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Oligopol: Die Definition des Marktphänomens und seine Auswirkungen

Als Oligopol bezeichnet man in der Mikroökonomie eine Marktform, bei der eine geringe Anzahl von Anbietern vielen Nachfragern gegenüber steht.

Das umgekehrte Phänomen nennt sich Oligopson.

Hierbei handelt es sich um eine größere Anzahl von Anbietern im Gegensatz zu wenigen Nachfragern.

Ein Oligopol mit genau 2 Anbietern hingegen bezeichnet man als Duopol.

Mehr zum Thema: Oligopol und Preisbildung

Homogenes Oligopol vs. Heterogenes Oligopol

Von einem homogenen Oligopol spricht man dann, wenn die jeweiligen Güter aus Sicht der Kunden gleichwertig und somit austauschbar sind.

In der Mikroökonomie spricht man in solch einem Fall von einem Substitutionsgut.

Das heißt, die Güter entsprechen sich in Preis, Qualität und Leistung so weit, dass sie dazu geeignet sind, denselben Bedarf beim Nachfrager zu decken.

Ein typisches Beispiel für ein Substitut sind beispielsweise Butter und Margarine.

Ein homogenes Oligopol hat zur Folge, dass der Kunde keine Präferenzen für die Güter unterschiedlicher Anbieter entwickelt.

Ein heterogenes Oligopol hingegen bezeichnet eine Marktform, bei der eine begrenzte Zahl konkurrierender Anbieter eine Variante eines spezifischen Produkts innerhalb einer spezifischen Produktkategorie anbietet.

Oligopol: Die Definition und ihre Merkmale

Eines der prägnantesten Merkmale eines Oligopols ist die Marktmacht der verschiedenen Anbieter.

Da es nur eine sehr geringe Anzahl von Anbietern gibt, können diese durch die Preis- und Mengenentscheidung ihrer Produkte das Marktgeschehen sowie das Verhalten ihrer Konkurrenten maßgeblich beeinflussen.

Diese Beziehung zwischen den einzelnen Anbietern nennt man Reaktionsverbundenheit.

Denn senkt ein Anbieter den Preis seines Konsumguts, so werden die Konkurrenten ihre Preise entsprechend anpassen, um keine Kunden zu verlieren.

Mehr dazu: 2-seitiges Oligopol: Erklärung und Beispiel im Überblick

So kann ein Oligopol unter Umständen zu einem sehr intensiven Wettbewerb zwischen den verschiedenen Verkäufern führen.

Preisführerschaft, Imitation und Wettbewerb: Mögliche Resultate eines Oligopols

Im Rahmen eines Oligopols sind unterschiedliche Reaktionen der Marktteilnehmer möglich.

So kann es beispielsweise zu einer Preisführerschaft kommen.

Von einer Preisführerschaft spricht man dann, wenn ein Anbieter von seinen Konkurrenten als Preisführer anerkannt wird.

In solch einem Fall werden die Marktteilnehmer ihre Preise erst verändern, wenn der Preisführer mit einer Preisänderung vorausgegangen ist.

Mehr dazu: So funktioniert die Preisbildung im Oligopol.

Ein anderes, denkbares Modell ist die Imitation, das heißt, ein Anbieter strebt die Nachahmung seines Konkurrenten an, welcher in der Regel gleichzeitig auch der Preisführer ist.

Darüber hinaus kann es geschehen, dass die jeweiligen Unternehmen einen Zusammenschluss beziehungsweise eine Vereinbarung untereinander treffen, um den Wettbewerb selbstständig zu beschränken.

In der Wirtschaft spricht man in diesem Fall auch von Kartellbildung.

Weitere Resultate eines Oligopols sind der Wettbewerb, die Preisstarrheit oder der ruinöse Wettbewerb, bei welchem ein Anbieter seine Konkurrenten durch ein besonders aggressives Preisverhalten aus dem Markt drängen will.

Rechtliche Konsequenzen eines Oligopols: Die Gesamtwirtschaft im Auge

Direkte Preisabsprachen zwischen den Marktakteuren sind nach dem deutschen Wettbewerbsrecht nicht zulässig.

Grund dafür ist die Angst vor den Auswirkungen: Direkte Preisabsprachen zwischen den Unternehmen könnten einen negativen Einfluss auf den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand haben.

Auch Fusionen der einzelnen Anbieter können vom zuständigen Kartellamt verboten werden.

Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die Zusammenarbeit zu einem schädlichen Oligopol führen kann.

Ein schädliches Oligopol liegt zum Beispiel dann vor, wenn eine Kollusion der Oligopolisten droht.

17. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.