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Optionsschein-Aufgeld: Die entscheidende Gewinnschwelle

Gerade im Bereich des Finanzmarkts gibt es immer wieder Formulierungen, hinter denen sich manchmal Dinge verstecken, die wir nicht erwarten. Da sollte man schnell Klarheit schaffen – etwa mit ein paar kleinen Erklärungen.

Aufgeld klingt danach, als würde man für den Kauf eines Optionsscheins tiefer in die Tasche greifen müssen. Was sich nach Zusatzkosten anhört, ist allerdings eine Kennzahl und hat keineswegs etwas mit Gebühren zu tun.

Optionsschein-Aufgeld, oder: die Gewinnschwelle

Der Ausdruck „Aufgeld“ ist etwas missverständlich. Es handelt sich nicht um eine zusätzliche Gebühr, die Sie beim Optionsscheinhandel bezahlen müssen, wie man vielleicht aufgrund der Formulierung vermuten könnte.

Das Synonym „Gewinnschwelle“ ergibt deutlich mehr Sinn. Denn dadurch ist leichter zu verstehen, worum es geht und wie viel Prozent zum Gewinn fehlen. Für Anleger kann sich daraus eine einfache Überlegung ergeben.

Ist man der Meinung, ein Basiswert hat ein Potenzial von 10%, sollte man keinen Optionsschein mit einem Aufgeld von mehr als 10 kaufen. Weder beim Kauf noch beim Verkauf muss man als Investor das Aufgeld beim Optionsschein bezahlen.

Es geht hierbei vielmehr um eine Kennziffer, mit der man die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn einschätzen kann. Hat man sich mehrere Optionsscheine ausgesucht und möchte einen davon kaufen, kann oft der Blick auf das Aufgeld die Auswahl erleichtern.

Aufgeld als Kennzahl beim Optionsschein

Bei der Auswahl von Optionsscheinen spielt das Aufgeld eine entscheidende Rolle. Laufzeit, Hebel und Spread können noch so attraktiv sein – wenn das Aufgeld zu hoch ist, sollten Sie verzichten. Fragen Sie sich vor jedem Kauf: Hat der Basiswert genug Potenzial, um das Aufgeld auszugleichen?


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Konkret beziffert das Aufgeld, um wie viel Prozent sich der Basiswert des Optionsscheins verändern muss, damit man einen Gewinn macht. Bei Call-Optionsscheinen muss der Basiswert steigen, bei Put-Optionsscheinen muss er fallen.

Je nachdem, auf welcher Börsenseite man sich seinen Optionsschein ansieht, erhält man unterschiedlich dargestellte Informationen.

Sei es Aufgeld oder Aufgeld pro Jahr, das auch als „Aufgeld p.a.“ angegeben werden kann – in jedem Fall ist das ein Prozentwert. Ist die Laufzeit des Optionsscheins länger als ein Jahr, ist der Wert Aufgeld p.a. durchaus interessant.

Aber auch bei kürzeren Laufzeiten lohnt sich der Blick eher zum Optionsschein-Aufgeld, weil es sich auf das restliche Jahr oder auf die restliche Laufzeit im aktuellen Jahr bezieht.

Schauen wir uns dazu ein konkretes Beispiel an: Es gibt einen Short-Optionsschein mit 30% Aufgeld und 13% Aufgeld pro Jahr. Weil die erste Zahl größer ist als die zweite, kann man davon ausgehen, dass dieser Schein mehr als ein Jahr laufen wird.

Man teilt dabei den ersten durch den zweiten Wert und erhält in unserem Fall 30 : 13 = 2,3. Der Schein wird demnach noch etwa 2,3 Jahre laufen. Im aktuellen Jahr müsste der Basiswert also 30% fallen, damit der Optionsschein die Gewinnschwelle sofort erreicht. Alternativ kann der Basiswert auch 13% pro Jahr fallen, um auf dasselbe Ergebnis zu kommen.

Aufgeld: Weitere Beispiele

Ein anderes Beispiel eines kurz laufenden Optionsscheins: Ein Long-Optionsschein mit 7% Aufgeld und 29% Aufgeld pro Jahr. Da die erste Zahl kleiner ist als die zweite, wird der Schein noch dieses Jahr abgerechnet.

Teilt man auch hier die erste durch die zweite Zahl, bekommt man: 7 : 29 = 0,24. Das Ergebnis ist auch hier die Anzahl der Jahre. Der Schein läuft also noch etwa ein Vierteljahr.

Um die Gewinnschwelle zu erreichen, muss dabei der Basiswert noch 7% zulegen. Auf das Jahr hochgerechnet, wäre das ein Plus von 29% für den Basiswert. Letzteres ist aber für den Inhaber des Optionsscheins egal, weil der Schein zuvor abgerechnet wird.

Diese Hochrechnung ist rein theoretisch und wird teilweise mit angegeben. Die Prozentzahl des Aufgeldes – in unserem Fall 7% – ist entscheidend.

Fazit: Aufgeld bei Optionsscheinen als wichtiges Kriterium

Beim Aufgeld geht es also nicht um Zusatzkosten oder ähnliches. Das Aufgeld besagt, wie weit der Basiswert von der Gewinnzone des Optionsscheins entfernt ist. Wer mehrere Optionsscheine zur Auswahl hat, kann mit dem Wert beim Aufgeld entscheiden, welcher für seine Tradingidee profitabler ist.

Allzu hoch sollte man das Kursziel bei Long-Optionsscheinen nicht setzen. Börsen fallen meist schneller als sie steigen. Wer auf einen längeren Bullenmarkt spekuliert, kann sich Optionsscheine kaufen, die etwa 2 Jahre laufen. Deren Aufgeld p.a. kann dann etwa bei 10 liegen. Risikofreudige Anleger können auf rund 15 gehen.

Will man sich gegen einen Börsencrash absichern, sind ebenfalls lang laufende Optionsscheine empfehlenswert – man weiß selten im Vorfeld, wann er genau kommt.

Hier kann man allerdings ein höheres Aufgeld riskieren, weil der Markt schnell 10-20% in einem Jahr (teilweise auch noch mehr) abwerten kann. Trotzdem sollte man nicht zu viel auf eine Karte setzen.

Auch wenn man überall von Krise lesen kann – bis der Crash kommt, kann viel mehr Zeit als erwartet verstreichen. Deshalb sind besonders lang laufende Optionsscheine ein guter Schutz vor einem Börsencrash.

20. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.