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Operating Leverage Effekt: Wie Unternehmen einen Hebeleffekt bewirken

Der Leverage Effekt ist ein Begriff aus der Finanzanalyse. Dabei leihen sich Unternehmen Kapital, um es zu investieren, mit dem Ziel, mehr Profit zu generieren. Bei dem Effekt geht es also um die Relation aus Verschuldung der Firma und der durch das Investment produzierten Rendite. Dies kann verschiedene Formen annehmen.

Verzinsung

Ein einfaches Beispiel liefern aktuell die Banken. Diese können sich von der EZB Geld leihen zu einem minimalen Zinssatz. Wenn die Banken dieses Geld nun in Staatsanleihen investieren, die mehr Zinsen generieren, als sie der EZB zahlen müssen, entsteht der Leverage Effekt.

Ähnlich ist es teilweise auch mit den deutschen Staatsanleihen. Durch die Niedrigzinspolitik hatte Deutschland bereits eine – wenn auch nur minimale – negative Rendite auf Staatsanleihen gehabt. Das bedeutet konkret, dass Deutschland Geld dafür bekommt, wenn es sich Geld leiht.

Man kauft sich demnach unter anderem deutsche Staatsanleihen, weil man nicht weiß, wo man sein Geld sicher investieren kann, und zahlt für die Aufbewahrung – ein Gewinn wird nicht generiert – sogar noch einen kleinen Betrag.

Formel für Eigenkapitalrendite

Wenn ein Unternehmen Kapital aufnimmt, so möchte es damit auch die Eigenkapitalrendite erhöhen. Man kann die entsprechende Rendite mit  der unteren Formel berechnen, wobei die Differenz in der mittleren Klammer den Hebel (Leverage) wiederspiegelt.

Formel  

Leverage Effekt berechnen

?
Der Leverage-Effekt ist ein Begriff aus der Finanzwirtschaft. Leverage stammt aus dem Englischen und bedeute soviel wie „Hebel“. Der Leverage-Effekt sagt aus, dass durch den Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite unter bestimmten Bedingungen erhöht bzw. gehebelt werden kann.
$$\bo\text"Rendite"↙\text"(Eingenkapital)" = \text"Rendite"↙\text"(Gesamtkapital)" + ( \text"Rendite"↙\text" (Gesamtkapital)" - \text"Zins"↙\text" (Fremdkapital)" ) * (\text"Fremdkapital" / \text"Eigenkapital")$$
Ergebnis berechnen

Ist die Gesamtkapitalrendite identisch mit dem Zins auf das Fremdkapital, so gibt es keinen Hebel, und eine Kapitalaufnahme wird damit sinnlos.

Betriebskosten

Bei dem Operating Leverage Effekt geht es aber nicht um Zinsen und Fremdkapital. Man betrachtet hierbei die bestehenden Kosten. Ziel des Operating Leverage Effekts ist es, Fixkosten zu erhöhen und schwankende Kosten zu senken, denn das erleichtert die weitere Kalkulation und Planung.

Wenn man die Unsicherheit in Bezug auf die Höhe der Kosten eliminieren kann und von feste Fixkosten ausgehen kann, lässt sich ein präziseres Bild der Zukunft zeichnen. Bei Unternehmen kann das dann so aussehen, dass ein Zulieferer aufgekauft wird. Dabei spart man sich zukünftig dessen Gewinnmarge und kann selbst vom Geschäft profitieren.

Gleichzeitig – und das ist der Operating Leverage Effekt – schützt man sich vor Preissteigerung des Zulieferers, indem man dessen Mitarbeiter und Werke übernimmt. Diese Fixkosten sollten dann niedriger sein als die bisherigen und die erwarteten Ausgaben, die man ohne die Akquisition des Unternehmens zahlen müsste. Squeeze-Out: Warum Unternehmensübernahmen Investoren besondere Chancen bieten

Operating Leverage Effekt: Fazit

Beim Leverage Effekt geht es primär um Fremdkapital, Zinsen und erhöhte Eigenkapitalrendite. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich der Operating Leverage Effekt mit dem „operativen“ Geschäft.

Dabei steht im Vordergrund, die variablen Kosten zu senken und durch niedrigere Fixkosten zu ersetzen – immer mit dem Hintergrund, dadurch das Unternehmen profitabler zu gestalten.

21. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.