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Online-Banking: Die Steuer-Falle im Netz

Immer mehr deutsche Bundesbürger setzen auf Online-Banking. Bei Steuern kann dieses Vertrauen in die Technik jedoch schnell zu einer Falle werden.

Über 28 Millionen Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte in Deutschland inzwischen bequem von ihrem heimischen PC. Dies sind immerhin mehr als 45% der 16- bis 74-Jährigen, meldet der Hightech-Verband BITKOM.

Online-Banking: Deutsche Steuerzahler nur im Mittelfeld

Damit liegt Deutschland europaweit jedoch nur im Mittelfeld, Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder Norwegen und Island mit rund 86% der Bevölkerung. Auch unsere Nachbarn aus den Niederlanden sind mit rund 80% ganz vorne dabei.

Der Verband erklärt die vergleichsweise niedrige Nutzung in Deutschland mit den hohen Sicherheitsbedenken der hiesigen Nutzer. Außerdem sei die Dichte der Bankfillialen hier deutlich höher als in vielen anderen Ländern Europas.

In Deutschland lauert bei der Nutzung der Bank im Internet zusätzlich eine ganz besondere Steuerfalle. Diese betrifft die Archivierung der Kontoauszüge.

Online-Banking: Steuer-Falle Archivierung

In den vergangenen Monaten kamen tausende Personen unter Generalverdacht durch das örtliche Finanzamt – hohe Nachzahlungen drohten.

Denn in Deutschland ist es nicht mehr zulässig, die elektronischen Kontoauszüge auszudrucken und in einen Ordner abzuheften. Auch die Speicherung als PDF-Datei ist nicht als rechtskräftiges Beweismittel erlaubt.

Zugelassen sind demnach nur noch die Speicherung der Kontoauszugsdaten auf einem maschinell auswertbaren Datenträger.

Ausdrucke leicht manipulierbar

Das Finanzamt argumentiert damit, dass sowohl Ausdrucke als auch PDF- Dateien sehr leicht zu manipulieren seien. Daher schätzte der Fiskus einfach Einnahmen hinzu, was im Zweifel schnell sehr teuer werden kann.

Als Lösung für alle, denen ein entsprechendes Schreiben des Finanzamtes im Briefkasten gelandet ist und denen ebenfalls eine saftige Nachzahlung droht, kann die Anfrage an die Bank sein. Diese kann sämtliche Kontoauszüge noch einmal elektronisch zustellen.

Elektronischer Kontoauszug: Hohe Gebühren drohen

Diese können dann an das Finanzamt weitergegeben werden. Doch Vorsicht: Für den erneuten Versand fordert die Bank Gebühren an, die sich im Zweifel jedoch deutlich unter den drohenden Nachzahlungen bewegen sollten.

Eine Verwaltungsanweisung des Bayerischen Landesamtes für Steuern gibt eine Alternative an, die ebenfalls akzeptiert wird. Die Übermittlung und Speicherung eines elektronischen Kontoauszuges, der mit einer digitalen Signatur versehen ist, muss vom Finanzamt seitdem akzeptiert werden.

Mit dieser Signatur wird dafür gehaftet, dass der Auszug wirklich echt ist. Einen Haken hat aber auch diese Option: Auch für die Speicherung der Signatur verlangt die Bank eine Gebühr.

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit gibt es jedoch: die guten alten Kontoauszüge auf Papier, die es in den meisten Fällen kostenlos am entsprechenden Drucker in der Bankfilliale gibt. Diese sind natürlich auch weiterhin zulässig.

6. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.