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Orderarten im Überblick: Stop-Limit- und OCO-Order im Detail

Bei der Stop-Order nennen Sie Ihrem Broker eine bestimmte Preisschwelle (Stoppkurs).

Durchbricht der Kurs des Wertpapiers diese Preisschwelle, wird eine unlimitierte Order zum Kauf („Stop-Buy“) oder zum Verkauf („Stop-Loss“) platziert.

Die Stop-Limit-Order

Der offensichtliche Nachteil einer Stop-Order ist, dass Ihre Aktien unlimitiert ge- oder verkauft werden, wenn das Stop-Loss-Niveau erreicht ist.

Es kann also dazu kommen, dass Ihr gewünschter Ausführungskurs vom Stoppkurs (stark) abweicht.

Mehr dazu: Stop-Order im Detail: Wissen für Ihren Erfolg

Abhilfe schaffen Sie mit einer Stop-Limit-Order. Bei einer Stop-Limit-Order geben Sie 2 Kursangaben ein.

Zum einen Ihren Stoppkurs und zum anderen den Limitkurs. Die Stop-Limit-Order arbeitet wie folgt: Bei Erreichen des Stoppkurses wird – im Gegensatz zur gewöhnlichen Stop-Order – eine Limit-Order im Markt platziert.

Der Ausführungspreis wird also in keinem Fall schlechter als der Limitpreis sein.

Beispiel: Angenommen Sie beobachten die Aktie B, die Sie oberhalb eines wichtigen charttechnischen Niveaus bei 25 € kaufen wollen.

Um nicht Gefahr zu laufen eine Ausführung zu bekommen, die zu weit von Ihrem Stoppkurs entfernt liegt, entschließen Sie sich zur Aufgabe einer Stop-Limit-Order.


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„KAUF Aktie B 25,00 € Stop – 25,10 € Limit“

Steigt der Kurs über die 25 € Marke, wird Ihre Limit- Order aktiviert. Eine Ausführung bekommen Sie zu 25,10 € oder besser.

„Geldanlage-Berater-Tipp“: Nutzen Sie eine Stop-Limit- Order, wenn die Kurse in einen liquiden Markt stark schwanken und Sie einen bestimmten Preis erzielen wollen.

Je schneller Sie aus einem Markt heraus wollen oder müssen, umso weniger sollten Sie jedoch von einer Stop- Limit-Order Gebrauch machen.

Mehr dazu: Stop- (und Limit) Order: 3 Gründe für deren Einsatz

Die Trailing-Stop-Order

Eine Abwandlung der Stop-Order ist die Trailing-Stop- Order. Der englische Begriff „to trail“ bedeutet soviel wie nachziehen. Exakt hier liegt auch der Sinn der Trailing- Stop-Order.

Denn diese Orderart zieht Ihren Stoppkurs automatisch um einen bestimmten Betrag (beispielsweise 3 €) nach. Der Stoppkurs verändert sich mit der Bewegung, die das zugrunde liegende Wertpapier vollzieht.

Beispiel: Sie sind in Besitz der Aktie B, die Sie zu 11 € gekauft haben. Mittlerweile notiert die Aktie deutlich über Ihrem Einstandskurs bei 15 €.

Sie wollen aber auf keinen Fall, dass die Aktie noch einmal deutlicher fällt. Sie legen diese Grenze auf 3 € fest. Die Aktie darf also auf keinen Fall unter 12 € (15 € minus 3 €) fallen.

Marktpreis 15 14 13 … 16 15 14 13 Trailing-Stop 12 12 12 … 13 13 13 13

Fällt die Aktie nun von 15 € auf 14 €, dann liegt Ihr Stoppkurs unverändert bei 12 €. Steigt die Aktie auf 16 €, sichern Sie auch hier den 3 € Rückschlag ab. Ihr neuer Stoppkurs liegt allerdings jetzt bei 13 €.

Fällt die Aktie nun auf 13 €, dann realisieren Sie einen Gewinn von 2 € pro Aktie. Die Tabelle unten verdeutlicht noch einmal die Entwicklung des Marktpreises und des Trailing-Stop-Kurses.

Diese Orderart ist besonders für Anleger geeignet, die sich nicht permanent mit den aktuellen Marktgegebenheiten auseinander setzen wollen bzw. können. Mit der Trailing- Stop-Order können Sie einen Buchgewinn elegant absichern. Doch auch für die automatische Anhebung des Stop-Loss-Kurses ist diese Orderart sehr gut geeignet.

„Geldanlage-Berater-Tipp“: Nutzen Sie eine Trailing- Stop-Order in einem liquiden Markt und wenn Sie nicht regelmäßig Ihre Position überwachen können.

Mehr zum Thema: Börsen ABC: Order festlegen und aufgeben

Die „One-Cancels-Other“-Order (OCO-Order)

Je nach Handelsplattform stehen Ihnen weitere Ordertypen zur Verfügung. Sie gehen über die hier vorgestellten Basisorderarten hinaus. Die wichtigste davon ist die „One-Cancels-Other“-Order.

„Eine streicht die andere“, so lautet die wörtliche Übersetzung der OCO-Order. Diese Übersetzung gibt auch einen ganz guten Eindruck über die Funktionsweise der Order. Denn die OCO-Order beinhaltet 2 verschiedene Order, eine Stop- und eine Limit-Order. Von diesen Ordern wird

jedoch nur eine ausgeführt. Bei Ausführung der einen Order wird die andere Order gestrichen.

Beispiel: Angenommen, Sie besitzen die Aktie B (aktueller Kurs 40 €) und wollen in Urlaub fahren. Mit der OCO- Order können Sie eine Order zur Verlustbegrenzung („Stop-Loss-Order“ bei 35 €) und gleichzeitig zur Gewinnrealisierung („Limit-Order“ bei 45 €) erteilen.

Läuft Ihre Aktie zu Ihrem Gewinnziel von 45 €, verkaufen Sie mittels der Limit-Order.

Bricht die Aktie nach Ihrem Verkauf nun aufgrund einer besonderen Meldung zusammen und fällt unter Ihre Stop-Loss-Marke von 35 €, würden Sie zweimal verkaufen! Um dies zu vermeiden streicht die OCO-Order automatisch bei Ausführung der einen die andere Order.

Wie Sie aus dem Beispiel erkennen konnten, eignet sich eine OCO-Order vor allem für Anleger, die nicht tagtäglich dem Marktgeschehen folgen können und trotzdem eine solide Absicherung ihrer Position erreichen möchten.

Mehr dazu: Orderarten im Überblick: Market- und Limit-Order im Detail

29. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.