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Optionsscheine: Dividendenabschlag und Sonderdividende

Der Dividendenabschlag ist der Kursverlust einer Aktie am Tag nach der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, an dem die Dividende gezahlt wird.

Es gibt allerdings an der Börse niemanden, der die Dividende „abschlägt“. Der Abschlag kommt vielmehr automatisch zu Stande, indem Käufer und Verkäufer ihre Orders anpassen. Immerhin erhält derjenige die Dividende ausgezahlt, der die entsprechende Aktie am Stichtag in seinem Depot hat oder hatte.

Mehr dazu: Dividendenabschläge: Einfluss auf Zertifikate und Optionsscheine

Optionsscheine: Dividendenabschlag anhand eines Beispiels

Ein konkretes Beispiel hilft bei der Erklärung des Dividendenabschlags bei Optionsscheinen: Der Käufer rechnet mit einer Dividende von 3 Euro und würde eine Aktie zum Stichtag für 23 Euro erwerben. Vor dem Hauptversammlungstermin.

Nach der Ausschüttung der Dividende würde er jedoch nur noch 20 Euro zahlen. Er senkt seinen Kaufauftrag und passt ihn um die ausgeschüttete Dividende an. So nimmt er seinen Dividendenabschlag vor.

Genau dasselbe macht auch der Aktienverkäufer, er passt seine Verkaufsorder entsprechend der Dividendenausschüttung an.

Aus diesem Vorgehen von Käufer und Verkäufer resultiert der neue Kurs der Aktie. Dieser fällt oftmals analog zur Dividende.


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Sollten natürlich die Gewinnerwartungen im Markt hoch und die Nachfrage nach der Aktie weiterhin stark sein, so kann es unter Umständen auch vorkommen, dass der Dividendenabschlag kleiner ausfällt oder gar nicht zum Zuge kommt. Insbesondere dann, wenn im Zuge der Hauptversammlung neue positive Nachrichten für die Gesellschaft publik werden.

Wie sich der Dividendenabschlag auf Optionsscheine auswirkt

Die erwartete Dividende und folglich der daraus resultierende Kursabschlag ist somit im Preis eines Optionsscheines bereits berücksichtigt.

Das hat zur Folge, dass aufgrund des Dividendenabschlages am Tag nach der Hauptversammlung keine neue Bewegung des Optionsscheinpreises zu erwarten ist (ohne Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren).

Bedenken Sie: der Dividendenabschlag bei der Aktie erfolgt schlagartig, am Tag nach der Hauptversammlung. Die Preisanpassung eines entsprechenden Optionsscheines dagegen im Vorfeld „schleichend“.

Der Grund: das Vermögen eines Aktienbesitzers bleibt nach Zahlung der Dividenden gleich: im Beispiel vor 23 Euro Aktienwert. Nachher 20 Euro Aktienwert plus 3 Euro Dividende.

Mehr zum Thema: Optionsscheine: Wissenswertes auf einen Blick

Was bei einer Sonderdividende passiert

Gemäß Optionsscheinbedingungen liegt bei der Ausschüttung einer Sonderdividende ein Anpassungsereignis vor, bei dem Basispreis und Bezugsverhältnis angepasst werden.

So wird bei einem Optionsschein (Call) der Basispreis nach unten angepasst (beim Put ist es dagegen umgekehrt), damit dieser durch den Effekt des Sonderdividendenabschlages nicht den relativen Abstand zum Kurs des Basiswertes verringert.

Die für Aktionäre erfreulichen Dividenden können für Anleger bei strukturierten Produkten zum Teil also erhebliche Nachteile bedeuten.

Bei Optionsscheinen, den Dividendenabschlag einmal außen vorgelassen, spielen noch weitere Einflussfaktoren eine Rolle.

Deshalb sollten Investoren im Vorfeld einer solchen Ausschüttung genau auf die Feinheiten des jeweiligen Produktes achten. Das gilt vor allem für Optionsscheine und andere Hebelprodukte.

Dabei hilft ein Blick in den entsprechenden Emissionsprospekt. Da es sich beim Optionsscheinmarkt nicht um einen einheitlich geregelten Markt handelt, können in den Emissionsbedingungen unterschiedliche Vorgaben dazu enthalten sein. Schauen Sie sich diese vorab daher genau an.

Nur so können Sie böse Überraschungen bei einem Optionsschein hinsichtlich des Dividendenabschlags umgehen.

2. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.