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Personengesellschaft: Steuern korrekt abführen

Schließen sich  natürliche oder juristische Personen (Unternehmen) zusammen, entsteht eine sogenannte Personengesellschaft. Personengesellschaften sind beispielsweise die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR), die Partnerschaftsgesellschaft, die offene Handelsgesellschaft (OHG) oder die Kommanditgesellschaft (KG).

Als Gesellschafter einer Personengesellschaft ist man selbst Träger von Rechten und Pflichten. Auch bei der steuerlichen Betrachtung wird der Gewinn lediglich auf der Gesellschaftsebene ermittelt. Aber: Bei einem Zusammenschluss von natürlichen Personen ist der persönliche Einkommensteuersatz des jeweiligen Gesellschafters maßgeblich.

Besteuerung bei Personengesellschaften – natürliche Personen

Grundsätzlich wird die steuerliche Behandlung von Personengesellschaften nach Steuerart unterschieden. Entscheidend ist, ob bei der betreffenden Steuerart die Personengesellschaften an sich als das steuerpflichtige Subjekt angesehen werden oder ob die Personengesellschaft als Zusammenschluss ihrer Gesellschafter angesehen wird. Dies hat zur Folge, dass Vermögen und Gewinne der Gesellschaft anteilig den Gesellschaftern entsprechend ihrer Beteiligungsquote zugerechnet werden.

Der Gewinn und die Steuerlast einer Personengesellschaft werden nicht etwa über eine Steuererklärung der Personengesellschaft ermittelt. Die Gesellschafter müssen den ihnen anteilig zustehenden Gewinn in ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung angeben und zu ihrem eigenen Einkommenssteuersatz versteuern. Der Anteil, wie viel jeder Gesellschafter erhält, ist im Vorfeld über den Gesellschaftervertrag geregelt.

Der Einkommensteuersatz beginnt bei 14% für Einkommen, die den jährlichen Grundfreibetrag von 8.130 € übersteigen. Dieser steigt progressiv bis zu einem Spitzensteuersatz von 42% (ab einem Jahreseinkommen von 52.882 €). Ab einem Jahreseinkommen von über 250.731 € wird jeder Euro mit 45% versteuert. In der Steuererklärung gilt hier der Abschnitt „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“.

Zusammenschluss von juristischen Personen – Transparenzprinzip

Eine Kapitalgesellschaft stellt auch immer einen Gewerbebetrieb dar. Somit unterliegen die Einkünfte aus diesem Betrieb der Gewerbesteuer. Bei einer Personengesellschaft fällt nur dann Gewerbesteuer an, wenn die Unternehmung im Sinne des Einkommensteuergesetzes gewerblich tätig ist.

Wenn sich juristische Personen zusammenschließen, kann zum Beispiel eine Kommanditgesellschaft entstehen. Die Erträge aus dieser Gesellschaft unterliegen dann nicht dem Einkommensteuerrecht, sondern dem Steuerrecht der jeweiligen juristischen Person. Unter Umständen fällt die Körperschaftssteuer an, welche derzeit mit 15% angesetzt ist (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag). Anschließend muss die juristische Person die Erträge ebenfalls mit der Gewerbesteuer versteuern.

Personengesellschaft gründen – Vor- und Nachteile

Bei Gründung der Personengesellschaft ist keinerlei rechtliche Formvorschrift oder notarielle Beurkundung notwendig. Lediglich ein Gesellschaftervertrag, der die Rechte und Pflichten der gründenden Parteien aufführt, muss schriftlich fixiert werden. In diesem Vertrag sollten dann unter anderem die Gewinn- und Verlustbeteiligung, das Abstimmungsverhältnis oder die Ausscheidungsmöglichkeiten geregelt werden.

Eine Bilanzierungspflicht entsteht erst ab einem Jahresumsatz von 700.000 €. Vorher reicht eine normale Gewinnermittlung auf Basis eines Bestandsvergleichs oder einer Einnahmen-Überschussrechnung. Ebenso ist auch keine Stammeinlage erforderlich, was den Gründungsaufwand sehr gering hält. Der schwerwiegende Nachteil ist die unbeschränkte Haftung mit dem Betriebs- und Privatvermögen. Daher sollte bei risikoreichem Geschäftsbetrieb eine solche Gesellschaftsform eher nicht gewählt werden.

5. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.