liegt vor, wenn es nur wenige Nachfrager innerhalb einer Branche gibt. Eine große Zahl von Anbietern steht also einer geringen Zahl von Nachfragern gegenüber.

Beispiel:

In einem Feriengebiet gibt es 30 Ferienpensionen, jedoch nur 2 Reisegesellschaften, welche die Pensionen in ihren Programmen anbieten.

Das zweiseitige Oligopol

Sind auf dem Markt sowohl wenige Nachfrager, als auch wenige Anbieter vorhanden, spricht man in der Mikroökonomie von einem zweiseitigen oder auch bilateralen Oligopol.

Beispiel:

Auf dem Markt für Spezialmaschinen gibt es wenig herstellende Anbieter, da der Bedarf an beispielsweise Fräsmaschinen und somit der Menge an Nachfragern nicht sehr groß ist.

Oligopole in Deutschland: 3 Beispiele aus der Praxis

Auch auf dem deutschen Markt existiert eine Großzahl von Oligopolen, mit denen sich der Bundesbürger als Nachfrager bewusst oder unbewusst konfrontiert sieht.

So handelt es sich beim deutschen Strommarkt um ein Oligopol. Im Wesentlichen teilen sich die 4 Großkonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall das Bedürfnis und somit die Nachfrage an Strom auf dem deutschen Markt untereinander auf.

Zusammen decken die Unternehmen 80% des Erzeugungsmarktes ab.

Ein weiteres Beispiel stellt der Mobilfunkmarkt dar. Millionen von deutschen Mobilfunknutzern haben die Wahl, sich zwischen den 4 großen, öffentlichen Netzbetreibern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 zu entscheiden.

Das gleiche gilt für die europäische Mineralölwirtschaft. Hier sind für die Produktion sowie den Vertrieb von Benzin und Diesel im Wesentlichen die 5 Großkonzerne BP/Aral, Esso (Exon), Jet (ConocoPhillips), Shell und Total verantwortlich.

Die Beherrschung des Kraftstoffmarktes hat zur Folge, dass diesem Oligopol in Deutschland vorgeworfen wird, den Wettbewerb gesetzeswidrig zu behindern, indem sie ihren Sprit zu überhöhten Preisen anbieten, um somit die freien Tankstellen aus dem Markt zu drängen.

27. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.