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Paul Krugman und Alan Greenspan: „Der Euro wird scheitern“

Hat der Euro eine Zukunft? Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman und der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan zumindest sind skeptisch. Während sich Krugman pessimistisch zeigt, sieht Greenspan den Euro ohnehin vor dem Aus.

Die Warnungen vor einem Zusammenbruch des Euro sind jedoch nicht neu. Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Gemeinschaftswährung bisher überlebt. Der aktuell unklare Ausgang in Sachen Griechenland allerdings gibt Anlass, die Gründe zu beleuchten, die Krugman und Greenspan vom Untergang des Euro überzeugen.

Euro: Krugman skeptisch

„Wir müssen den Euro retten“, forderte Krugman erst vor wenigen Tagen. Der weltweit wohl einflussreichste Ökonom ist zwar nicht als Eurogegner bekannt, aber derzeit äußerst skeptisch.

Seine Befürchtung: Der Zusammenbruch ist kaum zu vermeiden. Vorwürfe richtet er vor allem an Deutschland, das gegenüber den schwachen Südländern zu rigide agiere. Deutschland habe in den 90er Jahren selbst eine Krise durchlaufen und sei jetzt in der Lastenverteilung unfair.

Die Griechenland-Krise sieht Krugman weniger als das große Problem. Auch nicht die lockere Geldpolitik der EZB sowie deren Stützungskäufe. Obwohl er Keynsianer ist, befürwortet er staatliche Eingriffe.

Ihm fehlt vor allem die für eine Gemeinschaftswährung notwendige Integration. So sei weder ein Fiskalpakt noch eine Bankenunion in Sicht. Und die politischen Strömungen derzeit gehen eher in Richtung Abgrenzung.

„Deutschland ist schuld“

Zudem befürchtet er mit der deutschen Sparpolitik ein Abrutschen in die Deflation. Es fehle der Mut zur Inflation. Für die kommenden 5 Jahre geht er von extrem schwachen Konjunkturerwartungen aus.

Insgesamt gibt Krugman vor allem den Deutschen die Schuld. Doch dafür ist er bekannt. Abgesehen davon war der Euro seiner Ansicht nach von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Hauptgrund: Es fehlt ein gemeinsamer, homogener Wirtschaftsraum.

Greenspan sieht grundsätzliche Euro-Probleme

Auch für Alan Greenspan gibt es seit jeher zu wenig Bereitschaft zu mehr politischer Integration in der Eurozone. Dabei geht er weiter als Krugman und sieht selbst eine Fiskalunion nicht als ausreichend.

Seiner Ansicht nach ist und war der Euro ein untaugliches Experiment. Bei einem Ausstieg Griechenlands, dem Grexit, würden die Schwachstellen dazu führen, dass dann auch andere schwache Länder aus der Eurozone gedrängt würden.

Die lockere Niedrigzinspolitik und die Stützungskäufe sieht er indes als notwendige, pragmatische Schritte. Kein Wunder. Hatte doch die Fed unter seiner Führung zwischen 1987 und 2006 begonnen, die Notenpresse angeworfen. Dies und der Versuch, mit niedrigen Zinsen wirtschaftlichen Krisen zu begegnen, hatte ihm aber auch die Kritik eingebracht, für die Finanzkrise mitverantwortlich zu sein.

Alternativen zum Desaster

Ob sich Greenspans berühmtes Zitat „Der Euro wird kommen, aber er wird keinen Bestand haben“ bewahrheitet, bleibt abzuwarten.

Zudem könnte selbst im Ernstfall der Euro in neuer Form weiterhin bestehen. Etwa im Rahmen einer Währungsunion mit Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Finnland, Belgien und Frankreich. In dieser übersichtlicheren Einheit wären die Chancen auf mehr Integration ohnehin größer. Gerade Deutschland, das bisher am meisten vom Euro profitiert, hat wenig Grund, die Gemeinschaftswährung aufzugeben.

Auch wenn ein derartiger Umstieg nicht ohne Verwerfungen ablaufen würde, alles andere hätte verheerende Auswirkungen auf das globale Finanzsystem – politische Unruhen inklusive. Daran aber besteht weltweit kein Interesse.

Allein schon deshalb dürfte der Euro gestützt werden. Auch bisher haben selbst renommierte Untergangspropheten nicht immer Recht behalten. Der Euro mag Schwächen haben, doch er ist auch eine Erfolgsgeschichte.

„Gold ist die beste Währung“

Für Anleger übrigens hat Alan Greenspan ein weiteres Zitat bereit: „Die beste Währung ist Gold“.  Greenspan ist Goldfan. Seiner Ansicht kann keine Papierwährung mit Gold und Silber mithalten. Sie dienen notfalls auch als Ersatzwährung. Bei aktuell 1.152 US-$ pro Feinunze Gold wäre der Einstieg zumindest akzeptabel.

4. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.