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Optionsanleihe-Definition: Rechte auf Zinsen und Aktien

Die Optionsanleihe-Definition beschreibt dieses Wertpapier als eine Inhaberschuldverschreibung mit gewissen Rechten. Dazu zählt das Bezugsrecht für Aktien und das Forderungsrecht für eine Rückzahlung.

Einfach ausgedrückt, hat man als Besitzer einer Optionsanleihe zwei Einnahmequellen: Man erhält die garantierten Zinsen jährlich und den geliehenen Betrag am Ende der Laufzeit wieder. Dazu kann man unter Umständen Aktien günstig einkaufen und diese entweder halten oder sofort wieder verkaufen.

Optionsanleihe in Aktien tauschen

Wer eine Optionsanleihe kauft, erwirbt dadurch per definitionem eine Anleihe eines Unternehmens. Parallel dazu bekommt man als Investor auch das Recht, in der Zukunft Wertpapiere von dieser Firma zu kaufen, und zwar zu einem vorher fixierten Preis.

Man leiht einem Unternehmen also Kapital und erhält dafür zusätzlich das Recht, zu einem späteren Zeitpunkt Aktien zu kaufen. Doch diese Zusage des festgelegten Aktienpreises für den Kapitalgeber gibt es nicht gratis.

Das Unternehmen verlangt dafür vom Investor, dass er mit einem niedrigen Zinssatz für die Anleihe einverstanden ist. Die Chance, Aktien unter Umständen günstiger in der Zukunft zu kaufen, ist, so gesehen, die Entschädigung für geringe Zinseinkünfte.

Natürlich wird man als Privatinvestor nur dann Aktien kaufen, wenn der tatsächliche Aktienkurs inzwischen gestiegen ist und man durch den Kauf zum vorher festgelegten Preis einen Vorteil hat. Ist das nicht der Fall, braucht man die Aktien nicht kaufen – man hat aber zumindest die Option.

Macht man davon Gebrauch, so unterstützt man das Unternehmen – rein bilanziell gesehen – zur selben Zeit mit Eigenkapital und Fremdkapital.

Optionsanleihe: Berechnung

Eine Aktiengesellschaft plant zum 1. Januar 2014 Optionsanleihen auszugeben mit einem Volumen von 1 Mio. €. Der Zinssatz soll 1,5% betragen, und die Anleihen werden in 1.000 Stück zu je 1.000 € Nennwert gestückelt. Als Laufzeit werden 5 Jahre festgelegt.

Jeder Investor bekommt pro gekaufter Anleihe das Recht, 10 Aktien zum Wert von je 25 € zu kaufen. Das Unternehmen hat somit Ende 2014 und in den darauffolgenden Jahren eine Zinszahlung von 1,5% * 1 Mio. € = 15.000 € zu zahlen. Die gesamte Rückzahlung des geliehenen Geldes erfolgt Ende 2019.

Wenn es sich um eine „europäische Option“ handelt, so kann man diese laut Optionsanleihe-Definition erst am Ende der Laufzeit ausüben. Steht der Aktienkurs Ende 2019 z.B. bei 40 €, kann jeder Investor 10 Aktien zum Preis von 25 € kaufen für jede Anleihe, die er besitzt. Als Investor hat man dann die Wahl, ob man die Aktien sofort wieder verkauft oder sie weiterhin behält.

Für das Unternehmen kommt dies einer Kapitalerhöhung gleich. Es gibt neue Aktien an die Anleihenbesitzer aus. Sollten alle Investoren von ihrer Option Gebrauch machen, würden 10.000 neue Aktien (10 * 1.000) zu einem rechnerischen Nennwert von je 1 € ausgegeben werden.

Die Differenz zum tatsächlichen Aktienkurs beträgt in dem Fall 39 €. Dieser Wert je neuer Aktie zählt zur Kapitalrücklage – in unserem Fall 39 € * 10.000 = 390.000 €. Gleichzeitig erhöht sich das gezeichnete Kapital der AG um 1 € * 10.000 = 10.000 €.

Optionsanleihe: Definition

Die Optionsanleihe ist laut Definition sowohl für den Privatinvestor als auch für das Unternehmen von Vorteil. Klar, die AG hat einen gewissen Vorteil, weil sie garantiert einen günstigen Zins bekommt.

Als Investor hat man dagegen das Risiko, dass der Aktienkurs in der Zwischenzeit nicht steigt und man somit keinen Vorteil aus dem Bezugsrecht ziehen kann. In diesem Fall hat man wenige Zinsen oder einen weiteren Bonus für sein Geld bekommen.

Ist allerdings der Aktienkurs gestiegen und man macht von seinem Bezugsrecht Gebrauch, kann sich die Investition als sehr ertragreich herausstellen. Das ist immer abhängig davon, wie viel teurer eine Aktie im Vergleich zum garantierten Preis ist.

Wer an ein Unternehmen glaubt oder auch einen guten Zeitpunkt erwischt – beispielsweise nach einem Börsencrash – der sollte sich also eine Investition in Optionsanleihen überlegen. Denn das kann sich als ein sehr sicheres und ertragreiches Geschäft darstellen.

19. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.