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Penny-Stocks: Wie vermeintlich billige Aktien Anlegern schaden

Falls Ihnen der Begriff „Penny-Stocks“ nicht geläufig ist, hier zunächst einmal eine kurze Erklärung: Unter Penny-Stocks werden Aktien verstanden, die Kurse im Centbereich aufweisen. Das heißt, dass die entprechenden Aktien an der Börse weniger als beispielsweise 1 Euro oder 1 US-Dollar kosten.

Das suggeriert Anlegern leider vielfach, dass die Aktien besonders billig sind und auch höheres Kurssteigerungspotenzial bieten als Aktien, die an der Börse zum Beispiel 100 Euro oder 100 US-Dollar kosten. Dieser gerade beschriebene psychologische Effekt ist übrigens auch eine der Hauptursachen dafür, dass an der Börse gelistete Unternehmen Aktiensplits durchführen.

Bei einem Aktiensplit wird die Anzahl der Aktien erhöht und dadurch der Aktienkurs gesenkt. Ein Fall aus der jüngeren Vergangenheit ist Fielmann. Da die Fielmann-Aktie die 100-Euro-Marke überschritten hatte und dadurch optisch teuer wirkte, führte Fielmann einen Aktiensplit durch.

Fielmann verdoppelte die Anzahl der Aktien und dadurch sank der Kurs um die Hälfte auf rund 50 Euro. Auf das Thema „Aktiensplits“ werden wir in einer der kommenden Ausgaben näher eingehen. Eines möchte ich Ihnen zu Ihrer Beruhigung jedoch schon jetzt verraten: Aktiensplits wirken sich für Sie als Aktionäre nicht negativ aus.

Kommen wir jetzt wieder zu den Penny-Stocks: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie von 10 Cent auf 1 Euro steigt, erscheint deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie von 100 auf 1.000 Euro steigt, obwohl die prozentuale Steigerung in beiden Fällen identisch wäre.

Es handelt sich dabei um eine fatale Fehleinschätzung, die schon viele Anleger eine Menge Geld gekostet hat, weil sich Betrüger diesen psychologischen Irrtum zunutze machen. Einen realen Fall aus diesem Jahr möchte ich Ihnen jetzt kurz vorstellen.

Der spektakuläre Betrugsfall mit der US-Aktie Cynk

An der New Yorker Wall Street sorgte kürzlich ein spektakulärer Kursverlauf für Aufsehen. Die Aktie der Firma Cynk legte einen kometenhaften Kursanstieg hin und stieg innerhalb kürzester Zeit von 6 US-Cent auf 21,95 US-Dollar. Das entspricht einer Kurssteigerung von sagenhaften 36.483%.


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Der Börsenwert des vormaligen Penny Stocks war dadurch innerhalb weniger Wochen auf 6 Mrd. US-Dollar gestiegen. Doch dann setzte die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) dem Treiben ein Ende.

Genauer gesagt stoppte die SEC den Handel mit der Cynk-Aktie wegen des Verdachts manipulativer Transaktionen. Mit anderen Worten: Die SEC ging davon aus, dass Betrüger am Werk waren. Nachdem der Handel mit der Cynk-Aktie wiederaufgenommen wurde, brach der Aktienkurs schließlich in sich zusammen.

So einfach funktioniert die Betrugsmasche mit den Penny-Stocks

Doch wie konnte der Börsenwert eines Unternehmens mit nur einem einzigen Mitarbeiter, ohne Vermögensgegenstände und ohne Umsatz auf 6 Mrd. US-Dollar steigen? Ganz einfach: Betrüger haben zwei Dinge getan, die in vielen Anlegern die Gier geweckt haben. Sie haben zunächst gezielt Falschmeldungen verbreitet, in denen suggeriert wurde, dass die Cynk-Aktie vor gigantischen Kurssprüngen stehe.

Im zweiten Schritt haben die Betrüger sich dann selbst mit Cynk-Aktien eingedeckt und dadurch einen ersten Kurssprung ausgelöst. Wie das geht? Bei Aktien, die kaum gehandelt werden (man spricht in dem Zusammenhang auch von marktengen Aktien), reichen schon kleine Nachfrageveränderungen aus, um Kurssprünge zu verursachen.

Anders gesagt: Wenn es kaum Angebot und Nachfrage im Zusammenhag mit einer Aktie gibt, die Nachfrage dann aber plötzlich steigt, steigt auch der Kurs der Aktie dadurch deutlich spürbar. Die Kombination aus Meldungen, in denen gigantische Kursanstiege suggeriert werden, und tatsächlichen ersten Kurssprüngen sorgt dann dafür, dass in vielen Anlegern die Gier geweckt wird.

Und da Gier bekanntlich Hirn frisst, haben die Anleger, die getrieben von ihrer Gier in die Cynk-Aktie investiert haben, auch nicht festgestellt, dass das Unternehmen nicht einmal über eine eigene Internetseite verfügt. Kommen wir jetzt dazu, wie die Betrüger mit ihrer Masche ein Vermögen machen: Da die Betrüger sich vorher mit Cynk-Aktien eingedeckt haben, profitierten sie von der gigantischen Kurssteigerung.

Und weil die Nachfrage nach den Cynk-Aktien am Höhepunkt riesig groß war, hatten die Betrüger keinerlei Schwierigkeiten, ihre zuvor billig erworbenen Aktien zu völlig überzogenen Kursen wieder loszuwerden. Dadurch, dass schließlich der Betrugsverdacht aufkam, die Aktie daraufhin vom Handel ausgesetzt wurde und sie in der Folge keiner mehr haben wollte, haben diejenigen Anleger, die erst kurz davor eingestiegen waren, eine Menge Geld verloren.

Sie wurden Opfer ihrer Gier. Diese Betrugsmasche nennt sich übrigens „Pump and dump“, was auf Deutsch soviel heißt wie „Hochjubeln und abstoßen“. Die Kurse der Pennystocks werden also zunächst hochgejubelt und dann verkaufen die Betrüger ihre zuvor erworbenen Aktien mit entsprechend hohen Gewinnen.

Die US-Aufsichtsbehörden verschärfen Ihre Auflagen und deutsche Broker und Direktbanken reagieren

Derartige Fälle sind sowohl in den USA als auch bei uns in Deutschland leider keine Seltenheit. Zuletzt thematisierte auch der auf einer wahren Geschichte beruhende US-Kinofilm „The Wolf of Wall Street“ diese Betrugsmasche. Doch jetzt wollen die USBehörden strenger dagegen vorgehen und verschärfen daher ihre Auflagen.

Im Rahmen des US-Geldwäschegesetzes untersuchen die Aufsichtsbehörden auch Penny Stocks an der Wall Street. Im Rahmen des Anti-Geldwäschegesetzes werden diese Unternehmen und deren Anleger von den Aufsichtsbehörden verstärkt überprüft. Daraufhin haben die US-Lagerstellen vieler Online-Broker und Direktbanken in Deutschland reagiert.

Als Reaktion auf die verschärften Auflagen der US-Aufsichtsbehörden führten sie Änderungen zur Verwahrung und Handelbarkeit bestimmter Wertpapiere an den US-Handelsplätzen ein. Dadurch mussten Institute wie beispielsweise die Onvista Bank, die DAB Bank und ING-DiBa den Handel mit den spekulativen US-Werten einschränken.

Die Onvista Bank hat ihre Anleger darüber informiert, dass der Handel mit einigen Penny Stocks eingestellt werden muss. Durch die Beschränkungen der US-Behörden sollen die Betrugsfälle abnehmen. Zumindest die Möglichkeiten des „Pump and dump“ sollen dadurch deutlich eingeschränkt werden.

Fazit: Negativbeispiele und die US-Behörden sollten Sie künftig vor derartigen Betrugsmaschen schützen

Für Sie als Privatanleger sind die Beschränkungen durch die US-Behörden kein Nachteil. Im Gegenteil: Sie werden dadurch vor potenziellen Betrügern geschützt. Weiteren Schutz soll Ihnen der in dieser Ausgabe geschilderte Fall rund um den Betrug mit der Cynk-Aktie bieten.

Denn wenn Sie wissen, wie eine Betrugsmasche abläuft, sollte die Gefahr, dass Sie darauf hereinfallen, kleiner sein. Abschließend noch ein grundsätzlicher Tipp: Versuchen Sie, Emotionen so gut es geht auszublenden, wenn es um Geldanlage geht. Dadurch verhindern Sie, sich von Gier leiten zu lassen.

19. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.