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Online-Broker: Depotführung und Wertpapierorder als Kostenfalle

Kostenlose Depotführung und unschlagbar günstige Wertpapierorder – auf diesen einfachen Nenner lassen sich die Werbeaussagen der meisten Online-Broker bringen.

Das stimmt leider nur zum Teil, auch hier fallen versteckte Gebühren an.

Daher lohnt es sich, die Gebühren genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn eines ist sicher: Die Banken erbringen nicht alle Leistungen kostenfrei.

Oft verlangen sie für Leistungen Geld, auf die Sie bei Eröffnung des Depots noch gar nicht gekommen wären.

Hier lohnt es sich, die Preis- und Leistungsverzeichnisse der verschiedenen Broker zu vergleichen – gerade im Hinblick auf die Leistungen, die Ihnen persönlich wichtig sind und die Sie häufig in Anspruch nehmen.

Machen Sie sich mit den wichtigsten Kostenfallen vertraut. Dann können Sie sich den Broker aussuchen, der am besten zu Ihrem Verhalten passt.

Alternativ können Sie auch auf Leistungen verzichten, die Ihnen nicht so wichtig erscheinen und die Ihr Portemonnaie nur unnötig belasten.

Depotgebühren: unüblich und obendrein unnötig

Früher war es für Banken undenkbar, ein kostenloses Wertpapierdepot für Privatanleger zu führen. Gerade die Filialbanken ließen sich diesen Service gut bezahlen. Seit es aber Direktbanken gibt, hat sich das geändert.

Bei den meisten Online-Brokern gehört ein kostenloses Depot zum Standard. Allerdings gibt es auch hier manche, die ihren Kunden Geld für die Depotführung abknöpfen.

Online-Broker, die Depotgebühren verlangen

So wird bei der Onvista-Bank (ehemals Fimatex, www.onvista-bank.de), die zur französischen Großbank Société Generale gehört, ein Depot nur im ersten Jahr nach der Eröffnung gebührenfrei geführt.


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Danach berechnet der Online-Broker 0,05% des Depotwerts pro Halbjahr. Bei einem 30.000-€-Depot wären dies also 15 € pro Halbjahr, sprich 30 € Gebühren pro Jahr, bei einem Depotbestand von 100.000 Euro immerhin jährlich 100 €.

Weniger stark ins Gewicht fallen die Depotgebühren bei S-Broker (www.sbroker.de), der Online-Depotbank der Sparkassen. Sie liegen bei 1,95 € pro Monat (= 23,40 € pro Jahr), fallen aber nur an, wenn

  • Ihr Depotwert und die zugehörigen Konten zusammen einen Vermögensbestand von weniger als 10.000 € aufweisen oder
  • wenn Sie pro Quartal nicht mindestens eine Order aufgeben.

Die Gebühr wird quartalsweise berechnet und entfällt, wenn Ihr verwahrtes Vermögen (Depot und Konten) über diesem Betrag liegt oder wenn Sie mindestens eine Wertpapiertransaktion im Quartal tätigen.

Wertpapierorders: Diese Kostenfallen sollten Sie kennen

Die in der Werbung genannten Ordergebühren mögen noch so günstig sein, sie gelten aber meist nur für einen Beispielfall, den die Bank in ihrer Werbung zitiert.

Wie viel Sie tatsächlich zahlen, hängt davon ab, wie Sie einen Kauf- oder Verkaufsauftrag von Wertpapieren tatsächlich ausgestalten. Aufgepasst heißt es besonders bei folgenden Fallen:

Direkthandel: Günstige Ordergebühren, ungünstige Kurse

Die erste Falle lauert bereits bei der Frage, wo Sie Ihre Wertpapiere ordern. Achten Sie unbedingt darauf, dass im Orderformular, das Sie online ausfüllen, nicht etwa „Direkthandel“ oder „Sekundenhandel“ eingetragen ist.

Damit ist der außerbörsliche Handel gemeint. Über diesen Direkthandel  reduzieren Banken oft ihre eigenen Wertpapierbestände oder stocken sie auf. Das mag auf den ersten Blick günstig aussehen, denn viele Online-Broker nehmen für den Direkthandel üblicherweise geringere Gebühren als für eine Order über einen Börsenplatz.

Aber der Schein trügt: Dafür sind die Kurse, die Sie bekommen, häufig recht ungünstig für Sie.

Konkret bedeutet dies: Über den Direkthandel kaufen Sie ein Wertpapier oft teurer ein und verkaufen es billiger, als wenn Sie über eine Börse kaufen oder verkaufen.

Gerade bei größeren Orders sind Sie daher besser bedient, wenn Sie den (Ver-)Kauf über Xetra oder eine Präsenzbörse (Frankfurt, Stuttgart, München, Hamburg, Düsseldorf) tätigen.

Fondskauf: Umgehen Sie den Ausgabeaufschlag

Auch beim Fondskauf sollten Sie Ihr Augenmerk auf das Feld „Handelsplatz“ richten. Den Eintrag „KAG“ – die Abkürzung für Kapitalanlagegesellschaft – meiden Sie besser. Denn das ist die Fondsgesellschaft selbst, die Ihnen die Anteile nur gegen einen Ausgabeaufschlag verkauft.

Dieser Ausgabeaufschlag beträgt bis zu 5,5% der Anlagesumme – Geld, das Sie sich bei vielen Fonds sparen können, die auch an der Börse gehandelt werden.

Dagegen zahlen Sie bei einer Order über eine Börse in der Regel nur den Spread, also den Unterschied zwischen börslichem Anund Verkaufskurs.

Dieser beträgt in der Regel rund 1,5%. Beim Verkauf von Fondsanteilen ist die Fondsgesellschaft („KAG“) dagegen meist die günstigere Wahl, denn diese macht keine Abschläge auf den Kurs.

Sonderaktionen der Broker nutzen

Eine Ausnahme gilt, wenn Ihr Broker eine Sonderaktion anbietet.

Angenommen, er bietet für eine befristete Zeit den Kauf bestimmter Fondsanteile ohne Ausgabeaufschlag an. Dann – aber nur dann! – können Sie beruhigt über den Handelsplatz „KAG“ ordern.

7. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.