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Performance bei Aktien – was ist das überhaupt?

Die Frage mag trivial anmuten, doch die Antwort ist weniger einfach als gedacht: Was bedeutet Performance? Der Begriff dürfte zwar jedem Anleger begegnet sein, wird aber mitunter verschieden verwendet und kann zu Missverständnissen führen.

Begriffsverwirrung bei unterschiedlichem Ansatz

Ein Vermögensberater beispielsweise bewirbt einen Aktienfonds, der über einige Jahre hinweg eine angebliche Performance von 10% hatte. Aktien sind eben eine prima Anlage. Das zeigt schon die Tatsache, dass sich eine Investition in alle Dax-Titel seit Auflage des Index Ende 1987 mehr als verzehnfacht hätte. Der Kurs ist von damals 1.000 auf nun 11.000 Punkte gestiegen. Die Performance kann sich sehen lassen.

Performance ist eben Wertentwicklung, und die lässt sich an Zahlen ablesen. Genauso gut aber könnte man zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Wer für den beworbenen Fonds nur 7,3% errechnet, mag ebenso Recht haben wie mit der Feststellung, dass der Zuwachs beim Dax nur in der halben Größenordnung liegt.

Was bedeutet Performance? Einheitliche Berechnung vorausgesetzt

Wer hat nun Recht und was bedeutet Performance? Grundsätzlich drückt sie eine prozentuale Wertentwicklung aus, die den Erfolg verschiedener Investments vergleichbar macht. Das aber setzt voraus, dass die Berechnung nach einheitlichem und nicht nach unterschiedlichem Muster verläuft.


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Im ersten Fall wurden beim Aktienfonds Dividenden mit eingerechnet – so als wären sie im Fonds wiederangelegt. Mit dem Zinseszins-Effekt steigert das natürlich den Ertrag. Im zweiten Fall hingegen wird die Ertragsentwicklung ohne Wiederanlage betrachtet. Das wäre etwa die Sichtweise eines Anlegers, der Dividenden als regelmäßiges Nebeneinkommen betrachtet.

Unterschied Performance- und Kursindex

Ähnlich verhält es sich mit dem Dax. Im ersten Fall dreht es sich um die üblicherweise verwendete Form als Performance-Index, bei dem Dividenden als reinvestiert einbezogen werden. Tut man dies nicht, bekommt man die reine Kursentwicklung, wie sie im alternativ berechneten Dax als Kursindex dargestellt wird. Hier ist das Kursniveau mit derzeit rund 5.500 Punkten nur halb so hoch wie beim regulären Performance-Dax.

Der Kursindex findet zwar wenig Beachtung, obwohl auch führende Börsenthermometer wie Dow Jones oder S&P500 in der Regel als Kursindizes veröffentlicht werden. Deshalb müsste man zum Performancevergleich eigentlich den Kursindex-Dax gegenüberstellen.

Streng genommen aber dürfte man dann nicht von Performance sprechen, zumindest nicht nach der in Deutschland vorherrschenden Berechnungsmethode des Bundesverbands Deutscher Investmentgesellschaften (BVI). Die sieht sämtliche Erträge bzw. Dividenden als reinvestiert an.

Zur Performance von Fonds etwa ermittelt man bei den Anteilen die Differenz zwischen dem aktuellen Rücknahmepreis und demjenigen zum Kaufzeitpunkt. Lag der beispielsweise bei 100 € und mittlerweile bei 110 €, beträgt die Performance 10%. Alle regulären Fondskosten sind eingerechnet. Allerdings keine Ausgabeaufschläge, da ansonsten Fondsvarianten mit und ohne Kaufgebühr nicht vergleichbar wären.

Kombination aus Kurs- und Ertragsentwicklung

Wer jedoch als Privatanleger den Erfolg seiner eigenen Anlage ermitteln will, sollte dies tun, denn alle Kosten wirken sich auf die Rendite aus. Und die kann dann leicht von der Performance abweichen. Die Rendite ergibt sich also unter Einbeziehung individueller Kosten. Die reine Performance indes aus der Entwicklung von Kurs und Erträgen.

Typisch ist diese Kombination bei Aktien, aber auch bei Zinsanlagen wie Anleihen. Bei reinen Zinssparanlagen wie Termingelder jedoch spricht man vom Ertrag und nicht von der Performance, auch wenn sich das teilweise eingebürgert hat.

Aktien wiederum, die sich besser entwickeln als der Index, aus dem sie stammen, werden gerne als Outperformer bezeichnet. Das Gegenteil zu dieser Outperformance ist die Underperformance.

9. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.