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Termingeschäftsfähigkeit unter der Lupe

Egal ob Call oder Put: Alle Optionsscheine haben eines gemeinsam – die Kursbewegungen des Basiswerts werden stets gehebelt.

Der Wert von Optionsscheinen

Der Kurs von Optionsscheinen liegt oft nur bei einem Bruchteil des Kurses, den der zugrundeliegende Basiswert hat.

Im Prinzip verkörpert der Wert eines Optionsscheins nur eine Differenz, nämlich die Differenz zwischen Basispreis (das ist der Kurs, zu dem Sie den Basiswert bei Fälligkeit kaufen beziehungsweise verkaufen dürfen) und dem tatsächlichen Kurs des Basiswerts.

Man könnte sagen: Nur diese Preisspanne bildet der Optionsschein ab. Aber das zeigt schon, warum er die Kurse des Basiswertes hebelt, also vervielfacht.

Ein kleines konstruiertes Beispiel zeigt, warum das so ist:

Die Hebelwirkung von Optionsscheinen: ein Beispiel

Angenommen, eine Aktie ist aktuell 33 € wert und bildet den Basiswert eines Optionsscheins.

Mehr zum Thema: So funktioniert der Hebel

Dieser Optionsschein gibt Ihnen das Recht, den Optionsschein am Fälligkeitstag für 30 € zu kaufen. Somit liegt der Wert, die Option auszuüben, aktuell bei 3 € (33 € minus 30 €).

Nehmen wir an, die Aktie steigt um 1 €. Das heißt: Der Aktienkurs liegt jetzt bei 34 €, die Ausübung der Option ist plötzlich 4 € wert.

Die Kurssteigerung von 1 € macht prozentual gesehen einen bedeutenden Unterschied aus, je nachdem, ob Sie die Aktie oder den Optionsschein betrachten:

  • Bei der Aktie bedeutet 1 € Kurssteigerung bezogen auf den Kurs von 33 €: Die Aktie ist um rund 3 % gestiegen.

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  • Beim Optionsschein bedeutet 1 € Kurssteigerung bezogen auf den Kurs von 3 € aber eine Kurssteigerung von 33 %.

Hebel mit Faktor 11

Jetzt können Sie auch verstehen, warum hier von einem Hebel die Rede ist: Die Kurssteigerung unserer Beispielaktie wird vom Optionsschein um den Faktor 11 gehebelt, das heißt vervielfacht.

Steigt der Basiswert um 1 %, steigt der Optionsschein um 11 %. Steigt der Basiswert wie im Beispiel um 3 %, steigt der Optionsschein um 33 %.

Dieses Beispiel entspricht allerdings nicht ganz der Wirklichkeit: Die wahre Kursentwicklung von Optionsscheinen ist deutlich komplizierter als in diesem Beispiel.

Nicht nur die Entwicklung des Basiswerts (in diesem Fall die Kursveränderung der Aktie) beeinflussen den Kurs, sondern auch Faktoren wie Zinsniveau, Volatilität, Dividendenrendite und die Restlaufzeit des Optionsscheins.

Mehr zum Thema: Darum können sich langlaufende Optionsscheine lohnen

Optionsscheinkurse können Sie als Laie nicht errechnen, dazu braucht man Fachleute und einen Computer.

Dennoch zeigt das Beispiel: Weil es bei Optionsscheinen im Wesentlichen nur um Kursdifferenzen geht, sind sie um ein Vielfaches billiger als der zugrundeliegende Basiswert.

Trotzdem machen Sie die Kursbewegung des Basiswertes im Prinzip voll mit. Das hat zur Folge, dass ein Optionsschein diese Kursbewegung hebelt, also verstärkt nachvollzieht beziehungsweise vervielfacht.

Wichtige Voraussetzung: Sie müssen „termingeschäftsfähig“ sein

Wenig investieren, aber viel bewegen: Das ist das Prinzip von Optionsscheinen und deshalb gehören sie auch zu den spekulativen Wertpapieren.

Sie können mit Optionsscheinen zweifellos enorme Gewinne einfahren. Enorm sind aber auch die Verlustrisiken.

Aus diesem Grund darf nicht jeder Anleger in Deutschland beliebig Optionsscheine kaufen.

Vielmehr müssen Sie der Bank bescheinigen, dass Sie über die Verlustrisiken dieser und vergleichbarer Wertpapiere im spekulativen Bereich Bescheid wissen.

Bevor Sie das nicht getan haben, wird keine Depotbank von Ihnen eine Wertpapierorder über einen Optionsschein annehmen.

Dazu müssen Sie ein Formular ausfüllen, in dem Sie Ihre so genannte Termingeschäftsfähigkeit bescheinigen. Was heißt das genau?

Optionsscheine sind Termingeschäfte, das haben Sie schon gelesen, sprich Wetten, die sich auf den voraussichtlichen Kurs des Basiswerts zu einem bestimmten Termin in der Zukunft beziehen.

Definition: Termingeschäftsfähigkeit

„Termingeschäftsfähigkeit“ bedeutet: Sie wissen, dass Sie mit solchen Wertpapieren Wetten über eine voraussichtliche Kursentwicklung in der Zukunft abschließen, deren Ausgang höchst ungewiss ist.

Und Sie wissen auch, dass dies hohe Verluste bringen kann.

Da die Bank nicht dafür haftbar gemacht werden will, wenn Sie solche Wetten durch den Kauf von Optionsscheinen verlieren, müssen Sie Ihre Investment-Entscheidung auf Ihre eigene Kappe nehmen.

Mit dem Formular zur Termingeschäftsfähigkeit lässt sich die Bank von Ihnen bestätigen,

  • dass Sie genug Erfahrungen im Handel mit derartigen Wertpapieren haben und
  • dass Sie sich über die Risiken von Optionsscheinen und vergleichbaren Investments im Klaren sind.

Erst wenn das entsprechende Formular unterschrieben bei der Bank liegt, dürfen Sie Optionsscheine kaufen.

31. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.